Italien fordert 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz

Schweizer Pharmakonzerne im Visier

Das italienische Gesundheitsministerium fordert rund 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz von den Schweizer Pharmakonzernen Novartis und Roche.

 Es wirft den Unternehmen wettbewerbsbehindernde Absprachen bei der Vermarktung von Medikamenten vor, wie aus einer am Mittwochabend, 28.05.2014 veröffentlichten Mitteilung hervorgeht. Die Konzerne waren deshalb bereits im März von den italienischen Kartellbehörden mit einer Strafe von je rund 90 Millionen Euro belegt worden.

Nach Ansicht der Behörden und des Gesundheitsministeriums haben Roche und Novartis zusammengearbeitet, um Ärzte dazu zu bringen, ein teureres Augen-Medikament zu verschreiben, anstatt die günstigere Alternative. Das Gesundheitsministerium fordert nun für die Jahre 2012 bis 2014 insgesamt 1,2 Milliarden Euro Schadensersatz. Die italienische Wettbewerbsbehörde hatte berechnet, die Absprachen hätten das Gesundheitssystem Hunderte Millionen Euro gekostet.

Die Unternehmen wiesen die Forderungen in ersten Stellungnahmen laut Nachrichtenagentur Ansa zurück. Roche zeigte sich überrascht und teilte mit, die genannten Summen seien "irreal". Nach Ansicht von Novartis ist die Schadensersatzforderung "unbegründet".

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Quellen

  • APA med, Italien fordert Schadenersatz von Pharmakonzernen Novartis und Roche, 30.05.2014