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Mitzittern: Kälte ist ansteckend

Mitzittern: Kälte ist ansteckend: Mann im Schnee
Bereits die Vorstellung von jemand anderem, der gerade friert, reicht aus um selbst Kälte zu empfinden. (Dudarev Mikhail - Fotolia.com)

Ob wir frieren oder uns angenehm warm ist, hängt nicht nur von der Außentemperatur ab. Sehen wir anderen Menschen beim Zittern und Bibbern zu, sinkt gleichzeitig die eigene Körpertemperatur ab. Das fanden Forscher der University of Sussex in England heraus.

Wenn wir uns in andere hineinversetzen, kann das nicht nur emotionale, sondern auch körperliche Reaktionen auslösen. So erklärt sich, warum wir gleich mitgähnen müssen, obwohl nur unser Gegenüber müde ist. Das scheint auch für Mit-Frieren zu gelten. Wissenschafter baten Freiwillige, sich Videos anzusehen. Das darauf vorhandene Bildmaterial zeigte menschliche Hände, die entweder in ein Gefäß mit warmem Wasser, oder aber mit Eiswürfel-Wasser gesteckt wurden. Sahen die Probanden den Kontakt zu Eiswasser, sank als Reaktion gleich die Temperatur in ihren eigenen Händen ab.

Vorstellung reicht zum Frieren aus

Bereits die Vorstellung von jemand anderem, der gerade friert, reicht aus um selbst Kälte zu empfinden. Dabei konnten die Versuchsteilnehmer noch nicht einmal die Gesichter der Personen auf den Videos sehen, sondern nur ihre Hände. Sie konnten also die Gefühle der Menschen im Bild nur erahnen, nicht aber direkt ablesen. Die Erklärung für die überraschenden Untersuchungsergebnisse könnte also entweder sein, dass wir mit Frierenden mitfühlen.

Oder aber, schon der Gedanke an kaltes Wasser führt dazu, dass wir frieren! Denken Sie das nächste Mal an einen warmen Strand, wenn Ihnen kalt ist, oder an einen erfrischend-kühlen Pool, wenn Sie schwitzen – einen Selbstversuch ist es allemal wert!

Empathische Menschen frieren leichter

Vor der Video-Sichtung ließen die Wissenschafter die Versuchsteilnehmer einen psychologischen Fragebogen ausfüllen. Dadurch ergab sich, dass besonders empathische Menschen stärker Kälte empfanden, wenn sie anderen beim Frieren zusahen. Daher vermuten die Forscher, dass unser zwischenmenschliches Empfinden uns nicht nur z.B. freundlicher zu anderen sein lässt, die gerade eine schwere Zeit durchmachen. Auch wortwörtlich fühlen wir tatsächlich mit anderen mit.

Quellen

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