Neue Milben-App

App, Hausstaubmilbenallergie
Eine neue App informiert über Früherkennung und Therapie der Hausstaubmilbenallergie (milbencheck.at)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Allergie
Sie sind mikroskopisch klein, lieben feuchtes Klima und rufen Schnupfen, Husten bzw. Atemnot hervor: Hausstaubmilben lösen allergische Reaktionen aus, eine neue Milben-App informiert über Früherkennung und Therapie.

Nach dem Vorbild der erfolgreichen Pollen-App wurden nun auch für Milbenallergiker eine App und ein Online-Portal entwickelt. Unter www.milbencheck.at finden Hausstaubmilben-Allergiker kostenlose download-links zur App, einen Risikofragebogen, ein Tagebuch, eine Milbenbelastungslandkarte sowie eine Facharztsuche. Weiters beinhaltet die App eine Erinnerung an den Arztbesuch sowie Infos und Tipps rund ums Thema.

Das kann die neue App

Die Milben-App enthält folgende tools:

  • Selbsttest: Er bietet in Form eines Fragebogens eine erste Einschätzung, ob eine Milbenallergie für die Beschwerden wie rinnende Nase, gerötete Augen, Husten und Atembeschwerden verantwortlich sein kann. Die Ergebnisse können per E-Mail weitergesendet oder ausgedruckt zum Arzttermin mitgenommen werden.
  • Milbentagebuch: Auf Knopfdruck stehen die eingetragenen Daten als übersichtliche Grafik zur Verfügung und schaffen ein klares Gesamtbild über die Allergie. Auf einen Blick werden damit Zusammenhänge zwischen Ort und Zeit erkennbar wie etwa: bessern sich Symptome zu einer bestimmten Jahreszeit, verschlimmert sie sich an bestimmten Orten? Steht auch eine andere Allergie im Hintergrund etc…?
  • Milbenbelastungslandkarte: Sie macht es möglich, die Beschwerden mit anderen Allergikern in der Umgebung zu vergleichen und hilft dabei, die persönliche Allergie-Situation einzuschätzen
  • Erinnerungsfunktion: In den Erinnerungstexten an den Facharztbesuch erinnert.
  • Facharztsuche: Eine Facharztsuche erleichtert mittels Eingabe der Postleitzahl die Auswahl eines geeigneten und nahen Arztes.
  • Infos & Tipps: Ein Abschnitt informiertrund um das Thema Hausstaubmilbe

Den Milben auf der Spur

Hausstaubmilben leben in jedem noch so sauberen Haushalt im Hausstaub, in Matratzen, Polstermöbeln, Teppichen oder Kuscheltieren. Nicht die Milbe selbst löst Allergien aus, sondern ihr Kot. In der Zeit von Mai bis Oktober, wenn sie besonders paarungswillig sind, tummeln sich bis zu zwei Millionen Milben in unseren Matratzen. Beginnt die Heizperiode und nimmt die Luftfeuchtigkeit ab, sterben viele ab und sammeln sich im Hausstaub. Ein Gramm Staub enthält bis zu 100.000 der kleinen Achtbeiniger bzw. deren hoch-allergenen Eiweißstoffe.

Die harte Zeit für Milbenallergiker beginnt. Denn: Von der Heizung aufgewirbelt, verbinden sich die Allergene mit der Atemluft und gelangen so auf die Haut, auf die Schleimhäute von Augen und Nase und werden eingeatmet. Grundsätzlich sind diese Eiweiße völlig harmlos. Das Immunsystem eines Allergikers stuft sie jedoch fälschlicherweise als gefährlich ein. Zur Abwehr wird der Botenstoff Histamin ausgeschüttet, allergische Reaktionen sind die Folge.

Typische Symptome einer Hausstaubmilbenallergie sind:

  • morgendliche Niesanfälle
  • ein Schnupfen, der 10 bis 15 Minuten nach dem Aufstehen auftritt und nach mehrmaligem Naseputzen wieder abflaut sowie
  • Husten bis zu Enge in der Brust.

Von der Allergie zu Asthma

Eine Hausstaubmilben-Allergie ist nämlich mehr als ein lästiger Schnupfen - unbehandelt breitet sie sich rasch von Augen und Nase weiter in Richtung untere Atemwege aus. Univ.-Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten und Stv. Leiter ders Floridsdorfer Allergiezentrums in Wien: "Ist die Lunge einmal betroffen, kann es allmählich zu Umbauvorgängen in den Atemwegen kommen, die nicht mehr völlig auszuheilen sind. Etwa jeder vierte Hausstaubmilben-Allergiker ist auch asthmakrank." Gerade Kinder haben durch das frühe Auftreten der Erkrankung ein fünffach erhöhtes Asthma-Risiko.

Quellen

  • Pressekonferenz: "Hausstaubmilben-Allergie: unterschätzt, unerkannt, unbehandelt", Wien, 13.11.2014

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