gesund.at - Neuigkeiten

Airbag als Zukunft der Fahrradhelme?

Der Radfahrer-Airbag öffnet sich bei einer unerwarteten Bewegung. (Stanford - Youtube.com)

Nicht zuletzt in europäischen Großstädten ist Radfahren wieder voll in Mode. Um die Sicherheit auf Autostraßen zu gewährleisten, werden mittlerweile auch innovative Kopf-Airbags entwickelt.

Mit dem Erlangen des Führerscheins büßt das Fahrrad bei den meisten Menschen einiges an Attraktivität ein. Schließlich kommt man mit dem Auto dann doch um einiges schneller von A nach B. Der Trend zu einem bewussteren Lebensstil hat aber auch dem Fahrrad gewissermaßen ein Comeback verschafft, insbesondere in europäischen Großstädten ist das Radeln heute wieder äußerst en vogue. Obwohl das Tragen eines Helmes langsam zum Standard wird, gibt es nach wie vor viele Unfälle mit schwerwiegenden Folgen.

Schal bläst sich auf

Verschiedene Anbieter wollen diesen Umstand mit einem Airbag für Radfahrer korrigieren. Der Schutz wird dabei ähnlich wie ein Schal um den Hals getragen und mit Batterien betrieben. Angebrachte Sensoren kennen die üblichen Bewegungen eines Fahrers, bei einer auffälligen Änderung reagieren sie. Kommt es also zu einem Sturz oder einem Unfall mit Auto-Beteiligung bläst sich der Airbag rund um den Kopf des Radfahrers auf, um Schlimmeres zu verhindern.

Aufprall verringert

Am Markt sind derartige Produkte bereits länger, nun gibt es aber erstmals auch wissenschaftliche Daten, die die Sinnhaftigkeit unterstreichen. Eine unabhängige Studie will erkannt haben, dass die Wucht eines Aufpralls beim Airbag sechs Mal geringer ist als bei üblichen Fahrradhelmen. Getestet wurde eine Fallhöhe von etwa 1,80m, die für viele Radunfälle durchaus repräsentativ ist.

Etwas teures Einmalprodukt

Ganz von Nachteilen befreit ist der Airbag allerdings nicht. Bedenklich ist vor allem, dass er aufgeladen sein muss, um zu funktionieren. Ist die Batterie leer, radelt der Träger praktisch ohne Schutz, Akkumanagement kann womöglich lebenswichtig sein. Außerdem funktioniert das Produkt wie bei Airbags üblich nur ein einziges Mal, nach einem Sturz muss es also ausgetauscht werden. Bei einem saftigen Preis von etwa 300€ pro Stück radelt es sich dann schon recht angespannt.

Unbedingt schützen

Darüber hinaus könnte der Airbag bei neuen Nutzern ein gewisses Vertrauensproblem haben. Schließlich fühlt sich ein Plastikschal um den Hals rein intuitiv nicht ganz so sicher an wie ein Helm auf den Kopf. Potenzial ist aber mit Sicherheit vorhanden, wenngleich für einen breiten Erfolg wohl eine Preissenkung bei gleichbleibender Qualität notwendig sein wird. Unabhängig davon welche Variante bevorzugt wird, ist der Kopfschutz beim Fahrradfahren jedenfalls unumgänglich.

  • Autor
  • Erstellungsdatum

Quellen

Mehr zum Thema