Katzen: Menschliches Erbgut gefunden

Katzen: Menschliches Erbgut gefunden - Kätzchen schläft
Das Zusammenleben von Katze und Mensch hinterlässt im Erbgut der Haustiere Spuren. (maksymowicz - Fotolia.com)
Bei der Untersuchung des Erbguts von Hauskatzen stellten Forscher fest: Hauskatzen unterscheiden sich von Wildkatzen durch menschliche Gene.

Das Zusammenleben von Katze und Mensch hinterlässt im Erbgut der Haustiere Spuren. Erbanlagen, wie Gedächtnis, Lernen anhand von Belohnung und Verhalten, das durch Angst gesteuert wird, wurden dadurch in den letzten Jahrhunderten bei Hauskatzen verändert. Wissenschafter der Washington University School of Medicine untersuchten zunächst die Gene der Abessinierkatze. Diese spezifischen Informationen verglichen sie im nächsten Schritt mit sechs anderen Hauskatzenrassen. Anschließend wurde ein Vergleich zu Wildkatzen und anderen Säugetieren gezogen.

Katzen nicht vollständig domestiziert

Im Gegensatz zu Hunden sind Katzen nur semi-domestiziert. Das bedeutet, dass sie auch unabhängig vom Menschen leben können. Ohne mit Futter versorgt zu werden, sind sie in der Lage, zu überleben und ihre Nachkommen aufzuziehen. Zudem haben sich Katzen wahrscheinlich selbst domestiziert. Um ihre Überlebenschancen zu sichern, haben sie sich von selbst dem Menschen angeschlossen, der sie für die Schädlingskontrolle von Getreidevorräten einsetzte. Andere Haustiere dahingegen wurden vom Menschen bewusst zu seinem Nutzen domestiziert, wie z.B. Hunde.

Unterschiede zu Wildkatzen größer als angenommen

Da Katzen nach wie vor von dem Menschen unabhängig leben können, gingen die Forscher davon aus, dass ihre Gene denen von Wildkatzen sehr ähnlich sind. Dabei waren in fünf Gehirnregionen Unterschiede zu erkennen, die sich direkt auf das Zusammenleben mit dem Menschen zurückführen lassen.

Die genetischen Untersuchungen zeigten folgende Unterschiede:

  • Verhalten bei Angst
  • Belohnungsgesteuertes Lernverhalten
  • Gedächtnisvermögen und Gedächtnisfunktion

Neben den Genen, die das Verhalten der Hauskatze prägen, fanden die Wissenschafter auch Hinweise auf den ausgeprägten Hör- und Sehsinn bei Katzen in ihrem Erbgut.

Die Hauskatze als Begleiter des Menschen

Mehr als eine halbe Milliarde Hauskatzen gibt es derzeit. Bildliche Darstellungen aus dem alten Ägypten zeigen, dass Menschen bereits vor 4.000 Jahren Katzen gehalten haben. Doch Knochenfunde gehen noch weiter zurück: Bereits vor 9.000 Jahren wurden Menschen mit ihren Katzen beerdigt. Die damaligen Katzen waren etwas größer als die, die wir heute halten, aber immer noch kleiner als die europäische Wildkatze, der nächste Verwandte der Hauskatze.

Quellen

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