Kur bei Hauterkrankungen

Kur bei Hauterkrankungen: Ellenbogen mit Hautausschlag
Schuppenflechte, Neurodermitis, Ekzeme: Bei diesen Hautschäden wird eine Kur angeboten. (Farina3000 - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Psoriasis Arthritis

Schuppende Haut oder rote Verhärtungen, wie sie etwa bei Schuppenflechte oder Neurodermitis auftreten, sind oft schwer zu behandeln.

Im Rahmen von Kuren kann das Hautbild der Betroffenen jedoch deutlich verbessert werden, zum Teil verschwinden die Symptome sogar völlig. Vor allem mit Phototherapie, Salzbädern und Klimakuren lassen sich sehr gute Ergebnisse erzielen – zumindest für die Dauer des Aufenthaltes. Für die Betroffenen, die häufig massiv unter dem starken Juckreiz leiden, eine echte Wohltat.

Häufig Juckreiz bei Hauterkrankungen

Chronische Erkrankungen der Haut sind nicht nur für alle sichtbar, sondern auch häufig mit starkem Juckreiz verbunden. Diese meist nicht heilbaren Krankheiten sind eine große Belastung für die Betroffenen und gehen im Alltag mit starken Einschränkungen einher. Kuren lassen die Betroffenen zumindest für einige Wochen einmal durchatmen und erleichtern ihr Leiden.

Bei welchen Hauterkrankungen hilft eine Kur

Nicht für alle Hautschäden wird eine Kur angeboten. Verbesserungen des Hautbildes lassen sich vor allem bei folgenden Erkrankungen erzielen:

  • Schuppenflechte (Psoriasis): Typische Kennzeichen von Schuppenflechte sind silbrig, weiße Schuppen, rot verdickte Erhebungen auf der Haut sowie starker Juckreiz
  • Neurodermitis: In der Kindheit kommt es bei Neurodermitis meist zu juckenden ekzemartigen roten Flecken in den Kniekehlen und Ellenbeugen. Erfolgt der Ausbruch erst im Erwachsenenalter, treten häufig juckende Knötchen mit Bläschen auf
  • chronische Ekzeme wie beruflich bedingte Kontaktekzeme oder atopische, also genetisch bedingte Ekzeme: Diese meist nicht ansteckenden Entzündungen der Haut äußern sich durch Rötungen, Knötchen, Schuppen, Nässen und Juckreiz

Ziel und Dauer von Kuren für die Haut

Im Rahmen von Kuren wird gemeinsam mit den Betroffenen an den Ursachen und Auslösern der Hautprobleme geforscht, mit dem Ziel, die betroffenen Personen mit Wissen über die Erkrankung zu versorgen und deren Lebensqualität zu verbessern. Bestehende Hautveränderungen sollen im Laufe der Kur abheilen bzw. zumindest schwächer werden. Bei der Wahl des Kurortes wird Rücksicht auf Reaktionen auf Allergie-Auslöser genommen.

Die Betroffenen werden im Rahmen der Kur auch umfassend über ihre Erkrankung informiert und lernen so besser mit ihr umzugehen und z. B. Auslöser zu vermeiden.

Die Dauer einer Kur hängt von den Beschwerden und dem Aufenthaltsort ab. Üblicherweise werden 3 Wochen verordnet. Findet die Kur am Meer statt, sind es 4 Wochen.

Therapiemöglichkeiten

Bei der Behandlung von Hauterkrankungen während der Kur werden verschiedene Methoden wie

  • die Lokaltherapie,
  • die systemische medikamentöse Therapie,
  • die Phototherapie,
  • die Balneotherapie,
  • die Klimatherapie,
  • Diät und Entspannungstechniken,
  • Psychotherapie

kombiniert.

Lokaltherapie

Unter einer Lokaltherapie versteht man das Auftragen von medizinischen Cremen, Salben oder Gels direkt auf die betroffenen Hautstellen. Um ein Eindringen der Medikamente zu ermöglichen, müssen bestehende Verhornungen und Schuppen erst entfernt werden. Die Wirkstoffe wirken dann nur lokal auf das behandelte Gebiet. Nach längerer Anwendung kann die Wirksamkeit nachlassen, außerdem ist die Therapie aufwendig. Mögliche Wirkstoffe: Zum Beispiel wird bei Psoriasis Kortison (lindert Entzündungen und hemmt das Immunsystem) oder Vitamin A (Retinoide hemmen eine verstärkte Zellteilung) verschrieben.

Systemische, medikamentöse Therapie

Bei dieser Therapie werden die Medikamente als Tabletten oder über Injektionen verabreicht, die dann im gesamten Körper wirken. Mit diesen wird z. B. im Fall von Psoriasis eine vermehrte Zellteilung verhindert und Entzündungen gehemmt.

Phototherapie

Hauterkrankungen werden derzeit vor allem durch die Bestrahlung mit tiefer eindringenden UV-A und oberflächlicheren UV-B Licht behandelt. In Kombination mit Medikamenten oder Salzbädern wird die Aufnahme des Lichts durch die Haut erhöht. Bei Neurodermitis kommt mittlerweile auch die Blaulichttherapie zum Einsatz.

Balneotherapie mit Jod-Schwefel- Sole- und Schwefelbädern oder Radon

Dabei werden Teer, Schwefel und Sole als Zusätze in Bäder gegeben. Der Schwefel bewirkt zum Beispiel die Ablösung der obersten Hautschichten. Solebäder weichen die äußeren Hautschichten auf. Als Ergebnis davon können Mineralstoffe besser ins Innere gelangen. Das enthaltene Salz verbessert die Durchblutung. Solebäder machen die Haut empfindlich für Licht und lassen darauffolgende Lichttherapien besonders gut wirken. Aber auch Aufenthalte am Schwarzen oder am Toten Meer sind bei Psoriasis aufgrund des hohen Salzgehaltes und des enthaltenen Magnesiums sehr zu empfehlen. In heimischen Kurzentren können durch künstliche Bäder ähnliche Erfolge erzielt werden.

Da den krankhaften Hauterscheinungen überschießende Abwehrreaktionen zugrundeliegen, die von bestimmten Botenstoffen gesteuert werden, helfen auch Kuren mit Radon. Bei einer sogenannten Radonwärmetherapie beispielsweise wird Radon über Haut und Lunge aufgenommen. Im Körper aktiviert Radon körpereigene Botenstoffe, die entzündungshemmend und heilungsfördernd wirken. Dadurch bleiben die krankhaften Überreaktionen aus und es stellt sich wieder ein natürliches Gleichgewicht ein.

Klimatherapie

Durch einen Ortswechsel können beste Erfolg erzielt werden, was nicht zuletzt mit veränderten Luftdruck, -feuchtigkeit, Temperatur, Wind, Niederschlag, Hitze und Lichtverhältnissen zusammenhängt. Ist bei Neurodermitis ein Zusammenhang zu bestimmten Allergenen bekannt, kann auch durch Vermeiden der Haut etwas Ruhe gegönnt werden.

Bei Neurodermitis gelten Kuraufenthalte im Gebirge (über 1.500 Meter Seehöhe) und an der Nordsee als vorteilhaft. Dabei werden die Komponenten Luft, Sonne und Bäder im Salzwasser kombiniert. Vor allem sogenanntes Reizklima mit ständigen Wechseln der einzelnen Elemente zeigt gute Ergebnisse, da auch Allergene kaum vorkommen.

Bei Psoriasis-Betroffenen sind vor allem das Hochgebirge, Seen und das Tote Meer für eine Behandlung anzuraten. Während am See hauptsächlich im Sommerhalbjahr gute Verbesserungen des Hautbildes erzielt werden können, eignen sich Gebirge (über 1.000 Meter Seehöhe) und Totes Meer das ganze Jahr für einen Besuch.

Ideal wäre eine Dauer von 4 bis 6 Wochen. Bei solchen Kuren treten bei vielen Patienten keine Symptome auf. Kehren sie an den Heimatort zurück, kann es allerdings wieder zu Rückfällen kommen.

Diät

Jeder Kurteilnehmer hat zumindest ein Gruppengespräch über Ernährung während seines Aufenthaltes. Wenn notwendig, bekommen die Betroffenen entsprechende Diätempfehlungen für den Alltag. Bei Psoriasis kann oft eine geringe Gewichtsabnahme das Hautbild verbessern, Übergewicht verschlechtert es. Eine eigene Diät gibt es nicht, aber das Vermeiden von Alkohol, zu süßen, fetten oder scharfen Speisen ist vorteilhaft.

Neurodermitiker wiederum vertragen oft Hühnereiweiß nicht besonders. In diesen Fällen lernen sie, wo es enthalten ist und welche Alternativen es gibt.

Entspannungstechniken

Autogenes Training, Muskelentspannung nach Jacobsen, Atemübungen zur Entspannung oder Yoga helfen, Stress abzubauen. Denn starke Emotionen sind am Ausbrechen von chronischen Hauterkrankungen oft beteiligt

Psychotherapie

Wird eine tiefer gehende seelische Krise hinter der Erkrankung vermutet, versprechen auch Psychotherapien in Form von Gesprächs-, tiefenanalytischen Therapien, Verhaltens-, Gruppen- sowie Körperpsychotherapien Linderung.

Weiterführende Informationen

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Chefarzt Univ.- Doz.

Dr. Bertram Hölzl

Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollen Betriebsges.m.b.H.

Bad Gastein

Gesundheitskompass

Quellen

  • Der Brockhaus Gesundheit, Verlag F. A. Brockhaus, 7. Auflage, Leipzig, Mannheim, 2006
  • Integrative Kurmedizin, W. Foisner (Hg.), Verlagshaus der Ärzte, 1. Auflage, Wien, 2011
  • Neurodermitis, G. Leibold, Oesch und Jopp Verlag, 3. Auflage, Zürich, 2003
  • Neurodermitis, J. Ring, A. von Zumbusch, Verlag C. H. Beck, 1. Auflage, München, 2000
  • Psoriasis, T. Rosenbach, B. Reich, Verlagshaus der Ärzte, 1. Auflage, Wien, 2004