Wie sich ein "Schlagerl" bemerkbar macht

Bei junger Frau dreht sich alles
Drehschwindel und Gleichgewichtsstörungen können durch einen Schlaganfall ausgelöst werden. (Stasique - Fotolia.com)
Ein Mini-Schlaganfall kann sich durch Drehschwindel, Sprach- und Sehstörungen sowie vorübergehende Muskelschwäche äußern. Welche Beschwerden noch auftreten und was im Notfall zu tun ist, zeigt der folgende Überblick.

Das Heimtückische an einem Mini-Schlaganfall: Die Beschwerden verschwinden fast genauso schnell, wie sie eingesetzt haben. Dennoch sollte man sie unbedingt ernst nehmen, denn oft sind sie Vorboten einer schlimmeren Schlaganfall-Attacke, die Stunden später folgen kann: Daher selbst bei leichten Beschwerden unbedingt ins Spital fahren bzw. einen Arzt, am besten einen Neurologen aufsuchen, der den Zustand der Kopfgefäße untersucht.

Wie merkt man eine Mini-Schlaganfallattacke?

Ausgelöst werden die Symptome eines "Schlagerls" durch eine Verstopfung von Gehirngefäßen mit einem Blutgerinnsel - die Anzeichen können einzeln, aber auch gemeinsam auftreten. Die Beschwerden können nach wenigen Schreck-Minuten wieder nachlassen. Der Gefäßverschluss bzw. die Gefäßverengung im Gehirn löst sich aber nur sehr selten von selbst,  das kann tagelang dauern und geht auf Kosten von Hirngewebe. 

Daher nicht unnötig Zeit verstreichen lassen - sollte sich eines oder mehrere der folgenden 5 Alarmzeichen zeigen, schnell die Rettung (Tel: 144) bzw einen Arzt rufen:

  • Halbseitige Lähmung oder Muskelschwäche: Plötzlich lässt sich der Arm oder Fuß einer Körperhälfte nicht mehr bewegen bzw. fühlen sich die Gliedmaßen über längere Zeit wie taub an.
  • Sprachschwierigkeiten: Es ist nur schwer möglich Worte zu formen, Silben werden verdreht. Das Erinnerungsvermögen ist stark beeinträchtigt, oft kann man einem Gespräch nicht mehr folgen.
  • Sehbehinderungen: Die Umwelt wird in Doppelbildern wahrgenommen, es kann auch zu Sehausfällen kommen.
  • Starker Drehschwindel: Aus heiterem Himmel beginnt sich alles zu drehen, es kommt zu Gleichgewichtsstörungen, zu Unsicherheiten beim Gehen.
  • Starke Kopfschmerzen: Ungewohnlich starke Kopfschmerzen, oft auch gepaart mit Schwindel können auftreten.

Was passiert im Spital?

Wer schnell handelt und einen Arzt bzw. die Rettung holt, hat sehr gute Chancen, einem heftigen Schlaganfall zu "entkommen" und schwere Beeinträchtigungen wie Lähmungen zu vermeiden - wenn das Gefäß binnen 4,5 Stunden nach dem Auftreten der ersten Beschwerden wieder frei gemacht wird.

Das kann mit Hilfe der medikamentösen Thrombolyse, bei schweren Schlaganfällen mit der Thrombektomie, einer minimal-invasiven mechanischen Entfernung des Blutgerinnsels mittels Katheters und Stent, erfolgen. Passiert das nicht, können die  Hirnzellen des betroffenen Areals nicht mit Blut und Sauerstoff versorgt werden und sterben ab.

Welt-Schlaganfall-Tag am 29. Oktober

In Österreich erleiden jährlich rund 25.000 Menschen einen Schlaganfall. "Frauen mit Schlaganfall sind signifikant älter, erleiden schwerere Schlaganfälle und sind bereits vor dem Ereignis kränker", wie Univ.-Prof. Dr. Franz Fazekas , Vorstand der Klinischen Abteilung für Neurologie, MedUni Graz und Vorstandsmitglied der Österreichischen Schlaganfall-Gesellschaft bei einem Pressegespräch feststellte. Die Therapieergebnisse haben sich in den letzten 20 Jahren deutlich verbessert, das erhöht auch die Chance einen Schlaganfall zu überleben: Während im Jahr 1990 noch rund 10.000 Menschen in Österreich an einem Schlaganfall verstarben, waren es 2013 knapp über 4.000.

Wichtig ist die Erstversorgung nach dem neurologischen Ereignis, bundesweit gibt es dazu 37 Schlaganfall-Schwerpunktzentren, sogenannte "Stroke-Units" , die auf die Behandlung und Nachversorgung von Schlaganfall-Betroffenen spezialisiert sind.

Quellen

  • Pressekonferenz zum Welt-Schlaganfall-Tag 2014, in Wien am 27.10.2014

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