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11 Tipps gegen Kopfläuse

11 Tipps gegen Kopfläuse: Frau kämmt sich Läuse aus
Läuse können mit einem speziellen Läusekamm entfernt werden (Lars Zahner - Fotolia.com)

Läuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, sondern vor allem mit dem Alter: Kinder werden besonders häufig befallen. Doch auch, wenn die Übertragung schon erfolgt ist – Kopfläuse sind relativ leicht in den Griff bekommen, wenn man weiß wie.

Gerade Eltern von Kindergarten- und Volkschulkindern kennen das Problem gut: Ein anderes Kind bringt Läuse in die Gruppe  mit, und innerhalb kürzester Zeit ist die halbe Klasse befallen. Häufig informieren Kindergärtner und Lehrer dann die Eltern per Rundschreiben, dass Handlungsschritte nötig sind. Wie man Läuse am effektivsten behandelt, und was man über einen Befall wissen sollte, verraten folgende 11 Tipps. Denn wenn man das Läusemittel zu stark verdünnt, nicht die richtige Auskämmtechnik verwendet oder das Umfeld nicht mitbehandelt, kann der Läusebefall unnötig in die Länge gezogen werden.

Slideshow: 5 Tipps gegen Läuse

Tipp 1 gegen Läuse: Übertragungsweg erkennen - Zunächst gilt es herauszufinden, wie die Läuse auf dem eigenen Kopf oder jenem des Kindes geraten sind. (ra2 studio - Fotolia.com)

Tipp 1: Übertragungsweg kennen

Kopfläuse werden, häufig beim Spielen, von Kind zu Kind übertragen. Das lässt sich kaum vermeiden. Während Kinder eher von Läusebefall betroffen sind, nimmt das im Teenageralter ab:

  • Anziehender Körperduft in Kindesalter: Kinder haben eine erhöhte Gefahr eines Befalls, da ihr Körperduft für die Läuse anziehend wirkt.
  • Abwehrender Körperduft ab Teenageralter: Im Teenageralter verändert sich der Körpergeruch, was zu einer natürlichen Abwehr gegen Läuse führen kann.

Über Hauben, Kapuzen oder Stofftiere können Läuse ebenfalls übertragen werden. Doch da Gegenstände, im Gegensatz zur Kopfhaut, keine Nahrung für Läuse bieten, ist die direkte Übertragung am häufigsten. Ist eine Übertragung erfolgt, wird eine Behandlung mit einem Läseshampoo nötig.

Tipp 2: Läuseshampoo: Chemisch

Bei chemischen Läusemitteln kommen vorwiegend die Stoffe Pyrethrum, Allethrin und Permethrin zum Einsatz. Chemische Läuseshampoos gelten als am effektivsten. Manche dieser Mittel wirken allerdings neurotoxisch das heißt sie schädigen nur das Nervensystem der Läuse.

Tipp 3: Läuseshampoo: Physikalisch

Physikalische Läusemittel wirken direkt auf die Läuse, indem sie die Atemwege von Läusen, Larven und Eiern verschließen. Dabei werden Substanzen wie synthetische Silikonöle (Dimeticone) oder pflanzliche Stoffe wie Neemsamen und verschiedene Öle verwendet. Gegen physikalische Stoffe entwickeln Läuse auch keine Resistenz, wie dies bei chemischen der Fall sein kann.

Tipp 4: Einwirkzeiten unbedingt beachten

Das beste Kopflausmittel kann nicht (vollständig) wirken, wenn die Einwirkzeit nicht genau befolgt wird:

  •  Einwirkzeiten variieren je nach Art des Lausmittels (chemisch oder physikalisch).
  • Das Lausmittel muss gut auf der gesamten Kopfhaut verteilt werden, da das Auslassen von Stellen das Überleben einzelner Läuse oder ihrer Eier zulassen kann.

Tipp 5: Genügend Kopflausmittel verwenden

Das Mittel sollte nicht zu sparsam verwendet werden. Wie viel nötig ist, verrät die Packungsbeilage. Außerdem darf das Haar bei dem Auftragen nicht mehr triefend nass sein, sondern sollte (je nach Mittel) höchstens feucht oder sogar ganz trocken sein. Sonst kann es zu einer unabsichtlichen Verdünnung des Mittels kommen, was die Wirksamkeit herabsetzt. Gerade der Name Läuse"shampoo" wirkt hier häufig irreführend, da viele der Mittel nicht wie ein reguläres Shampoo anzuwenden sind.

Tipp 6: Läusekamm zum nassen Auskämmen

Ein spezieller Lauskamm ist die perfekte Ergänzung zum gewählten Lausmittel. Die Zacken des Kamms sind nahe genug aneinandergereiht, um keine Laus entkommen zu lassen. Nach der nötigen Einwirkzeit wird das Haar vorsichtig, Strähne für Strähne durchkämmt, um so die Läuse und ihre Eier mechanisch zu entfernen.

Tipp 7: Ziepen vermeiden

Um Ziepen durch den feinen Kamm zu reduzieren, ist es hilfreich, gerade lange Haare mit einer Pflegespülung oder mit Essig-Wasser (Speiseessig und Wasser im Verhältnis 2:1) vorzubehandeln.

Tipp 8: Behandlung nach 8 - 10 Tagen wiederholen

Egal, welches Läusemittel verwendet wurde: Es besteht keine Garantie, dass neben den Läusen auch all ihre Eier (Nissen) abgetötet wurden. Dadurch könnte es zu einem Nachschlüpfen nach der Erstbehandlung kommen. Um dem entgegen zu wirken, ist eine einmalige Nachbehandlung 8 - 10 Tage nach der ersten Anwendung sinnvoll. Es kann entweder dasselbe Mittel wie bei der ersten Behandlung eingesetzt werden oder ein anderes (z.B. ein chemisches statt einem physikalischen).

Tipp 9: Ruhe bewahren

Mit mangelnder Hygiene oder seltenem Kopfwaschen hat ein Läusebefall nichts zu tun. Da Läuse sich von menschlichem Blut ernähren, kann es jeden treffen, und niemand trägt "Schuld" an einer Infektion. Zudem ist die Behandlung von Läusen relativ einfach, und mit Komplikationen ist nicht zu rechnen.  

Tipp 10: Räumliches Umfeld mitbehandeln

Meistens werden Läuse direkt von Kopf zu Kopf übertragen. Um sicherzustellen, dass es nicht zu einer Neuinfektion oder Übertragung auf andere kommt, sollten jedoch auch Gegenstände mitbehandelt werden, die eventuell von Läusen befallen sind.

  • Heißes Seifenwasser: Gegenstände, die direkt mit den Haaren in Kontakt gekommen sind, sollten sorgfältig gereinigt werden. Kämme und Bürsten können daher mit heißem Seifenwasser gewaschen werden.
  • 60 Grad Celsius: Werden Bettwäsche und Handtücher bei 60°C in die Waschmaschine gegeben, ist ein Absterben der Läuse ebenfalls garantiert.
  • Tiefkühler: Bei Dingen, die nicht heiß gewaschen werden können, hilft auch eine Kältekur. Kuscheltiere etwa sollten für 48 Stunden in den Tiefkühler gelegt werden.
  • Luftdicht verpackt: Wenn Gegenstände 14 Tage luftdicht verpackt werden, kann man sich ebenfalls sicher sein, dass keine Laus überlebt hat.

Tipp 11: Nicht übertreiben

Es gibt zwar Läusesprays, die auf Gegenstände aufgetragen werden können, doch diese sind meist überflüssig. Schließlich brauchen Läuse regelmäßig Nahrung, und diese gibt es nur auf der menschlichen Kopfhaut. Falls man sich jedoch sicherer fühlt, wenn man Gegenstände mit Läusesprays mitbehandelt, ist dagegen nichts einzuwenden.

Quellen

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