Rauchen schadet Mann und Männlichkeit

Rauchen hat als Symbol der Männlichkeit ausgedient. (Gorodenkoff - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Männergesundheit

Das Anzünden einer Zigarette mag in manch veraltetem Weltbild ein Zeichen von Männlichkeit sein. Tatsächlich aber schadet Rauchen nachweislich der männlichen Sexualität.

Ein international weit verbreitetes Raucher-Phänomen ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern. Wenngleich Frauen in den letzten Jahren "aufgeholt" haben, ist der Raucheranteil bei Männern nach wie vor höher. Das Anzünden einer Zigarette scheint im traditionellen Rollenbild immer noch ein Zeichen der Stärke zu sein. Rein medizinisch gesehen, kehrt sich dieses Klischee aber ins Gegenteil um.

Impotenz, Spermienqualität

Denn es leidet, wenn man so möchte, gerade die Männlichkeit besonders stark unter dem Tabakkonsum. Impotenz und andere Erektionsstörungen treten bei Rauchern wesentlich häufiger auf, zudem ist die Spermienqualität eingeschränkt. Männer, die regelmäßig zur Zigarette greifen, benötigen im Schnitt mehr Versuche für die Zeugung eines Kindes. Außerdem besteht ein wesentlich höheres Risiko auf eine angeborene Erkrankung des Nachwuchses.

Lebensqualität verbessern

Wer derartigen Problemen aus dem Weg gehen, die Lebensqualität hochhalten und den Alterungsprozess des Körpers verlangsamen möchte, kommt an einem Rauchstopp nicht vorbei. Schon nach 12 Stunden Zigarettenverzicht werden die Organe wieder besser mit Sauerstoff versorgt und die Leistungsfähigkeit steigt. Nach 2 Wochen bis 3 Monaten verbessert sich merkbar die Lungenfunktion und 1 Jahr nach dem Rauchstopp ist das Risiko auf eine Herzkrankheit bereits wieder auf die Hälfte gesunken.

Der Fagerström-Test für Nikotinabhängigkeit wurde entwickelt, um die eigene Situation besser einschätzen zu können:

  • Wann nach dem Aufwachen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?
    • Innerhalb von 5 Minuten (3)
    • 06 - 30 Min. (2)
    • 31 - 60 Min. (1)
    • Nach 60 Min. (0) ____ Punkte 
  • Finden Sie es schwierig, an Orten, wo das Rauchen verboten ist (z.B. Kirche, Bücherei, Kino usw.), das Rauchen zu lassen?
    • Ja (1)
    • Nein (0) ____ Punkte 
  • Auf welche Zigaretten würden Sie nicht verzichten wollen?
    • Die erste am Morgen (1)
    • Andere (0) ____ Punkte 
  • Wie viele Zigaretten rauchen Sie im Schnitt pro Tag?
    • Bis 10 (0)
    • 11 – 20 (1)
    • 21 – 30 (2)
    • 31 oder mehr (3) ____ Punkte 
  • Rauchen Sie am Morgen im Schnitt mehr als am Rest des Tages?
    • Ja (1)
    • Nein (0) ____ Punkte 
  • Kommt es vor, dass Sie rauchen, wenn Sie krank sind und tagsüber im Bett bleiben müssen?
    • Ja (1)
    • Nein (0) ____ Punkte  

   Summe: ____ Punkte

Ergebnis:

0 - 4 Punkte: (sehr) geringe Abhängigkeit

5 Punkte: mittlere Abhängigkeit

6 - 10 Punkte: (sehr) starke Abhängigkeit

Was zu tun ist bei...

  • (sehr) geringer Abhängigkeit:
    • Mit einer klaren Entscheidung haben Sie gute Chancen rauchfrei zu werden. Planen Sie jetzt, an welchem Tag Sie mit dem Rauchstopp beginnen!
  • mittlerer Abhängigkeit:
    • Planen Sie Ihren Rauchstopp sorgfältig und entwickeln Sie Strategien für heikle Situationen. Nehmen Sie Hilfsangebote in Anspruch.
  • (sehr) starker Abhängigkeit:
    • Planen Sie Ihren Rauchstopp sehr sorgfältig und nehmen Sie Hilfsangebote in Anspruch. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Apotheker, ob es für Sie passende Nikotinersatzprodukte gibt, um mögliche Entzugserscheinungen zu lindern.

Professionelle Hilfe

Viele Raucher würden dem Tabakkonsum prinzipiell sehr gerne abschwören, scheitern aber an der körperlichen Abhängigkeit. Tatsächlich ist der Rauchstopp eine große Herausforderung, weshalb Betroffene nicht vor professioneller Hilfe zurückschrecken sollten. In Österreich ist das Rauchfrei-Telefon die erste Anlaufstelle. Dieses erreicht man unter 0 800/810 013, nähere Informationen dazu gibt es auf www.rauchfrei.at.

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof. Dr.

Rudolf Schoberberger

Gesundheitspsychologie, Rauchertherapie, Ernährung und Gewichtsreduktion

Institut für Sozialmedizin, Medizinische Universität Wien

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