Mathematiker finden Formeln wirklich schön

Mathematiker finden Formeln wirklich schön: Mathematische Formel
Für die einen eine Formel, für andere eine Sinfonie - Die Eulersche Identität ^(i*pi) +1 = 0 (Julia Wild)
Betrachten Mathematiker eine Formel, die ihnen gefällt, werden die gleichen Gehirnareale aktiviert wie beim Bewundern eines Gemäldes oder dem Hören des Lieblingsliedes.

Das haben britische Forscher in einer aktuellen Studie herausgefunden. Schönheit liegt also wahrlich im Auge des Betrachters: Ob Kunst, Musik oder mathematische Gleichungen - wird etwas als schön empfunden, werden immer dieselben Bereiche des Gehirns aktiv, egal worum es sich handelt. Die Wissenschafter konnten anhand der Studie zeigen, dass das Empfinden von Ästhetik im Hirn des Menschen messbar ist.

Ein Blick ins Gehirn von Mathematikern

Die Studie wurde vom University College London unter der Leitung von Zemir Zeki durchgeführt. In einem ersten Schritt schätzten Mathematiker 60 verschiedene Formeln nach ihrer Schönheit ein, im zweiten Test sahen sie dieselben mathematischen Darstellungen noch einmal, während ihre Gehirnaktivität im MRT aufgezeichnet wurde.

Die Forscher fanden heraus: Nehmen die Mathematiker eine Formel als ästhetisch wahr, wird der sogenannte mediale orbitofrontale Kortex im Gehirn aktiv. Das ist jene Region im Großhirn, anhand derer der Mensch z.B. Musik und Kunst erfasst und für sich als schön festlegt. Für die Neurowissenschaft ist dieser Bereich besonders interessant, da durch bildgebende Verfahren (z.B. durch MRT) ein Einblick in Emotionen, individuelle Entscheidungen und Wertvorstellungen gewährt wird, wenn bestimmte Inhalte, wie z.B. in diesem Fall mathematische Formeln gezeigt werden.

Auf Platz 1 der wohlgestalteten Formeln

Mathematiker finden aber längst nicht alle Formeln gleich schön. Am häufigsten wurde der mediale orbifrontale Kortex der Probanden bei der berühmten Formel von Leonard Euler aktiviert, welche aus den Zahlen 0 und 1, der Eulerschen Zahl e, Pi und der imaginären Einheit i zusammengesetzt ist. Mit der mathematischen Darstellung wird die Eulersche Identität berechnet: e^(i*pi) +1 = 0

Die Ergebnisse belegen nicht nur die unterschiedlichen Empfindungen von Schönheit und den Objekten, die jeder Mensch für sich als schön bewertet, sondern auch, dass ästhetische Wahrnehmungen eine neurobiologische Grundlage haben (also dass Gehirnareale aktiv werden) und messbar sind. Unser Gehirn verrät demnach, was wir schön finden. Für manche ist es ein prächtiges Bild oder eine harmonische Sinfonie, für andere eine mathematische Gleichung.

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  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
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Quellen

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