Wien: Impfambulanz für Risikopatienten

Wien: Impfambulanz für Risikopatienten: Hand zieht Impfstoff mit Nadel auf
Impfen ist oft auch bei Krebs- und Autoimmunerkrankungen möglich. (Kurt Kleemann - Fotolia.com)
Für eine reguläre Auffrischungsimpfung kann jeder Hausarzt aufgesucht werden. Doch bei speziellen Impfbedürfnissen berät und informiert auf Wunsch die neue Spezial-Impfambulanz der MedUni Wien.

Bei Impfungen können viele Fragen auftauchen: Welche Impfungen sind für mich sinnvoll? Wann sollte ich mich (wieder) impfen lassen? Welche Nebenwirkungen können auftreten? Bei den meisten dieser Fragen kann der (Haus-)Arzt ihres Vertrauens kompetent Auskunft geben. Die Spezial-Ambulanz dahingegen spezialisiert sich auf Menschen mit Krebs- und Autoimmunerkrankungen, Allergien, oder Immundefekten. Auch nach Transplantationen, bei Adipositas und in der Schwangerschaft beantworten Mitarbeiter gerne auftretende Fragen. Am 22. Oktober 2014 eröffnet die Impfambulanz mit einem Tag der offenen Tür.

Impfung bei Risikogruppen

Die Ambulanz verspricht eine maßgeschneiderte Impfbetreuung für Menschen, die aufgrund von Vorerkrankungen Bedenken haben, sich impfen zu lassen. Dazu gehören Menschen:

  • mit Krebserkrankungen
  • mit Autoimmunerkrankungen (Multiple Sklerose, Schuppenflechte (Psoriasis), Atopisches Ekzem, etc.)
  • mit Immunsuppressionen oder Immundefekten
  • nach Transplantationen
  • mit chronischen Erkrankungen (Diabetes, chronische Nierenerkrankungen, etc.)
  • mit Adipositas
  • in der Schwangerschaft
  • mit Allergien
  • mit migrationsspezifischen Bedürfnissen

Selbst bei den hier genannten "Risikogruppen" kann häufig eine Impfung vorgenommen werden, wenn diese fachgerecht medizinisch betreut wird. Viele Patienten, die Risikogruppen angehören, entscheiden sich automatisch gegen eine Impfung. Dabei ist eine Impfung möglicherweise gerade bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem wichtig. Denn ihr Immunsystem kann sich nur unzureichend gegen Infektionen wehren. Die Ambulanz kann hier helfen, ein Für und Wider abzuwägen, und gegebenenfalls die Impfung auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten anzupassen.

Impfschutz in der Schwangerschaft

Gerade in der Schwangerschaft ist das Immunsystem der Mutter oft anfälliger, da es sich auf den Schutz des ungeborenen Kindes ausrichtet. Impfungen wie etwa gegen Influenza (Grippe) oder Keuchhusten können die Mutter in der Schwangerschaft schützen, aber auch einen Schutz für das Neugeborene aufbauen, da das Baby zunächst durch das Immunsystem der Mutter geschützt wird.

Migranten optimal versorgt

In Österreich werden Baby-Impfungen häufig bereits im Mutter-Kind-Pass verzeichnet, und Schulimpfprogramme bieten eine flächendeckende Versorgung aller Kinder, die daran teilnehmen möchten. Bei Migranten ist die Situation oft anders gelagert, da sie in ihrer Heimat andere oder auch keine Impfprogramme durchlaufen haben, oder Impfungen anders dokumentiert wurden. So bestehen vielleicht Unklarheiten ob bestehendem oder fehlendem Impfschutz. Ein Besuch in der Spezial-Ambulanz kann Aufschluss geben und (Erst-)Impfprogramme auch bei Erwachsenen vorschlagen.

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