Diagnose der Magersucht

sehr dünne Frau in übergroßer Jean
Bei Magersucht ist die eigene Körperwahrnehmung im Hinblick auf Gewicht, Größe und Form stark beeinträchtigt. (Production Perig - Fotolia.com)

Bei Magersucht müssen auch organische Ursachen für den Gewichtsverlust abgeklärt werden wie Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, eine Schilddrüsenüberfunktion oder Diabetes mellitus.

Zur Diagnose von Anorexia nervosa werden die Kriterien der American Assosiaction of Psychiatry verwendet. Untergewicht, Furcht vor Gewichtszunahme, verzerrte Körperwahrnehmung und bei Frauen Amenorrhö (Aussetzen von mind. 3 aufeinanderfolgenden Regelblutungen) sind dabei die ausschlaggebenden Kriterien.

Diagnose des Untergewichts

Bei der Bestimmung, ob jemand untergewichtig ist oder nicht, dient der Body-Mass-Index (BMI) als wichtigstes Instrument. Dabei wird das Körpergewicht in kg durch die Körpergröße in m² dividiert.

Körpergewicht in kg
(Körpergröße in m)²

Der BMI einer 1,70 m großen Person mit einem Gewicht von 65 kg beträgt beispielsweise 22,5 und liegt damit im normalen Bereich. Würde die Person nur 48 kg wiegen wäre ihr BMI von 16,6 bereits ein erster Hinweis auf das Vorliegen einer Magersucht.

Aber auch das Geschlecht spielt hierbei eine wichtige Rolle. Liegt der BMI einer volljährigen Frau unter 17,5 bzw. bei einem volljährigen Mann unter 18,5, so ist das bereits ein erster Hinweis auf das Vorliegen einer Magersucht.

Angst vor Gewichtszunahme

Obwohl Betroffene stark untergewichtig sind, haben sie große Angst davor Gewicht zuzulegen, dick oder übergewichtig zu werden. Häufig nimmt diese Angst mit dem Fortschreiten der Gewichtsabnahme zu, vermutlich, weil es dann immer schwieriger wird noch mehr Gewicht zu verlieren.

Verzerrte Körperwahrnehmung

Die eigene Körperwahrnehmung im Hinblick auf Gewicht, Größe und Form ist gestört. Die Betroffenen empfinden sich oder bestimmte Körperteile als zu dick, obwohl sie stark untergewichtig sind. Diese Empfindungen betreffen in den allermeisten Fällen nur den eigenen Körper, andere Normalgewichtige werden nicht als zu dick empfunden.

Was ist Amenorrhö?

Dieser Begriff bezeichnet das Aussetzen von mindestens 3 aufeinanderfolgenden Regelblutungen. Aufgrund des Untergewichts kommt es zu einer hormonellen Störung - es wird zu wenig Östrogen ausgeschüttet, was zum Ausbleiben der Regelblutung führt. Kommt es zu einer Gewichtszunahme löst sich dieses Problem meist von selbst wieder.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Elisabeth Mondl
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Psychotherapeut

Richard L. Fellner

www.psychotherapiepraxis.at/

Quellen

  • Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, S. Andreae et al., Georg Thieme Verlag, 2. Auflage, Stuttgart, 2008
  • Ratgeber Magersucht, Informationen für Betroffene und Angehörige, T. Paul, U. Paul, Hochgrefe Verlag, 2008
  • Bulimie und Magersucht, Ratgeber für Eltern. K. Borgstedt, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn, 2013

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