Lifestyle darf kein reines Frauenthema sein

Regelmäßiger Sport und gute soziale Kontakte sind wichtige Bausteine für ein langes Männerleben. (bernardbodo - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Männergesundheit

In Österreich leben Frauen im Schnitt um 5 Jahre länger als Männer. Obwohl es dafür genetische und hormonelle Gründe gibt, sind dem Unterschied im Lifestyle die meisten verlorenen Lebensjahre bei Männern zuzuschreiben.

Besonders zwischen dem 20. und 70. Lebensjahr ist die Sterblichkeit bei Männern deutlich höher (etwa doppelt so hoch) als bei Frauen. Die häufigsten Todesursachen in diesem Lebensabschnitt sind Unfälle, Verletzungen, Suizide und ab dem 40. Lebensjahr zunehmend Herz- Kreislauferkrankungen. Und diese Todesursachen haben sehr viel mit Lifestyle zu tun: Männer sind im Straßenverkehr und in der Freizeit bereit zu mehr Risiko, und sind häufiger in Berufen mit höherer Verletzungsgefahr tätig. Psychische Belastungen und Erkrankungen sind bei Männern vielfach unterdiagnostiziert und untertherapiert, da Männer bei derartigen Problemen häufig erst sehr spät Hilfe in Anspruch nehmen.

Mehr übergewichtige Männer

Die größten Risikofaktoren für Herz- Kreislauferkrankungen kommen bei Männern deutlich häufiger vor. So greifen in Österreich 26,7% der Männer täglich zur Zigarette, bei den Frauen sind es "nur" 22,2%. Diese Zahlen liegen im europäischen Spitzenfeld und entgegen internationalen Trends, wo immer weniger Menschen rauchen, ist diese Zahl bei Männern relativ gleichbleibend, während sie bei Frauen sogar stark steigt. Aber auch Übergewicht und Adipositas kommt bei Männern häufiger vor. So sind in Österreich 57,5% der Männer übergewichtig und 16,4% adipös. Außerdem werden Blutdruckmessungen und Cholesterinmessungen bei ihnen seltener durchgeführt als bei Frauen.

Mit drei Tipps zum längeren Leben

Mit diesen drei Lifestyle Tipps können insbesondere Männer sehr viel für ihre Gesundheit tun:

  • Regelmäßige Bewegung entsprechend der Bewegungsempfehlungen - Das heißt pro Woche mindestens 150 Minuten (besser wären 300 Minuten) Bewegung mit mindestens moderater Intensität (Spazierengehen ist zu wenig) und zweimal in der Woche Krafttraining.
  • Sicherung der sozialen Unterstützung - Das bedeutet Pflegen der sozialen Kontakte in der Partnerschaft, in der Familie und im Freundeskreis. Die Wichtigkeit des sozialen Umfelds für psychische Gesundheit, sowie für Gesundheit generell, wird viel zu häufig unterschätzt. In diesem Zusammenhang spielt auch die sexuelle Zufriedenheit eine gewichtige Rolle.
  • Finger weg von giftigen Substanzen - Das bedeutet vor allem nicht zu rauchen. Der Geschlechtsunterschied bei Rauchen wird sogar für 40-60% des Geschlechtsunterschiedes in der Lebenserwartung verantwortlich gemacht. Das bedeutet aber auch, Alkohol höchstens in moderaten Mengen und nicht jeden Tag zu genießen. Empfehlungen für Männer sehen nicht mehr als zwei Seiterl Bier pro Tag vor.
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Medizinischer Experte

Dr. med.

Thomas Dorner

Public Health, Sozialmedizin

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