Wie Männer lange gesund bleiben

Die Allgemeinmedizinerin Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer hielt den ersten Vortrag über Männergesundheit. (MedUni Wien/Kovic)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Männergesundheit

Am 4. November 2017 wurde in sechs spannenden Vorträgen vermittelt, wie die Herren der Schöpfung die Aufforderung "Bleib gesund, Mann!" in ihrem Alltag umsetzen können.

Ein hochkarätiges Vortragsprogramm erwartete die Damen und Herren, die sich bei der Veranstaltung der RMA Gesundheit in Kooperation mit der MedUni Wien im AKH WIen einfanden. Dabei wurde auch der feine Unterschied zwischen den Geschlechtern herausgearbeitet. "Frauen sind anders, Männer auch – das ist auch gut so", befand der Umweltmediziner Dr. Hanns Moshammer. Und er appellierte an die Herren: "Aber: Wir können vom anderen Geschlecht lernen, auf die Signale des Körpers zu hören und Verantwortung für unsere Gesundheit zu übernehmen."

Auch der Sozialmediziner Dr. Michael Kunze hatte eine Nachricht an die Zuhörer: "Der Schlüssel zu einem besseren Verständnis von gesundheitlichen Fragen ist Bildung und noch einmal Bildung." Er ist überzeugt: "Der gebildete Mann kümmert sich viel mehr um die eigene Gesundheit, er nähert sich der Frau immer mehr an."

Risikofaktoren vermeiden, fit bleiben

"Die drei größten Risikofaktoren für Männer sind Rauchen, Bluthochdruck und Alkoholkonsum", betonte die Allgemeinmedizinerin Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer. Während die Herren zwei dieser Risikofaktoren durch Abstinenz gut beeinflussen könnten, ist ein zu hoher Blutdruck nur durch eine regelmäßige Messung rechtzeitig zu erkennen. Und sie gab den Besucherinnen und Besuchern noch eine Botschaft mit auf den Weg: "Wir müssen schon bei jungen Männern darauf achten, dass sie sich mehr um ihre Gesundheit und Fitness kümmern." Positive Vorbilder ab der frühen Jugend – etwa Kindergärtner und Lehrer – seien hier besonders wichtig.

Bildergallerie

Am 4. November 2017 veranstaltete die RMA Gesundheit, in Zusammenarbeit mit der MedUni Wien, die Veranstaltung "Bleib gesund, Mann". Der Tag... (MedUni Wien/Kovic)

Prostatakarzinome rechtzeitig entdecken

"Das Prostatakarzinom betrifft etwa jeden 8. Mann im Laufe seines Lebens", weiß der Urologe Prof. Dr. Christian Seitz. Die Aufgabe der modernen Medizin sei es, die aggressiven Tumore zu finden, an denen der Mann sterben könnte. "Wir wollen nur die Karzinome identifizieren, die auch eine Bedeutung haben", ergänzte sein Kollege Prof. Dr. Sharokh Shariat. So soll vermieden werden, dass Patienten sich Sorgen über Tumore machen, die ihre Lebensqualität nicht negativ beeinflussen werden. "Wir brauchen die richtige Therapie für den richtigen Tumor für die richtige Person zur richtigen Zeit", unterstrich Shariat. Vor allem Fortschritte in der Bildgebung bieten hier erhebliche Vorteile, etwa die Fusionierung von Ultraschall und MRT.

Mehr Aufmerksamkeit für Männerthemen

Generell wünschen sich die Vortragenden mehr Aufmerksamkeit für die Männergesundheit – auch von der Politik. "Wir wollen, dass Prostatakrebs ins Vorsorgeprogramm aufgenommen wird – so wie Brustkrebs, Gebärmutterhalskrebs und Dickdarmkrebs", forderte Ekkehard Büchler, der Vorsitzende der Selbsthilfe Prostatakrebs. "Die Gynäkologie wurde von Männern begründet – aber die Männer haben auf ihre eigene Vorsorge einfach vergessen", warnte auch der Urologe Dr. Harun Fajkovic.

Auch unangenehme Themen müssen angesprochen werden: Denn Erektionsstörungen können bereits ein frühes Warnzeichen für einen Herzinfarkt sein, da so manche erektile Dysfunktion aufgrund von Durchblutungsstörungen zustandekommt.

Mehr zum Thema