Kinder ernähren sich mit Anreizen gerne gesünder

Anreize Kinder gesünder essen: Kind bereitet gesunden Salat zu.
Wettberwerbe können Anreize sein, damit sich Kinder gerne gesünder ernähren. (Oksana Kuzmina - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Gesunde Jause

Viele Eltern kämpfen damit, ihre Kinder mit ausreichend Gemüse und Obst zu versorgen. Der Widerstand der Kleinen ist dabei oft beachtlich. Dabei ist eine gesunde Ernährung gerade in der Kindheit Voraussetzung für die optimale körperliche Entwicklung.

Nun hatten Forscher eine kreative Idee, Kinder zu einem höheren Verzehr von Gemüse und Obst zu animieren. Sie verpackten das Thema geschickt in einen Wettbewerb. Kinder wurden dabei mit einem Sticker belohnt, wenn sie beim Mittagessen in der Schule ein Stück Gemüse oder Obst verzehrten. Dadurch wurde der Konsum von gesunden Lebensmitteln während der Mittagspause um über 30 % gesteigert.

Mädchen stärker motiviert als Buben

Das Forschungsprojekt fand insgesamt 6 Wochen lang an 31 Volkschulen in England statt und wurde von der University of Barth geleitet. Dabei wurden verschiedene Modelle des gleichen Belohnungs-Prinzips getestet. Anfangs konnten die Kinder lediglich Sticker sammeln - diese stellten bereits die Belohnung dar. Um zusätzlichen Anreiz zu schaffen, konnten die Kinder in der nächsten Phase Sticker sammeln und mit diesen am Ende der Woche ein kleines Bonus-Geschenk erhalten, wie etwa einen besonderen Stift. In einer anderen Version wurden die Kinder in Kleingruppen geteilt. Nur das Kind mit den meisten Stickern erhielt dabei ein Zusatzgeschenk, was den Wettbewerbs-Ansatz verstärkte.

Bei vorangegangenen Studien, in denen es ebenfalls um Wettbewerbsverhalten unter Kindern ging, zeigten sich Buben durch das Antreten gegeneinander stärker motiviert als Mädchen. Während in der Nahrungs-Studie der University of Barth Mädchen und Buben mehr Gemüse und Obst aßen, war die Verhaltensänderung bei Mädchen aber noch stärker beobachtbar. Dieses Ergebnis der Studie ist relevant, da Mädchen statistisch betrachtet ohnehin gesünder essen als Buben.

Gesundes Schul-Essen kann soziale Unterschiede ausgleichen

Ein wichtiger Aspekt der britischen Schulstudie besteht darin, dass Kinder aus sozial schlechter situierten Familien häufig ungesünder essen. Oft fehlt die Zeit, das Geld, oder das Wissen, Kindern gesundes Essverhalten näher zu bringen. Wenn Kinder also in der Schule über gesundes Essen lernen, kann das gesundheitliche Unterschiede ausgleichen, die durch die soziale Stellung der Eltern bedingt sind. Die Hoffnung besteht darin, dass so Verhaltensweisen geschaffen werden, die sich auch außerhalb des Schulumfeldes auswirken.

Quellen

Mehr zum Thema