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Kopftransplantation in 2 Jahren möglich?

Röntgenbilder von Kopf
Probleme nach einer Kopftransplantation können Abstoßung, Lähmung, Schmerz und Identitätskrise sein. (Kondor83 - Fotolia.com)

Einen Kopf auf einen gesunden Körper transplantieren? Schon in 2 Jahren soll das möglich sein - behauptet jetzt ein italienischer Neurochirurg.

Wissenschaftlich und chirurgisch sei dieses "Unsterblichkeits-Projekt" gut umsetzbar, so Sergio Canavero. Im Weg stünden lediglich die europäische Ethikkommission, die eine Kopftransplantation für fragwürdig hält: Wenn der Kopf mit Gehirn mit einem ganz anderen Körper verbunden wäre, wer ist dieser konstruierte Mensch? Canavero sieht in der Kopftransplantation aber kein ethisches Problem, sondern ein chirurgisches. Man müsse einen Weg finden, den Kopf so an eine fremde Wirbelsäule anzuschließen, dass sich der Transplantierte danach noch bewegen kann. Nach derzeitigem Stand der Medizin wäre der Mensch nach der OP querschnittsgelähmt.

Kopf-Transplantation: Finanzierung einziges Problem?

Die Kopftransplantation ist keine Frage der Machbarkeit, sondern des Geldes, so der Wissenschafter. Finanzieren möchte er das Projekt durch den Vertrieb seines Buches zum Thema: "Kopftransplantation und die Suche nach der Unsterblichkeit". Bei 1 Million verkaufter Exemplare stünden dem Forscher 10 Millionen Dollar für sein Forschungsprojekt zu Verfügung. Ist Geldmangel tatsächlich die einzige Hürde einer erfolgreichen Kopftransplantation? Medizinisch betrachtet gibt es etliche Bedenken, wie andere Neurochirurgen als Reaktion auf Canaveros Bestreben verlautbaren lassen.

Mögliche Probleme nach einer Kopftransplantation:

  • Abstoßung: Das Immunsystem des Körpers wehrt sich gegen den fremden Kopf
  • Schmerz: Gefahr von dauerhaftem Schmerz
  • Lähmung: Querschnitts- oder Teillähmung
  • Körperbild: Identitätskrise im fremden Körper

Forscher verkündet: So einfach ist die Kopftransplantation

 

1970: Kopf eines Affen transplantiert

Canaveros beharrt darauf, dass eine nebenwirkungsfreie Kopftransplantation schon in 24 Monaten Wirklichkeit werden könnte. Schon jetzt bekommt er regelmäßig Anfragen von Interessierten. Er verweist auf den Amerikaner Robert White, der bereits 1970 den Kopf eines Affen mit dem Körper eines Artgenossen verbunden hat. Dieser war nach der OP querschnittsgelähmt und ist nach 9 Tagen verstorben. Canaveros sieht dieses Experiment dennoch als vielversprechend an. In Europa sei die Ethik-Regelung derzeit jedoch viel zu strikt. Umgesetzt würde die erste Kopftransplantation laut ihm daher eher in China, Russland oder den USA.

Quellen

  • Head Transplantation and the Quest for Immortality, S. Canavero, CreateSpace Independent Publishing Platform, South Carolina, 2014

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