Kinder sind klüger als ihre Eltern

Kinder höheren IQ als Eltern: Bub steht vor Tafel mit mathematischen Formeln
Laut Statistik ist der Nachwuchs seinen Eltern in Sachen Intelligenz voraus. (lassedesignen - Fotolia.com)
Statistisch betrachtet sind Ihre Kinder klüger als Sie! Denn jede neue Generation ist intelligenter als die vorangegangene, bestätigte jetzt eine Studie der University of Aberdeen in Schottland.

Dazu maßen die Forscher den IQ von insgesamt 751 Menschen, die entweder 1921 oder 1936 geboren wurden. Mindestens zwei Mal mussten beide Gruppen einen Intelligenz-Test absolvieren. Alle Versuchsteilnehmer waren in der gleichen Region in Schottland aufgewachsen und hatten somit ähnliche gesundheitliche Lebensbedingungen, die das Gehirn beeinflussen könnten. Bereits im Kindesalter lag der IQ bei der später geborenen Gruppe höher. Dieser Effekt wurde im Alter sogar verstärkt: Mit 62 Jahren war der IQ der 1936 geborene Gruppe um ganze 16,5 IQ-Punkte höher, als bei jenen, die 1921 zur Welt gekommen waren.

IQ - was ist "normal"?

Der Intelligenzquotient soll Intelligenz auf einer Skala mit der restlichen Bevölkerung vergleichen. Diese Skala wurde so gewählt, dass zwei Drittel der Bevölkerung einen IQ zwischen 85 und 115 Punkten haben. Der Durchschnitt liegt etwa bei 100. Leichte Schwankungen je nach Tagesverfassung sind möglich. Auch Medikamente und Kaffee-Konsum können das Testergebnis beeinflussen.

Gehirn verändert sich im Laufe des Lebens

Roger Staff, der die Studie in Schottland leitete, betont aber auch, dass der IQ keine feste Zahl ist, die das ganze Leben lang konstant bleibt. Das Gehirn ist nämlich dazu in der Lage, immer wieder neue Verknüpfungen zu formen, auch im Alter. Wer etwa Gedächtnis-Training betreibt, ein aktives Sozialleben führt und Sport macht, kann z.B. auch Demenzerkrankungen vorbeugen. Kinder können demnach einen (leicht) anderen IQ haben als im Erwachsenenalter.

Das zeigte sich auch in der Studie, die verschiedene Geburtsjahrgänge miteinander verglich:

  • 11 Jahre: In diesem Alter hatte die Gruppe aus dem Jahr 1936 insgesamt 3,7 IQ Punkte mehr als die 1921 Geborenen.
  • 62 Jahre: Im Alter verstärkte sich der Effekt, der sich bereits in jungem Alter abzeichnete. Jetzt lagen zwischen den zwei Gruppen ganze 16,5 IQ Punkte Unterschied.

Immer intelligenter dank "Flynn-Effekt"

Trotz Schwankungen des IQs im Laufe des Lebens zeigt sich, dass Menschen im Durchschnitt pro Jahrzehnt um etwa 3 bis 4 IQ-Punkte dazu gewinnen. Kinder sind in der Regel etwas klüger als ihre Eltern. Diesen IQ-Zuwachs bemerkte erstmals Professor James R. Flynn, und das Phänomen wurde nach ihm - "Flynn-Effekt" benannt.

Als mögliche Gründe für die kontinuierlich steigende Intelligenz gelten:

  • Bessere Verfügbarkeit von Lebensmitteln
  • Verbesserte gesundheitliche Versorgung
  • Höhere Lebensstandards
  • Mehr soziale und wirtschaftliche Möglichkeiten

Quellen

Mehr zum Thema