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Mitfühlende Menschen sind schmerzempfindlicher

Mitfühlende Menschen sind schmerzempfindlicher
Forscher erkannten einen Zusammenhang zwischen Empathie und Schmerzempfinden. (JPC-PROD - Fotolia.com)

Wer besonders viel Empathie, also Mitgefühl zeigt, ist auch selber schmerzempfindlicher. Zu diesem Schluss gelangten amerikanische Wissenschafter nun in einem besonders kreativ durchgeführten Experiment.

"Geteiltes Leid ist halbes Leid" sagt ein altes Sprichwort. Auch wenn man es nicht wortwörtlich nehmen darf, hat es einen gewissen Wahrheitsgehalt. Jemanden um sich zu haben, der Mitgefühl zeigt, kann Schmerzen - psychischer oder physischer Art - zumindest ein wenig erträglicher machen. Besonders starke Empathie basiert einer neuen Studie zufolge aber auf eigenen Erfahrungswerten. Denn wer viel Mitgefühl zeigt, der empfindet auch eigenen Schmerz stärker.

Interessantes Experiment

Zu dieser Erkenntnis gelangten Wissenschafter an einer kalifornischen Universität mit Hilfe eines spannenden Experiments. Dabei wurden die Teilnehmer in zwei Gruppen unterteilt, eine erhielt Placebos als vermeintliche Schmerzmittel, die andere bekam gar keine Medikamente verabreicht. Allen Probanden wurden danach am Handrücken leichte Elektroschocks zugesetzt. Die Gruppe mit dem Placebo empfand nicht nur selbst weniger Schmerz, sie stufte auch die Schmerzen der anderen Teilnehmer als schwächer ein.

Im Gehirn: Empathie ähnelt Schmerz

Für die Forscher ist damit klar erkennbar, dass Empathie im Gehirn in einem ähnlichen Prozess aktiviert wird wie das Schmerzempfinden. Anders ausgedrückt heißt das, dass das Mitfühlen beim Leid anderer aus neurologischer Sicht dem eigenen Erleben von Schmerz sehr ähnlich ist. Diese Erkenntnis alleine ist den Autoren der Studie aber noch nicht genug, weitere Untersuchungen sollen folgen. So soll demnächst ein Experiment stattfinden, bei dem echte Schmerzmittel verwendet werden.

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