Konzentration bei Kindern steigern

Bub kann sich nicht konzentrieren
Konzentrationsstörungen nehmen zu, besonders bei den Jüngeren. (Fotofreundin - Fotolia.com)

Lustlos vor dem Heft lümmeln - viele Kinder können sich nur schwer konzentrieren, oft sind Überforderung bzw. Lernschwäche die Ursachen. Die folgenden 6 Tipps geben Hinweise, wie sich die Ausdauer verbessern lässt.

Wenn Kinder nicht bei einer Sache bleiben, sich nicht konzentrieren können und unaufmerksam sind, so schlägt sich das meist auch in den schulischen Leistungen nieder. Doch Konzentration ist ein komplexer Vorgang, der durch äußere Umstände wie Umfeld (z.B. Mobbing) oder Lehrmethoden wesentlich beeinflusst wird. Die Ursachen für Konzentrationsschwäche sind bei jedem Kind unterschiedlich, wie sich die Aufmerksamkeit längerfristig steigern lässt, verraten die folgenden 6 Tipps.

Tipp 1: Anstrengen lohnt sich

Erfolgserlebnisse sind wichtig - besonders für die Konzentrationsfähigkeit. Dabei machen Kinder auch die Erfahrung, dass es notwendig ist, gewisse Anstrengungen auf sich zu nehmen, um Dinge zu verstehen und zu begreifen. Wichtig ist es daher, das Kind von klein auf in seinem eigenen Tun und Ausprobieren zu bestärken, ihm Zeit dafür zu geben und es auch zu loben, wenn es Fortschritte macht und Aufgaben alleine bewältigt.

Kinder, die lernen durchzuhalten und mit Schwierigkeiten fertig zu werden, sind selbstbewusster, der Ehrgeiz verbessert auch die Konzentration. Auch wenn es schwer fällt, sollten Eltern nicht immer gleich die passende Antwort parat haben, sondern ihren Sprössling nach Lösungen suchen lassen.

Tipp 2: Nicht überfordern

Was kann das Kind alleine schaffen, wo muss man es unterstützen, damit es konzentriert seine Aufgaben erledigt? Diese Gratwanderung verlangt Geduld und Beobachtungsgabe, oft hilft gemeinsam zu klären:

  • Wie lautet die Aufgabenstellung? Das Kind soll sie mit eigenen Worten zusammenfassen
  • Welche Hilfsmittel sind vorhanden, das Problem zu lösen? z.B. Wörterbuch
  • In welchen Teilbereichen der Aufgabe hat der Nachwuchs Schwierigkeiten?

Tipp 3: Lernen, bei einer Sache zu bleiben

Die Spaß- und Konsumgesellschaft bietet permanente Ablenkung und Zerstreuung. Wird der "Stress" zu groß oder ist eine Sache zu langweilig, dann gibt es tausende andere Dinge um sich zu beschäftigen - immer nur oberflächlich und für eine kurze Zeitspanne. Lernen und Üben hingegen erfordert eine längere intensive Beschäftigung. Bevor die Hausaufgaben nicht erledigt sind, sollten keine andere Aktivitäten in Angriff genommen werden. Diese klaren Grenzen sind notwendig, damit Kinder lernen Bedürfnisse aufzuschieben.

Tipp 4: Gemeinsam kreativ sein

Gemeinsames Spielen fördert die Ausdauer des Nachwuchses, der Spaß sollte dabei im Mittelpunkt stehen. Besonders ungeduldige Kinder profitieren auch in der Steigerung der Konzentration von gemeinsamen Aktivitäten. Die Spiele (Gesellschaftsspiele, Ball-, Rollen,- Geschicklichkeitsspiele…) sollten dem Alter und dem Interesse des Sprösslings angepasst werden. Wichtig dabei ist das Einhalten von Regeln und das Beenden eines angefangenen Spiels.

Tipp 5: Für einen ruhigen Arbeitsplatz sorgen

Das eigene Zimmer ist der ideale Platz für Hausaufgaben, denn in anderen Räumen ist die Ablenkung oft groß:

  • Fernsehen, Radio hören, Handy spielen etc. ist während der Erledigung der Hausaufgaben tabu.
  • Wichtig ist ein Terminkalender, wo alle Abgabetermine, Schularbeiten etc. vermerkt sind.
  • Das Kind sollte erst zum Spielen kommen, wenn die Hausaufgaben erledigt sind.

Tipp 6: Unterstützung suchen

Sollten die Konzentrationsstörungen längere Zeit andauern, ist es hilfreich, mit den Lehrern über die Fähigkeiten, die Leistungsbereitschaft und die Arbeitshaltung zu sprechen, es kann auch helfen, sich mit Schulpsychologen zu beraten.

Weiterführende Informationen

  • Konzentration stärken, H. Weyhreter, Urania Verlag, Stuttgart, 2014

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