Miniaturorgane: 3 Millimeter Magen aus dem Labor

Miniaturorgane: 3 Millimeter Magen aus dem Labor: Organ Magen im Körper
Es gelang Forschern, einen künstlichen Magen mit dem Bakterium Helicobacter pylori zu infizieren. (KYLE MCCRACKEN)
Der menschliche Magen wurde erstmals im Labor nachgeahmt, mithilfe von Stammzellenforschung. Die künstlichen Mägen sind 3 Millimeter groß und können mit denselben Krankheiten infiziert werden wir das echte Organ.

Die Miniaturmägen wurden mit dem Bakterium Helicobacter pylori, die häufigste Ursache für Gastritis, infiziert. Schon nach 24 Stunden hatten sich die Keime vermehrt. Das war der Beweis, dass die Bedingungen im künstlichen Magen dem menschlichen Organ ähnlich genug sind, um medizinische Experimente möglich zu machen. Bisher wurden für diese Forschungen hautsächlich Labortiere wie Mäuse oder Mücken verwendet. Nicht immer  können die Ergebnisse von Tieren auf den Menschen übertragen werden, da der menschliche Magen nicht ident mit einem tierischen ist. Das lässt auf neue Chancen bei Magen-Darm-Erkrankungen hoffen. 

Stammzellenforschung führt zu Labor-Organen

Im Jahr 2012 ging der Medizin-Nobelpreis an zwei Forscher, die sog. pluripotente Stammzellen aus regulären Körperzellen geschaffen hatten. Das heißt, dass sie Zellen herstellten, die dazu fähig sind, sich zu jeder Art von Gewebe zu entwickeln - ganz wie die Ausgangszellen in einem menschlichen Embryo. Mit Hilfe dieser pluripotenten Stammzellen ist es Forschern nun möglich, verschiedene Gewebs- und Organzellen im Labor zu entwickeln. Der künstliche Magen ist der jüngste Erfolg dieser Technologie.

Mit Sicherheit ist der neu entwickelte "Magen" noch sehr weit davon entfernt, z.B. als Spenderorgan transplantiert zu werden. Es ging den Forschern vielmehr darum, die Gewebearchitektur des menschlichen Magens nachzuahmen. So wird eine gezieltere Erforschung von Magenerkrankungen (z.B. Gastritis, Helicobacter pylori) möglich. Derzeit sind schätzungsweise 10 % der Weltbevölkerung von einer Erkrankung des Magens oder des Magen-Darm-Trakts betroffen. Bessere Versuchsobjekte sind also ein entscheidender Schritt zu erfolgsträchtigeren Therapien.

Künstlicher Magen mit Bakterium infiziert

Um zu überprüfen, wie sehr der Magen aus dem Labor dem menschlichen Magen ähnelt, infizierten die Forscher ihn mit einer Krankheit. Das Bakterium "Helicobacter pylori" siedelt sich im Menschen in der Magenschleimhaut an und kann dort verheerenden Schaden anrichten. Es gilt als Auslöser von Gastritis und Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm. Außerdem erhöht eine vorhandene Erkrankung mit dem Bakterium das Risiko, an Magenkrebs zu erkranken. Die Infektion des Labor-Magens mit Helicobacter pyroli gelang: Schon nach 24 Stunden hatten sich die Keime vermehrt. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Bedingungen im künstlichen Magen dem menschlichen Organ ähnlich genug sind, um medizinische Experimente möglich zu machen. 

Quellen

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