Magnesium als Antidepressivum?

Wissenschaftliche Studie an Mäusen

Magnesium ist vor allem in der als Brausepulver erhältlichen Form gegen Muskelkrämpfe bei Sport bekannt. Ein Wissenschafterteam an der MedUni Wien (AKH) hat jetzt die Wirkung an einzelnen Neurotransmitter-Rezeptoren untersucht. Die Substanz könnte antidepressiv wirken.

Magnesiummangel kann beim Menschen depressive Wirkung entfalten. Die Wissenschafter stellten sich deshalb die Frage, welche Neurotransmitter-Rezeptoren und Rezeptor-Komplexe in der Gehirnregion Hypothalamus/Amygdala von Magnesiummangel betroffen sind. Als verantwortlich wurde der sogenannte N-methyl-D-aspartat-Rezeptor-GluN1-Komplex identifiziert. Die Entdeckung dieses Rezeptorkomplexes sei das wichtigste Ergebnis einer soeben im neurowissenschaftlichen Top-Journal "Brain Structure and Function" veröffentlichten Studie, die unter der Leitung von Gert Lubec, Leiter der Grundlagenforschung/Neuroproteomics an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde der MedUni Wien, erstellt wurde, hieß es am Montag, 19. Mai 2014, in einer Aussendung der MedUni Wien.

Zur Untersuchung des Wirkungsmechanismus führten die Forscher im Tiermodell an Mäusen einen Magnesiummangel herbei. Danach untersuchten sie die Auswirkungen auf das Verhalten sowie die Rezeptorkomplexe im Gehirn. Als Folge der Magnesiumrestriktion (Magnesiummangel) zeigten die Tiere erwartungsgemäß ein depressives Verhalten. Demnach könnten eventuell Arzneimittel, die auf den Rezeptorkomplex wirken, auch antidepressives Potenzial haben.

Beim Hypothalamus handelt es sich um das wichtigste Steuerzentrum des vegetativen Nervensystems. Bereits sehr geringe Störungen dieses kleinen aber äußerst wichtigen Zwischenhirnareals können die menschliche Lebensfähigkeit intensiv beeinflussen. Die auch als "Mandelkern" bekannte Amygdala ist ein Kerngebiet des menschlichen Gehirns und wirkt hormonregulierend. Die Amygdala ist wesentlich an der Entstehung von Angst beteiligt und spielt allgemein eine wichtige Rolle bei der emotionalen Bewertung und Wiedererkennung von Situationen sowie der Analyse potenzieller Gefahren.

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