Kinder sollen künstlich gesüsste Getränke vermeiden

Bedenklichkeit künstlicher Süssstoffe ungeklärt

Ob künstliche Süssstoffe für Kinder bedenklich sind, lässt sich anhand der verfügbaren wissenschaftlichen Daten nicht beurteilen.

Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz. Sie empfiehlt, dass Kinder keine künstlich gesüssten Getränke trinken sollten.
In einer früheren Studie war die von Kantonen und Krankenversicherern getragene Stiftung zum Schluss gekommen, dass Süssgetränke beim zunehmenden Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen eine grosse Rolle spielen. Im Jahr 2012 waren 19 Prozent der Schweizer Primarschulkinder übergewichtig, 7 Prozent sogar adipös, wie die Stiftung am Donnerstag mitteilte.

Datenlage unzureichend für klare Aussage

Doch wie wirken sich künstlich gesüsste, kalorienreduzierte Produkte aus? Im Auftrag der Stiftung durchforstete Stefanie Murer vom Labor für Humanernährung der ETH Zürich die vorhandene Literatur zum Einfluss von Süssstoffen auf folgende Aspekte bei Kindern und Jugendlichen: Nahrungsaufnahme, Körpergewicht, Metabolismus, Verhalten, Kopfschmerzen, Epilepsie, Krebs und Zahngesundheit.
Ihr Fazit: "Die wissenschaftliche Datenlage für die meisten dieser Auswirkungen ist unzureichend, um das Risikopotenzial von Süssstoffen bei Kindern und Jugendlichen umfassend abschätzen zu können." Es könne aber mit grosser Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Süssstoffe weder den Appetit anregen noch langfristig eine Gewichtszunahme fördern.
Murer konnte indes keinen Hinweis dafür finden, dass künstlich gesüsste, energiereduzierte Produkte zu einer langfristigen Gewichtsreduktion beitragen. Somit gebe es zwar keine Anhaltspunkte, dass Süssstoffe gesundheitlich bedenklich sind, sofern sie unter den täglichen empfohlenen Grenzwerten konsumiert werden. Doch das Risiko könne zurzeit nicht abschliessend abgeschätzt werden.
Deshalb empfehlen die Autorin und die wissenschaftliche Begleitgruppe, in der Ernährung von Kindern und Jugendlichen auf den Konsum von künstlich gesüssten, energiereduzierten Produkten möglichst zu verzichten.
Damit solle verhindert werden, dass die Kinder eine Vorliebe für süsse Lebensmittel entwickeln und gesüsste Lebensmittel als Lebensmittel mit reduzierter Kaloriendichte betrachten. Als geeignete Getränke werden Wasser und ungesüsste Tees empfohlen.

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Quellen

  • APAmed, Gesundheitsförderung: Keine künstlich gesüssten Getränke für Kinder, 13.06.2014