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Die Internetsucht ist weiter im Vormarsch!

Das Internet hat sich als wichtiger Bestandteil im Leben vieler Jugendlicher etabliert. (Syda Productions - Fotolia.com)

Dass Jugendliche immer mehr Zeit in der virtuellen Welt verbringen, ist wohl mehr als nur eine gefühlte Wahrheit. Internet- und Computerspielsucht gewinnen weiterhin an Bedeutung.

Bei der Messe "gamescom" in Köln werden dieser Tage die neuesten Titel und Trends der Computerspielebranche präsentiert. Die Deutsche Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat den Anlass genützt, um Zahlen zum Medienkonsum junger Menschen zu veröffentlichen. 22 Stunden pro Woche verbringt demnach der durchschnittliche deutsche Jugendliche mit der Nutzung des Internets oder Computerspielen.

Entzugserscheinungen

Die Zahlen beziehen sich auf die Gruppe der 12 bis 17Jährigen, von denen 5,8% ein suchtähnliches Internet- oder Computerspielverhalten zeigen. Zu erkennen ist dies etwa daran, wenn andere Interessen oder schulische Aufgaben unter dem Hobby leiden. Viele zeigen bei längerer Internet- oder Spieleabstinenz regelrechte Entzugserscheinungen. Sie sind dann etwa besonders leicht reizbar, ziehen sich zurück oder neigen gar zu Depressionen.

Immer mehr Betroffene

Die aktuelle Statistik zeigt eine äußerst beunruhigende Entwicklung, denn die Zahl ist seit 2011 um etwa 3% gestiegen. Bei den Mädchen soll es fast doppelt so viele Betroffene wie noch vor 6 Jahren geben. Zwischen den beiden Geschlechtern sind prinzipiell Unterschiede festzustellen, die durchaus gängigen Klischees entsprechen. Burschen entwickeln häufig eine etwas zu groß geratene Affinität zu Computerspielen, während Mädchen sich gerne mal von den sozialen Medien gefangen nehmen lassen.

Folgen nicht unterschätzen

Eine ausgewachsene Internet- oder Computerspielesucht mag keine direkten körperlichen Folgen haben, sollte aber keinesfalls unterschätzt werden. Betroffene sind von ihren geliebten Geräten oft derart abhängig, dass sie sich aus dem Sozialleben fast vollständig zurückziehen. Die entstehende Isolation kann von der virtuellen Welt nicht aufgefangen werden, psychische Probleme sind eine häufige Folgeerscheinung. Starkes Suchtverhalten kann zudem die Fähigkeit, einer beruflichen Tätigkeit nachzugehen, einschränken.

Schulen und Eltern gefordert

Wenn es um ein Aufhalten des beunruhigenden Trends geht, sind wohl zu aller erst die erziehenden Erwachsenen gefragt. Lehrer könnten versuchen, das Vermitteln einer sinnvollen Mediennutzung in den Schulalltag einzubauen. Eltern hingegen müssen sich auch in dieser Hinsicht ihrer Vorbildfunktion bewusst sein. Wer beim Essen oder anderen familiären Aktivitäten stets am Smartphone hängt, inspiriert Kinder womöglich zu ähnlichem Verhalten.

Hilfe in Österreich

In Österreich können Betroffene bei einer Suchtberatungsstelle Hilfe suchen. Hier kann etwa der Österreichische Suchthilfekompass - zu finden unter suchthilfekompass.goeg.at - zu Rate gezogen werden. Das Österreichische Institut für angewandte Telekommunikation (ÖIAT) bietet auf www.saferinternet.at Beratung für Eltern an.

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