gesund.at - Neuigkeiten

Kommen jetzt die Masern?

Kind mit Masern
Masern ist nicht nur eine "Kinderkrankheit" - bei Erwachsenen verläuft die Erkrankung heftiger. (NatUlrich - Fotolia.com)

Im kalifornischen Disneyland sind die Masern ausgebrochen, und damit auch die Panik. Kommt eine neue Masern-Epidemie auf uns zu?

58 Menschen sind im Dezember an Masern erkrankt, als sie das Disneyland in Anaheim (Kalifornien) besuchten. In Österreich werden viele Kinder bereits im Rahmen des Mutter-Kind-Passes dagegen geimpft. In Amerika ist die Masern-Rate aufgrund der hohen Impfbereitschaft eher gering. Noch vor kurzem war die USA stolz darauf, Masern seit 15 Jahren ganz "ausgerottet" zu haben. Doch jetzt steigen die Zahlen wieder. Das soll an einer zunehmenden Debatte über mögliche Nebenwirkungen und der Freiwilligkeit von Impfen liegen. Grund zur Aufregung bezüglich einer "Masern-Epidemie" besteht jedoch derzeit trotz steigender Impf-Unwilligkeit (noch) nicht.

Warum die Masern-Panik?

Masern gelten eigentlich als "Kinderkrankheit". Bereits Babys können gegen den Erreger geimpft werden. Auftreten kann die Erkrankung aber auch bei Erwachsenen. Dann verläuft sie in den meisten Fällen heftiger. Gefürchtet ist eine Infektion vor allem wegen potentiellen Komplikationen. Ähnlich wie das Risiko einer Lungenentzündung nach einer Grippe steigt, gehen auch Masern häufig mit Lungen-, Bronchien-, oder Mittelohrentzündungen einher.

Bräche eine Masern-Epidemie aus, wäre vermehrte Sorge durchaus berechtigt. Von einer derart weiten Verbreitung der Erkrankung kann jedoch derzeit nicht die Rede sein: 79 Masernfälle wurden im Jahr 2013 in Österreich gemeldet. Allerdings fürchten Mediziner aufgrund von "Impflücken" zukünftig steigende Infektionszahlen.

Soll Impfen freiwillig sein?

Wieso sind die US-Amerikaner dann bereits jetzt so besorgt? Das hat vermutlich eher mit der generell sinkenden Impfrate zu tun, als mit einigen wenigen Masernfällen. In den USA gibt es keine Impf-Plicht. Mit einer Impf-Verweigerung verstößt man gegen kein Gesetz. Allerdings ließen bislang viele Familien ihre Kinder impfen, damit sie eine öffentliche Schule besuchen dürfen. Denn: Ohne Impfnachweise kein Schulbesuch. Privatschulen oder Unterricht zu Hause stellen ohne Impfung die einzige Möglichkeit dar, der Schulpflicht nachzukommen.

Gerüchte über Nebenwirkungen von Impfstoffen, wie dass z.B. die HPV-Impfung MS auslöse, sind wissenschaftlich widerlegt. Dennoch sind viele Eltern über die (sehr seltenen) Nebenwirkungen von Impfungen besorgt. Generell gilt aber: Je weniger Einzelpersonen geimpft sind, desto gefährdeter ist das ganze Land. Deshalb versuchen Impf-Befürworter jetzt der sinkenden Impfbereitschaft in den USA entgegenzuwirken. Hillary Clinton etwa tweetete kürzlich: "Die Erde ist rund, der Himmel ist blau und Impfungen funktionieren".

Quellen

Mehr zum Thema