Macht eine Diät bei Krebs Sinn?

Der beste Schutz vor Krebs ist eine ausgewogene Mischkost mit reichlich Obst und Gemüse, Verzicht auf Zucker und fettreiche Speisen sowie regelmäßige Bewegung. (PhotoSG - Fotolia.com)

Eine ausgewogene, gesunde Ernährung spielt eine wichtige Rolle in der Vorbeugung vieler Erkrankungen, auch von Krebs. Inzwischen weiß man, dass durch die richtige Ernährung jedoch auch eine bereits bestehende Krebserkrankung beeinflusst werden kann.

Dabei ist es wichtig zu wissen, dass es jedoch keine allgemein gültige "Krebsdiät" gibt. Manche der im Internet oder in Zeitschriften angebotenen Diäten und Fastenkuren können Krebspatienten mehr schaden als nutzen, manche sind sogar gefährlich. Nicht immer erhalten die Betroffenen dabei die notwendigen Kalorien oder Nährstoffe. Sie verlieren zum Teil auch wichtige Mineralstoffe mit schwerwiegenden Folgen für den Stoffwechsel.

Ernährungsbedingte Risikofaktoren

Einflüsse auf die Krebsentstehung hat - neben genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren, körperlicher Aktivität und Körperzusammensetzung - ganz wesentlich die Ernährung. Der World Cancer Found hat etwa 7.000 Studien analysiert, die die wesentlichen Risikofaktoren aufzeigen:

Risikofaktor Fett

Ein Zuviel an tierischen Fetten erhöht das Krebsrisiko (Omega 6 Fettsäuren). Es kommt zu einer verstärkten Gallensäureproduktion. Den besten Schutz bieten pflanzliche Fette, wie Olivenöl – oder auch Fischöl. Ideal ist die Kretadiät, mit reichlich Obst, Gemüse, Knoblauch, Fisch, wenig rotes Fleisch, Olivenöl

Risikofaktor Fleischkonsum

Die im Fleisch enthaltenen Proteine werden im Körper zu Ammoniak umgebaut, ein Zellgift, das die Krebsentstehung begünstigt.

Risikofaktor Alkohol

Wer mehr als 10 Gramm bis 40 Gramm Alkohol zu sich nimmt, hat ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Zum Vergleich: 1 Glas Wein enthält 20 Gramm reinen Alkohol, ½ Liter Bier 25 Gramm.

Diese Nahrungsmittel schützen vor Krebs:

Besondere Bedeutung hat Alliumgemüse, also Zwiebel und Knoblauch. Zwiebel und Lauchgemüse schützen wahrscheinlich vor Magenkrebs, Knoblauch vor Darmkrebs.

Nahrungsmittelergänzungen haben unterschiedliche Wirkungen auf den Körper und die Krebsentstehung, wer sich ausgewogen ernährt, braucht keine zusätzlichen Pillen.

Gibt es eine Krebsdiät?

Es gibt keine spezielle Krebsdiät, weder zur Vorbeugung noch zur Heilung. Schützend wirkt eine ausgewogene Kost, reich Brokkoli, Tomaten, Soja, Zitronen, Zwiebeln, Karotten. Rot-gelb-grünes Obst und Gemüse und Bewegung sind der beste Schutz vor Krebs.

Andererseits kann eine gesunde, ausgeglichene Ernährung die Lebensqualität von Krebspatienten wesentlich verbessern.

Weder für Diäten mit Stutenmilch, Krallendorntee oder Granatapfel gibt es wissenschaftliche Hinweise, die einen eindeutigen Nutzen bestätigen. Eine Ernährungsform, die häufig bei Krebserkrankungen empfohlen wird, ist die ketogene Kost. Auch für diese Ernährungsweise gilt, dass der Nutzen bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen ist und kann daher nicht empfohlen werden. Die Hypothese, die den krebshemmenden Effekten zugrunde liegt, ist, dass eine kohlenhydratarme Ernährung den sogenannten Warburg-Effekt mit sich bringt. Demnach deckten Krebszellen angeblich ihren Energiebedarf vorwiegend über die Glykolyse. Eine kohlenhydratarme Kost verlangsamt das Wachstum der Krebszellen, sie "hungert" den Krebs demnach aus. Allerdings gibt es wissenschaftlich keinen Beweis für diesen Effekt. Die Kostform führt jedoch langfristig zu einer Gewichtsabnahme und ist daher als bedenklich zu sehen.

Folgende Nahrungsbestandteile können als ergänzende Krebstherapie hilfreich sein:

Antioxidantien

Diese Substanzen, auch „freie Radikalenfänger“ genannt, fangen diese zerstörerischen Angreifer ab. Konkret sind dies z.B. die Vitamine A, B17, C und E, sowie die Spurenelemente Selen und Zink (z.B. in Getreide, magerem Fleisch)

Omega-3-Fettsäuren

Diese ungesättigte Fettsäuren sind vor allem in fettreichen Seefischen enthalten. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung, die bei fortschreitendem Tumorwachstum eine große Rolle spielt.

Enzyme

Enzyme sind Biokatalysatoren des Körpers, das heißt, sie beeinflussen Krankheitserreger indem sie diese spalten und zerstören. Die wichtigsten Enzyme sind Bromelain (in der Ananas), Papain (in der Papaya), sowie die Enzyme aus der Bauchspeicheldrüse, Trypsin und Chymotrypsin. In der Sportmedizin sind Enzyme aufgrund ihrer anti-entzündlichen Wirkung bekannt.

Was Sie selbst tun können

Eine Ernährungstherapie verbessert zwar die Lebensqualität von Betroffenen, kann aber keinen Krebs heilen. Der beste Schutz vor Krebs ist eine ausgewogene Mischkost mit reichlich Obst und Gemüse, Verzicht auf Zucker und fettreiche Speisen, sowie regelmäßig moderate Bewegung.

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Medizinischer Experte

Univ.-Prof.

Dr. Gebhard Mathis

FA für Innere Medizin, Rankweil

Präsident der Österreichischen Krebshilfe Vorarlberg

Quellen

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