Kälte lässt Kalorien schneller purzeln

Kälte lässt Kalorien schneller purzeln: Frau im Schnee.
Kälte dürfte bei der Umwandlung von weißem Fett zu beigem Fett eine Rolle spielen. (drubig-photo - Fotolia.com)
"Beiges" Fett zählt zu gutem Körperfett und verbrennt verstärkt Kalorien. US-Amerikanische Forscher untersuchten es und stellten fest: Es wird besonders bei Kälteeinwirkung aus weißem Körperfett gebildet.

Übergewicht und Adipositas erhöhen das Risiko, an einem Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes zu erkranken. Auch chronische Rückenschmerzen und sogar die Entstehung von Krebs werden gefördert. Aufgrund dieser Risiken wird "Fett" oft mit "krank" assoziiert. Wissenschafter der University of Kentucky finden jedoch, dass sich nicht alle Fettarten gleich schädlich auswirken. So wie Babys braunes Fett haben, um sich vor Kälte zu schützen, können vielleicht auch Erwachsene Fett bilden, das vermehrt Körperwärme produziert. Dieses könnte vor den negativen gesundheitlichen Folgen von Übergewicht schützen.

Verschiedene Fettarten

Gesundheitsförderndes, braunes Fett, das vermehrt Kalorien verbrennt, haben nur Babys, und es geht mit der Zeit verloren - so die Annahme bisher. Wissenschafter sind nun jedoch der Meinung, dass es eigentlich drei verschiedene Fettarten gibt:

  • Weißes Fett: Ungesundes Fett, das bei Übergewicht zunimmt
  • Braunes Fett: Schützt Babys vor Kälte
  • Beiges Fett: Weißes Fett kann bei Erwachsenen durch Kälteeinwirkung in beiges Fett umgewandelt werden und verbrennt dann Kalorien

Bildung von beigem Fett

Wie genau sich weißes Fett in beiges Fett verwandelt, ist noch nicht völlig geklärt. Kälte dürfe dabei jedoch eine große Rolle spielen. An der University of Kentucky verglichen Forscher die Fettansammlungen an Hüfte und Bauch bei 55 Personen im Winter und im Sommer. Dabei stellten sie fest, dass Gen-Marker, die mit beigem Fett in Verbindung gebracht werden, vermehrt im Winter zu finden waren. Das bestätigte sich, als die Wissenschafter gezielt Eispackungen auf Fettpölster ihrer Studienteilnehmer auflegten. Auch danach deuteten Gen-Marker auf die Zunahme von beigem Fett hin.

Die Forscher glauben deshalb, dass die Umwandlung in beiges Fett erfolgt, um den Körper, ähnlich wie bei dem braunen Fett von Babys, vor der Kälte zu schützen. Demnach wandelt beiges Fett effizienter Kalorien in Körperwärme um. Dieser Prozess könnte zur Reduktion von Übergewicht beitragen. Ein Problem dabei ist jedoch, dass gerade übergewichtige Menschen (BMI größer als 30) laut Studie schwerer beiges Fett herstellen - möglicherweise, weil ihr vorhandenes weißes Körperfett sie ohnehin bereits ausreichend vor Kälte schützt. Entzündungsprozesse im Körper dämpfen ebenfalls die Umwandlung von weißem Fett in beiges. Vielleicht können also gerade jene Menschen kaum beiges Fett bilden, die gesundheitlich am meisten davon profitieren würden.

Quellen

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