Künftig weniger Parabene in Kosmetika

Künftig weniger Parabene in Kosmetika: Creme in Handfläche
Kosmetika müssen frei von Krankeheitserregern sein, dafür gibt es Konservierungsstoffe (Parabene). (Nobilior - Fotolia.com)

Konservierungsstoffe in Kosmetika können zahlreiche Hautallergien auslösen oder verstärken. Besonders schlimm ist die schädliche Wirkung, wenn die Haut nach der Anwendung verpackt wird, wie das z.B. bei Säuglingen und Windeln der Fall ist.

EU-weite Regulierungen zu Zusammenhängen zwischen Allergien und Zusatzstoffen - Sammelbegriff "Parabene" - ließen bisher auf sich warten. Das soll sich nun durch den Erlass von zwei neuen Maßnahmen ändern. Das Dilemma bei Kosmetika besteht darin, dass sie frei von Krankheitserregern, aber gleichzeitig auch frei von Konservierungsstoffen sein sollen - das stellt für die Industrie eine Herausforderung da. Denn anders als beispielsweise Lebensmittel, werden die meisten Kosmetika nicht gekühlt aufbewahrt.

Wozu dienen Konservierungsmittel in Kosmetika?

Keime können sich somit ohne die richtige Konservierung leicht verbreiten und über die Haut in den Körper eindringen. Daher ist es nötig, eine Lösung zu finden, die beides kann: keimfreie Kosmetika garantieren, ohne den Verbraucher mit schädlichen Konservierungsmitteln zu belasten. Die neuen Maßnahmen der EU gelten in Österreich für alle Produkte, die nach dem 16. April 2015 in den Handel kommen. Welche Konservierungsstoffe es gibt, und in welchen Mengen sie als schädlich gelten, zeigt folgender Überblick.

Wo sind die Stoffe zu finden und wie wirken sie?

 

KONSERVIERUNGSSTOFF

ZU FINDEN IN

MÖGLICHE GEFAHREN

NEUE REGULIERUNG

Propylparaben

 

Kosmetika auf Wasserbasis, z.B. Cremes, Lotions, Shampoos und Badezusätzen

 

  • Hautausschläge
  • Kontaktallergien
  • Besonders tief kann der Stoff in bereits gereizte Haut eindringen
  • Bei Abdeckung des Produkts, z.B. durch eine Windel, verstärkt sich die Wirkung
  • Bei abspühlbaren Produkten (Shampoos, Waschgels) weniger starke Auswirkungen zu verzeichnen

 

Bisher: 0,4 % bei einzelner Verwendung und 0,8 % bei der Verwendung zusammen mit anderen Estern.

Zukünftig: 0,14 % in beiden Fällen. Für den sensiblen Windelbereich bei Kindern ganz verboten.

 

Butylparaben

 

Gesichtcreme, Anti-Aging Creme, Sonnencremes, Make-Up, Lidschatten

 

 

Methylchloroisothiazolinon

Shampoo, Duschgel, Waschgel

Bisher: In nicht-abspülbaren Produkten erlaubt

Zukünftig: In nicht abzuspülenden Kosmetika ganz verboten.

In abspülbaren Kospetika (Shampoos, Duschgels) in einer Höchstkonzentration von 0,0015 % der Mischung in einem Verhältnis von 3:1.

Methylisothiazolinon

Shampoo,

Waschgel,

Feuchtigkeitstücher

 

Was kann man tun, wenn man nicht auf die Regulierung warten möchte?

Die neuen Maßnahmen zielen aber nach wie vor nicht darauf ab, Konservierungsstoffe ganz zu verbieten, sondern lediglich, die Menge auf ein für die meisten verträgliches Minimum zu reduzieren. Da die Haut unterschiedlich sensibel auf Inhaltsstoffe in Kosmetika reagieren kann, ist es möglich, selbst bei geringen Mengen noch Nebenwirkungen zu haben. Auch bei abspülbaren Kosmetika, wie Shampoo und Duschgels, kann eine geringe Menge auf der Haut zurückbleiben und Reizungen verursachen. Wer vermutet, dass Konservierungsstoffe in Kosmetika für Hautprobleme, z.B. Neurodermitis, verantwortlich sein könnten, sollte dies gegebenenfalls mit dem Hautarzt besprechen. Auch können Sie selbst vermehrt auf Inhaltsstoffe achten, indem Sie die Liste auf Verpackungen genauer unter die Lupe nehmen. Da Naturkosmetika im Allgemeinen mit weniger Konservierungsstoffen auskommen, kann auch der Umstieg darauf eine Möglichkeit darstellen

Quellen

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