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Frühtest für Lungenkrebs bald möglich?

Frühtest für Lungenkrebs bald möglich?
Zellen im Mund- und Rachenraum sind bei Lungenkrebs-Betroffen vor dem Auftreten der ersten Symptome verändert (igor - Fotolia.com)

Lungenkrebs bleibt oft lange Zeit unbemerkt, eine Methode zur Früherkennung gibt es nicht. Bestimmte Zellen verändern sich aber schon so früh, sodass ein Lungenkrebs-Schnelltest entartete Zellen erkennen könnte.

Nicht nur die Zellen des Lungengewebes verändern sich durch die Krebserkrankung, sondern auch das Gewebe im Mund und in der Nase. So wäre ein operativer Eingriff um Lungenzellen zu entnehmen nicht mehr nötig, um die Zellen zu untersuchen - ein Abstrich aus dem Inneren der Wangen würde genügen. Wird Lungenkrebs sehr frühzeitig diagnostiziert, kann eine Operation die Überlebenschance erhöhen. Häufig erkennen Ärzte Lungenkrebs aber erst, wenn es nur noch wenige Behandlungsoptionen gibt. Ein Früherkennungstest würde deshalb einen Durchbruch in der Therapie dieser schwerwiegenden Erkrankung bedeuten.

Lungenkrebszellen reagieren anders auf Licht

Das britische Forscherteam des University College London, stellte fest, dass die Zellen im Mund- und Rachenraum bei Lungenkrebs-Betroffenen schon lange verändert sind, bevor klinische Symptome auftreten. Diese Zellveränderungen wurden nun in einer neuen Studie messbar gemacht. Bei Lungenkrebs reagieren Körperzellen anders auf Lichteinstrahlung als bei nicht-erkrankten Menschen. Das Licht wird von diesen Zellen anders widergespiegelt und gebrochen.

Da es nur minimale sichtbare Veränderungen gibt, sind vor der Entwicklung eines zuverlässigen Tests noch weitere Studien nötig. Zurzeit kann nur eine Lungenkrebswahrscheinlichkeit festgestellt werden, nicht etwa eine sichere Diagnose. Da bisher aber überhaupt kein Frühtest auf dem Markt erhältlich ist, stellen die Forschungsergebnisse einen großen Fortschritt in der Bekämpfung von Lungenkrebs dar.

Diagnose per Heimtest

Langfristig erhoffen sich die Wissenschafter des University Colleges London, einen Schnelltest für zu Hause entwickeln zu können. Erst vor kurzem hat Frankreich eine gesundheitspolitische Maßnahme gesetzt, die den Verkauf von HIV-Selbsttests in Apotheken zulässig macht. Käme der Lungenkrebs-Schnelltest auf den Markt, könnten Risikogruppen auch hier einfach zu Hause feststellen, ob sie eine Erkrankung entwickelt haben und einen Arzt aufsuchen sollten.

Das Risiko für Lungenkrebs ist erhöht durch:

  • Rauchen
  • Passivrauchen
  • Belastung durch Luftschadstoffe

Da Lungenkrebs bisher nur schwierig diagnostiziert werden kann und die Therapiechancen nicht sehr gut stehen, setzen viele Regierungen auf Regelungen, die das Rauchen erschweren soll. So sind in Südkorea die Zigarettenpreise um 80 % angehoben worden. Bei einem Rauch-Stopp ist das persönliche Risiko einer Lungenkrebserkrankung nach 10 Jahren bereits um 50 % gesenkt.

Quellen

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