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Schlafmangel macht unattraktiv und unbeliebt

Manchmal läutet der Wecker wesentlich früher als es uns lieb ist. (Gina Sanders - Fotolia.com)

Wenn uns Sorgen lange wachhalten, sind wir am darauffolgenden Tag meistens nur bedingt einsatzfähig. Das wird uns wohl auch angesehen, denn Schlafmangel macht unattraktiv.

Schlafprobleme verschiedenster Art sind auf dem besten Weg, sich als Volkskrankheit zu etablieren. Immer mehr Menschen klagen über viel zu kurze Nächte und haben mit den oft weitreichenden Folgen zu kämpfen. Prinzipiell gibt es verschiedene mögliche Ursachen, darunter etwa auch manche Krankheiten, ein besonders moderner Auslöser aber ist der Stress. Überforderung mit Arbeit, Liebe und Leben im Allgemeinen kann das Einschlafen zu einer richtigen Herausforderung machen.

Kurzer Schlaf und Fototermin

Unglücklicherweise übt langfristiger Schlafmangel auch eine Wirkung auf unsere Mitmenschen aus, die uns dann womöglich zunehmend meiden. Indizien dafür haben schwedische Wissenschafter gefunden, die das Phänomen in einer neuen Studie untersucht haben. Sie beauftragten Menschen, zwei Nächte in Folge nur jeweils 4 Stunden zu schlafen und fotografierten sie anschließend.

Ungesund, unattraktiv, schläfrig

Diese Bilder wurden Versuchsteilnehmern vorgelegt, die Vertrauenswürdigkeit, Attraktivität und Gesundheit der abgelichteten Menschen beurteilen mussten. Als Vergleich wurden auch Aufnahmen von Personen gezeigt, die in den beiden Nächten vor dem Fototermin jeweils 8 Stunden schlafen durften. Wenig überraschend schnitten jene mit Schlafentzug bei der Bewertung wesentlich schlechter ab. Sie wurden als weniger gesund, weniger attraktiv und - wohl zurecht - als schläfrig beschrieben.

Unbeliebte Müdigkeit

Besonders bitter: Die Versuchsteilnehmer gaben an, mit den müde aussehenden Personen eher ungern Zeit verbringen zu wollen. Womöglich, so die Theorie der Autoren, liegt dem ein menschlicher Schutzmechanismus zugrunde. Schließlich könnte das müde Aussehen nach Meinung des Unterbewusstseins zumindest theoretisch auf eine ansteckende Krankheit hinweisen.

Schwerwiegende Folgen

Mit dem Versuch sollte gezeigt werden, inwiefern chronischer Schlafmangel unsere Außenwirkung beeinflusst. Legt man das Ergebnis der Studie besonders strikt aus, können Schlafprobleme sogar mit sozialer Isolation in Verbindung gebracht werden. Um dies endgültig zu klären sind sicherlich noch weiterführende Untersuchungen notwendig, ein weiterer Hinweis auf die fatalen Folgen ausbleibenden Schlafes ist die Forschung aber allemal.

Dem Teufelskreis entkommen

Bei vielen Betroffenen kommt es zu einem Teufelskreis, in dem Stress eine ruhige Nacht verhindert und die Müdigkeit am darauffolgenden Tag wiederum die innere Anspannung verstärkt. Um aus diesem Rhythmus auszubrechen, könnten spezifische Entspannungsübungen hilfreich sein, auch Yoga ist ein effektives Mittel. Bei tieferliegenden psychischen Problemen ist zudem professionelle Hilfe in Form einer Psychotherapie eine Option.

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