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Die Schönheit von Down-Syndrom

Asher Nash sorgt als Model mit Down-Syndrom für Aufsehen. (Kids with Down Syndrome. - Facebook.com)

Wenn über die Schönheitsideale der heutigen Zeit diskutiert wird, ist Down-Syndrom meistens kein Thema. Ein kleiner Racker rüttelt als Model nun aber gehörig an den Konventionen.

Nach medizinischer Definition wird das Down-Syndrom nicht als Krankheit verstanden, da es sich lediglich um eine Abweichung bei der Chromosomenzahl handelt. Weltweit ist Schätzungen zufolge etwa jeder 800. Mensch betroffen, in Österreich liegt die offizielle Zahl bei 9.000. Die meisten Personen mit Down-Syndrom weisen je nach Ausprägung körperliche sowie geistige Beeinträchtigungen auf, oft treten Begleiterkrankungen wie etwa Herzfehler auf. Eine sehr wahrscheinliche schräge Augenlid-Achse sorgt außerdem für ein typisches Aussehen.

Keine Zielgruppe?

In Werbungen sind Menschen mit Down-Syndrom stark unterrepräsentiert. Wird nicht gerade ein Spendenaufruf gestartet, sind sie eigentlich kaum auf Plakatwänden oder am Fernsehschirm zu sehen. Gewissermaßen mag das nachvollziehbar sein, immerhin stellen sie für die allermeisten Firmen keine relevante Zielgruppe dar. Die Organisation "Changing the Face of Beauty" ortet dennoch eine Ungerechtigkeit, die es zu bekämpfen gilt.

Erfolgreich protestiert

Sie setzt sich für mehr Präsenz von körperlich oder geistig beeinträchtigten Menschen in Werbungen ein, dem Down-Syndrom wird dabei besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet. So haben sie vor einigen Monaten auch den kleinen Krabbler Asher Nash unterstützt. Dessen Mutter wollte ihn bei einer Modelagentur anmelden, hatte aber aufgrund der Behinderung des Kindes keinen Erfolg. "Changing the Face of Beauty" protestierte prompt via Facebook, nun hat Asher tatsächlich seinen ersten Auftrag an Land gezogen.

Fesch, Fescher, Asher

Auch wenn bei Kindermodels oft der Verdacht naheliegt, die Eltern würden sich für den Job mehr begeistern als ihr Kind selbst, für den etwa 1 ½ Jahre alten Racker kann man sich eigentlich nur freuen. In ausgesprochen fesche Strampler gesteckt, turnt Asher auf den Fotos scheinbar äußerst gut gelaunt herum. Für den Kleidungshersteller selbst dürfte sich die Aktion auch ausgezahlt haben, schließlich werden die Bilder dank des außergewöhnlichen Models gerade zigfach in den sozialen Medien geteilt.

Dominoeffekt unwahrscheinlich

So schön es wäre, in der Aktion einen Durchbruch für mehr Vielfalt in der Werbung zu sehen, ganz so eindeutig ist die Sache wohl nicht. Menschen mit Down-Syndrom werden aus ganz nüchternen markttechnischen Gründen wohl nie eine große Werbepräsenz haben. Deshalb Firmen Diskriminierung vorzuwerfen wäre etwas kurzsichtig. Trotzdem ist es beeindruckend, wenn sich Organisationen für mehr Toleranz einsetzen und so schöne Zwischenerfolge feiern können.

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