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Katie Hopkins: Übergewichtige sind selbst schuld

Vorher und Nachherbild Gewichtszunahme Katie Hopkins.
Katie Hopkins dünn und dick. (tlc_uk)

Die britische Journalistin Katie Hopkins nahm in nur 3 Monaten absichtlich 25 kg zu, um sie anschließend wieder los zu werden. In der Doku, die sie darüber drehte, verurteilt sie übergewichtige Menschen hart für ihr Ess- und Sportverhalten.

Ausreden für Übergewicht gäbe es viele, so Hopkins, aber die Journalistin lässt keine davon gelten. Weder "schwere Knochen" noch "schlechte Gene", nicht einmal eine unbehandelte Schilddrüsenunterfunktion dürfe man für die überschüssigen Kilos verantwortlich machen. Wer zu viel wiegt, müsse sich einfach "weniger ins Gesicht stopfen" und sich mehr bewegen. Täglich schockiert Hopkins mit neuen diskriminierenden Kommentaren. Übergewichtige, so ihre Ansicht, werden in der Gesellschaft tagtäglich benachteiligt - und das zu Recht, wie sie findet.

Die verhassteste Frau Englands

In England gilt Hopkins, die in zahlreichen Talkshows und Interviews auftritt, deshalb mittlerweile als Feindbild Nummer 1. Auf Facebook gibt es sogar eine Katie-Hopkins-Hass-Seite, zurzeit 69.111 Mitglieder, auf der ihre Gegner öffentlich ihren Unmut kundtun. Das sieht Hopkins gelassen:

"Ich greife niemanden an. Ihr entscheidet euch dafür, euch angreifbar zu machen. Ihr müsst bessere Entscheidungen treffen. Steht zu euren Problemen."

Abnehm-OPs nur für Faule?

Sie schiebt die Verantwortung für die eigene Gesundheit und das eigene Aussehen ganz klar in den Bereich jedes Einzelnen. Medizinische Lösungen, selbst bei sehr starker Adipositas, hält sie für nicht angemessen:

"Magenbaypassoperationen sollten nicht von der Krankenkasse übernommen werden. Du kannst es dir leisten, fett zu werden? Dann kannst du dir auch die faule Art leisten, abzunehmen."

Diskriminierung am Arbeitsplatz ist in Ordnung

Für Menschen, die aufgrund ihres Übergewichts Schwierigkeiten in der Arbeit oder bei der Jobsuche haben, hat Katie Hopkins wenig Verständnis. Durch den Selbstversuch hätte bewiesen, dass Abnehmen mit gesunder Ernährung und Sport möglich ist, und ist deshalb davon überzeugt, dass jeder es ihr einfach nachtun kann. Wer das aufgrund mangelnder Willenskraft nicht schafft, darf sich auch nicht wundern, wenn er diskriminiert wird:

"Diese fette Frau sagte mir, dass sie keinen Job bekommen könne, weil sie lockige Haare hatte….nicht weil sie 190 kg wog."

Laut eigener Aussage würde Hopkins niemals übergewichtige Menschen einstellen, weil sie faul aussähen und aufgrund ihrer Gesundheit ein hohes Risiko für Krankheitstage hätten. Beides wäre für Unternehmen schädlich.

Negativ-Botschaft an Übergewichtige

Katie Hopkins äußerte sich auch vor ihrem Selbst-Experiment bereits negativ über übergewichtige Menschen und zeigte ihnen gegenüber keinerlei Mitgefühl. Durch ihr absichtliche Gewichtszu- und anschließende -abnahme fühlt sie sich aber in ihrer Meinung noch weiter bestätigt. Ihre Doku "My Fat Story" verbreitet aber nicht etwa eine aufmunternde Botschaft an Übergewichtige, im Sinne von "Ich habe es geschafft, ihr könnt das auch". Vielmehr sieht Hopkins es als längst überfällig Pflicht jedes Menschen mit ein paar Kilos zu viel, diese loszuwerden. Weil es - vermeintlich - die Gesellschaft so will, um das Gesundheitssystem kostentechnisch zu entlasten, und einfach um nicht so "fett" auszusehen. #MyFatStory

Quellen

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