Allergiker aufgepasst: Bienen fliegen schon

Allergiker aufgepasst: Bienen fliegen schon: Bienen kreisen um Blüte
Aufgrund des milden Winters sind die Bienen heuer schon auf den heimischen Wiesen unterwegs. (WONG SZE FEI - Fotolia.com)
Der milde Winter lässt schon seit Februar Pollen fliegen und er lockt auch Bienen und Wespen aus ihren Nestern. Auswirkungen hat das auch auf Allergiker.

Schwellungen und Juckreiz an der Einstichstelle sind die harmlosesten Folgen eines Bienen- oder Wespenstichs. Bei Insektengiftallergikern kann es zu Schwindel, Schwellungen im Gesichts- und Halsbereich, Übelkeit und sogar Atemnot kommen. Auch Juckreiz, Rötungen oder Quaddelbildung am ganzen Körper sind nicht selten. Warum Bienen und Wespen heuer schon früher fliegen und wie Sie sich am besten vor einem Stich schützen bzw. im Notfall handeln.

Gründe für den frühen Insektenflug

"Aufgrund des frühen Frühlings und der milden Temperaturen im Winter haben die Bienen eigentlich gar nicht aufgehört zu brüten. Daraus ergibt sich eine starke Volkszahl, d.h. heuer gibt es viele Bienen. Ab einer Temperatur von zirka 15 Grad fliegen die Bienen aus. Dank des frühen Angebots von Nektar und Pollen finden sie ideale Bedingungen vor", erklärt der Zoologe Dr. Markus Böckle die Gründe für den frühen Bienenflug. "Zu einem längeren Kälteeinbruch wird es in diesem Frühling laut Prognosen wohl eher nicht mehr kommen. Langfristige Kälteperioden könnten problematisch werden, da bei Temperaturen unter 10 bis 15 Grad die Bienen den Stock nicht mehr verlassen und es dann zu Nahrungsknappheit kommen könnte."

Auch die Wespen werden heuer schon früher fliegen: "Bei den Wespen überwintert nicht das ganze Volk, sondern nur die Königin. Durch das warme Wetter sind auch die Königinnen bereits dabei, neue Völker zu gründen, mit der Folge, dass heuer auch die Wespen früher fliegen werden. Wann genau das sein wird, kann man jetzt allerdings noch nicht sagen", so Dr. Böckle.

Wirksamste Behandlungsmöglichkeit: Spezifische Immuntherapie

Die wirksamste Behandlung bei einer Bienen- oder Wespenallergie ist die Spezifische Immuntherapie. Dadurch kann einer lebensgefährlichen Reaktion infolge eines Bienen- oder Wespenstichs am effektivsten vorgebeugt werden. Bei einem Bienenallergiker, der eine Spezifische Immuntherapie erhält, liegt die Erfolgsquote bei 90 %, bei Wespenallergikern sogar bei 95 %.

Bei einer Spezifischen Immuntherapie wird dem Allergiker der allergieauslösende Stoff über einen längeren Zeitraum in geringen Mengen injiziert, so kann sich das Immunsystem an die Substanz "gewöhnen" und eine allergische Reaktion bleibt aus. Schon nach 4 Monaten kontinuierlicher SIT-Therapie hat sich ein Schutz aufgebaut - die optimale Behandlungsdauer liegt bei 3 Jahren.

Was tun nach einem Bienen- oder Wespenstich

Manchmal hilft alle Vorsicht nicht und man wird dennoch von einer Biene oder Wespe gestochen. Der Stachel des Insekts muss sofort entfernt werden, damit nicht noch mehr Gift in den Körper gelangt. Kommt es zu schweren allergischen Reaktionen, sollte ein Notarzt verständigt werden.

Ist es nach einem Bienen- oder Wespenstich bereits einmal zu einer allergischen Allgemeinreaktion gekommen, so erhält der Allergiker in Absprache mit seinem Arzt ein Notfall-Set mit dem er sich selbst behandeln kann. Diese Medikamente (Antihistaminikum, Kortison etc.) sollte man immer bei sich führen.

Tipps zur Vermeidung eines Insektenstichs

  • Ist eine Biene oder Wespe im Anflug, vermeiden Sie hektische Bewegungen - bleiben Sie ruhig!
  • Setzt sich eine Biene oder Wespe auf Sie, streifen Sie sie mit einer gezielten Bewegung ab, versuchen Sie nicht sie zu erschlagen.
  • Halten Sie Abstand von Blüten, überreifem Obst oder Fallobst.
  • Vermeiden Sie weite Kleidung, in der sich Insekten verfangen könnten. Tragen Sie helle statt bunter Kleidung.
  • Tragen Sie beim Gehen durch die Wiese Schuhe - hier suchen Bienen nach Honig.
  • Trinken Sie nicht aus Flaschen oder Dosen, sondern aus einem Glas, um Stiche im Mund oder Hals zu verhindern.
  • Müll und Abfallreste ziehen Wespen an.
  • Halten Sie Fenster tagsüber geschlossen, oder bringen Sie ein Insektengitter an.
  • An schwülen, heißen Tagen sind Insekten besonders aggressiv.

Weiterführende Informationen

Quellen