Therapie der Multiplen Sklerose

Physiotherapie
Physiotherapie hilft bei Multipler Sklerose mobil zu bleiben (Kzenon - Fotolia.com)

Mit Hilfe verschiedener Therapieansätze lässt sich in vielen Fällen der Verlauf der MS positiv beeinflussen und die Anzahl sowie die Stärke der Schübe vermindern.

Die medikamentöse Behandlung der Multiplen Sklerose setzt auf drei Ebenen an:

  • Bei der Behandlung der akuten MS-Schübe: Hochdosierte Kortison-Infusionen sind das Mittel der Wahl, um die Beschwerden akuter Schübe zu mildern.
  • Langzeittherapie: Man spricht dabei auch von einer langfristigen krankheitsmodifizierenden ("immunmodulierenden") Basistherapie. Diese Langzeittherapie soll in das Immunsystem eingreifen und die Entzündung so weit in Schach halten, dass es zu keiner weiteren Schädigung der Nervenfasern kommt. Das Fortschreiten der Erkrankung soll gebremst und Erkrankungsschübe minimiert werden. Je nach Beschwerdebild kommen bei der schubförmigen MS ein Interferon-beta-Präparat bzw. die Wirkstoffe Glatirameracetat, Natalizumab und Fingolimod zum Einsatz.
  • Bei der Behandlung der Symptome: Sie ist besonders bei progredienten Krankheitsverläufen wichtig, denn bei einer langsam fortschreitenden Verschlechterung von MS treten besonders häufig Symptome wie das Fatigue-Syndrom (starke Müdigkeit), spastische Symptome (Muskelverkrampfungen) und dadurch verursachte Schmerzen, Blasenfunktionsstörungen sowie Schluck- und Sprechstörungen auf. Mit Hilfe von Medikamenten sowie einer Reihe von Rehabilitationsmaßnahmen (z.B. Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie) können die Selbständigkeit und die Lebensqualität entschieden erhöht werden

Multiple Sklerose: Was kann der Betroffene zusätzlich tun?

  • 30 Minuten täglich bewegen: MS-Patienten neigen aufgrund ihrer Erkrankung verstärkt dazu, Muskelmasse und damit Muskelkraft abzubauen, bevorzugt in den Beinen. Daher ist regelmäßige Bewegungstherapie in jedem Stadium der Erkrankung besonders wichtig, um mobil zu bleiben. Durch individuelle Bewegungsprogramme und Physiotherapie können Erkrankte den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und einzelne Symptome wie Fatigue, Störungen der Feinmotorik und der Koordination oder psychische Beeinträchtigungen sogar verbessern.
  • Medikamente einnehmen: Die medikamentöse Therapie sollte über einen langen Zeitraum gemäß den Anwendungsempfehlungen durchgeführt werden. Ein positiver Therapieeffekt ist nicht immer "direkt sichtbar" und gerade im Frühstadium sind die Abstände der Schübe noch lang. Trotzdem ist es sehr wichtig, dass MS-Patienten die Therapie fortsetzen. Denn eigenständiges Absetzen oder unregelmäßige Einnahme können das Fortschreiten der Multiplen Sklerose fördern.

Weiterführende Informationen

Medizinischer Experte

OA

Dr. Michael Guger

Leitender Oberarzt Station D2.1 und Neuroimmunologische Ambulanz, Allgemeines Krankenhaus der Stadt Linz

Gesundheitskompass Website

Quellen

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