Infarktrisiko sinkt durch Sport

Bewegung verringert Herzinfarktgefahr

Viel Sport schützt Herzpatienten nicht unbedingt vor einem erneutem Infarkt oder Schlaganfall. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (Dkfz) fanden heraus, dass moderates Training an zwei bis vier Tagen pro Woche den günstigsten Effekt hat, wie das Dkfz am Donnerstag in Heidelberg mitteilte. Weniger oder gar kein Sport ist hingegen mit deutlich höherem Risiko verbunden. Aber übertreiben sollte man es auch nicht: Wer täglich trainiert, ist gefährdeter als ein Patient, der sich moderat bewegt.

Zahlreiche Untersuchungen belegen, dass körperliche Aktivität das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Auch Patienten, bei denen bereits eine Herzerkrankung diagnostiziert wurde, wird Bewegung angeraten, um einer weiteren Verschlimmerung des Leidens vorzubeugen.

Die Forscher haben nun untersucht, ob es einen direkten Zusammenhang zwischen der Häufigkeit von Sport und der Prognose gibt. Sie werteten dafür über zehn Jahre hinweg die Daten von mehr als tausend Herzpatienten aus, die sich in einer Reha-Maßnahme befanden. Die Patienten wurden im Abstand mehrerer Jahre mehrfach befragt; auch wurden alle neu auftretenden Infarkte und Schlaganfälle dokumentiert.

Dabei zeigte sich, dass bei den Patienten, die nach eigenen Angaben zwei- bis viermal pro Woche Sport trieben, weniger Komplikationen auftraten als in allen anderen Gruppen. Bei denjenigen, die sich selten oder nie sportlich betätigten, gab es viermal mehr Herz-Kreislauf-bedingte Todesfälle. Aber auch bei Patienten, die täglich Sport trieben, traten schwere Herz-Kreislauf-Ereignisse etwa doppelt so häufig auf.

Zugleich fiel aber auch auf, dass die meisten Patienten ihr Bewegungsniveau mit den Jahren und mit steigendem Alter nicht durchhielten. So stieg der Anteil derer, die kaum jemals körperlich aktiv wurden.

Dass körperliche Aktivität in Maßen gesundheitsförderlich ist, "steht außer Frage", erklärte DkfZ-Experte Hermann Brenner. Die Studie lege aber auch nahe, "dass es eine Obergrenze gibt, jenseits derer ein Mehr an Sport keinen gesundheitlichen Vorteil bringt".

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