Jugendparlament diskutiert über Tabak & Alkopops

Die Plenarsitzung live aus dem Burgenland übertragen

Wien (OTS) - Alkopops, Zigaretten, Energydrinks. Suchmittel wie diese sind in Österreich leicht erhältlich und laut internationaler Studien gerade bei jungen Menschen hierzulande beliebt.

Im Rahmen des Jugendparlaments heute, 06.06.2014, beraten Burgenländische SchülerInnen der 9. Schulstufe deswegen über rechtliche Maßnahmen, um den gesundheitlichen Schaden durch Alkohol, Tabak und leistungssteigernde Getränke zu begrenzen. Bei Klubdebatten und in Ausschusssitzungen erörtern die über 90 teilnehmenden Jugendlichen eine fiktive Gesetzesvorlage in Verfassungsrang, die den Erwerb und Konsum dieser legalen Suchtmittel österreichweit bis zum 21. Lebensjahr untersagt. Viel Überzeugungsarbeit wird den SchülerInnen dabei abverlangt, immerhin müssen sie bei der Plenarsitzung am Ende des Jugendparlaments unter dem Vorsitz von Zweitem Nationalratspräsidenten Karlheinz Kopf eine verfassungsmäßige Mehrheit für diesen Gesetzesbeschluss erreichen. Wie sie die Parteilinien ihrer "Klubs" vertreten und ob sie tatsächlich einen Kompromiss finden, lässt sich im Internet via Livestream verfolgen. Die Plenardebatte wird von 15.00 bis ca. 16.00 auf http://www.ots.at/Parlamentstream übertragen.

Jugendparlament: Politik macht Schule

Dritter Nationalratspräsident Norbert Hofer begrüßte in der Früh alle TeilnehmerInnen des Jugendparlaments im Nationalratssitzungssaal. Hofer verlieh dabei seiner Hoffnung Ausdruck, dass die SchülerInnen durch den heutigen direkten Kontakt mit dem Parlamentarismus zur aktiven Teilhabe an der Politik motiviert werden. Für die Gestaltung der Zukunft Österreichs seien nämlich engagierte junge Leute überaus wichtig, betonte er.
Am Vortag hatte bereits der amtierende Bundesratspräsident Michael Lampel die SchülerInnen im Hohen Haus willkommen geheißen. Für den Vorsitzenden der Länderkammer ist die entscheidende Aufgabe des Jugendparlaments, den parlamentarischen Gesetzgebungsprozess auch jungen Menschen in seiner ganzen Komplexität zu vermitteln. Denn tatsächlich gestalten sich Lampel zufolge die Verhandlungen über einen Gesetzesentwurf zwischen den verschiedenen politischen Parteien um einiges schwieriger, als man in der Öffentlichkeit wahrnehme.

Echtes parlamentarisches Verhandlungsgeschick

Damit die JungparlamentarierInnen bei ihren Debatten über die Regierungsvorlage nicht alleine gelassen werden, helfen ihnen "echte" Abgeordnete sowie MitarbeiterInnen der Parlamentsdirektion mit Tipps durch den Sitzungstag. Von den Fraktionen zur Unterstützung für die SchülerInnen nominiert wurden diesmal Katharina Kucharowits, SPÖ; Nikolaus Berlakovich, ÖVP; Petra Steger, FPÖ; Julian Schmid, Grüne; Rouven Ertlschweiger, Team Stronach; und Nikolaus Scherak, NEOS. Kinder- und Jugendfacharzt Klaus Vavrik, Gesundheitspsychologe Raimund Wöss und Jugendforscher Manfred Zentner stehen außerdem als Themenexperten zur Verfügung.

Mit dem Jugendparlament, das auf Einladung von Nationalratspräsidentin Barbara Prammer halbjährlich tagt, werden junge Menschen an der Schwelle zum Wahlalter mit demokratischen Entscheidungsprozessen vertraut gemacht. Nicht nur soll ihr Blick auf die Politik dabei geschärft werden, auch ihr Interesse am Parlamentarismus generell will man so steigern. Bewerben können sich für die Teilnahme am Jugendparlament immer SchülerInnen aus dem aktuellen Vorsitzland des Bundesrats. Folglich wählte eine Fachjury für das heutige Jugendparlament SchülerInnen aus dem Burgenland, nämlich Angehörige des Moduls "Politische Bildung" im Gymnasium der Diözese Eisenstadt sowie die Klassen 5B des BORG Jennersdorf, 1AK der Bundeshandelsakademie Neusiedl und 1 BHEL der HTL Pinkafeld. (Schluss) rei
HINWEIS: Fotos vom Jugendparlament 06/14 finden Sie im Fotoalbum auf www.parlament.gv.at.

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Quellen

  • APA med, Alkopops, Tabak & Co: Jugendparlament macht Suchtmittel zum Thema, 06.06.2014