Impfungen im Urlaub

Impfempfehlungen für den Urlaub: Impfstoff, Nadel und Impfpass symbolisieren Notwendigkeit von Impfungen in bestimmten Urlaubsländern.
Je nach Reiseziel empfiehlt der österreichische Impfplan unterschiedliche Impfungen. (CHW - Fotolia.com)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Reisemedizin

Die Zahl der Menschen, die Fernreisen machen, steigt seit Jahren stetig an. Masern, Hepatitis, Tetanus, Pertussis, Tollwut etc. - um keine Bekanntschaft mit diesen und anderen gefährlichen Infektionskrankheiten zu machen, werden zahlreiche Impfungen angeboten.

Welche Basisimpfungen jeder Österreicher haben sollte, ist im jährlich aktualisierten österreichischen Impfplan enthalten, bei Reisen ins Ausland gibt es noch weitere Empfehlungen. Sie sind abhängig von der Art der Reise und Gegebenheiten vor Ort, denn ein Tropenbesucher in Südamerika hat andere Bedürfnisse als ein Badetourist in Thailand.

Der österreichische Impfplan

Um Erkrankungen wie Polio, Masern oder Kinderlähmung zu bekämpfen, ist es wichtig, möglichst große Bevölkerungsgruppe zu impfen. Zum Basisimpfplan 2014 gehören in Österreich Impfungen gegen Diphterie, Wundstarrkrampf (Tetanus), Keuchhusten (Pertussis)Kinderlähmung (Poliomyelitis), Haemophilus influenzae B,  Hepatitis A und B, Masern, Mumps und Röteln. Zusätzlich werden noch Impfungen gegen Windpocken (Varizellen), FSME, HPV, Influenza, Rotaviren, Meningokokken und Pneumokokken empfohlen. Bei Reisen in andere Länder können zu den allgemein empfohlenen Impfungen noch weitere Impfungen, wie Typhus oder Cholera, dazukommen.

Empfohlene Impfung für Erwachsene

Empfehlung der Auffrischung ab dem 18. Lebensjahr

Diphterie

Alle 10 Jahre auffrischen

FSME

Alle 5 Jahre auffrischen

Hepatitis A

Auffrischung alle 20 Jahre

Hepatitis B

Auffrischung für Risikogruppen

Herpes Zoster (Gürtelrose)

Einmalig ab dem 50. Lebensjahr impfen

HPV (Humanes Papillomvirus)

Gegebenenfalls nachholen, wenn nicht im Kindesalter geimpft

Influenza (Virus-Grippe)

Jährlich auffrischen

Masern

Gegebenenfalls bis zum 45. Lebensjahr nachholen

Mumps

Gegebenenfalls bis zum 45. Lebensjahr nachholen

Pertussis (Keuchhusten)

Alle 10 Jahre auffrischen

Pneumokokken

Kindesalter und ab dem 51. Lebensjahr

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Alle 10 Jahre auffrischen

Röteln

Gegebenenfalls bis zum 45. Lebensjahr nachholen

Tetanus (Wundstarrkrampf)

Alle 10 Jahre auffrischen

Die wichtigsten Reiseimpfungen im Überblick

Neben den aktuellen Empfehlungen des österreichischen Impfplanes, gibt es für jedes Land individuelle Bestimmungen für die Einreise. Auch die Art der Reise - wird es ein Badeurlaub oder Reise in entlegene Gebiete - ist für die Impfvorsorge und die Zusammenstellung der Reiseapotheke ausschlaggebend. Wichtig ist, dass man sich rechtzeitig erkundigt, welche Impfungen für das gewünschte Ziel vorgeschrieben sind - nur so kann ein ausreichender Impfschutz bei Reiseantritt gewährleistet werden. Informationen und Impfpläne erhalten Sie beim Arzt, in der Apotheke sowie in spezialisierten Instituten.

Gelbfieber

Das Gelbfieber-Virus wird durch Stechmücken übertragen und kommt in Afrika und Südamerika vor. Es ruft bei nicht geimpften Personen hohes Fieber (bis 40°C) mit Erbrechen, Durchfall, Nasenbluten und Schmerzen hervor.

Nach der Inkubationszeit kommt es zu einem plötzlichen Beginn mit hohem Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Der Puls ist niedrig, es kommt zu Blutungen (z.B. zu Nasenbluten). Fieberabfall, Verbesserung des Allgemeinzustandes und großes Schlafbedürfnis sind Zeichen dafür, dass die Krankheitssymptome nachlassen, es kann auch zu einer Genesung kommen.

Allerdings kann das Fieber wieder ansteigen, verbunden mit  einer neuerlichen Verschlechterung des Zustandsbildes: Es kommt zum Auftreten von Gelbsucht, zu Nierenfunktionsstörungen mit Abnahme der Harnmenge, zu Blutungsneigung (Bluterbrechen, blutige Stühle, Haut- und Schleimhautblutungen) sowie zu Störungen des Zentralnervensystems. Wird Gelbfieber nicht behandelt, verläuft die Erkrankung nach 7 bis 10 Tagen durch Nieren- und Leberversagen mit Delirium und schweren Blutungen tödlich.

Der Erkrankung kann durch eine Lebendvirusimpfstoff, dessen Wirkung mindestens 10 Jahre anhält, vorgebeugt werden. Die Gelbfieberimpfung darf (obwohl der Impfstoff in Österreich registriert ist) nur an offiziellen, von der WHO genehmigten Impfstellen durchgeführt werden. Diese Bestimmung erklärt sich durch die extreme Empfindlichkeit des Impfstoffes (z.B. Temperatur).

Hepatitis A

Die Übertragung des Hepatitis-A-Virus erfolgt über verunreinigtes Trinkwasser und Lebensmittel und kommt in vielen Urlaubsregionen vor. Nach der Ansteckung kann es bis zu 6 Wochen dauern, bis die Krankheit ausbricht. Es kommt es zu Gelbsucht und grippeähnlichen Symptomen. Die Grundimmunisierung besteht aus 2 Impfdosen, deren Schutz alle 20 Jahre aufgefrischt werden sollte.  

Hepatitis B

Das Hepatitis-B-Virus wird durch Körperflüssigkeiten, wie Blut, aber auch durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und kommt weltweit vor. Die Infektion führt zu einer Leberentzündung, die chronisch werden und bis zum Leberkrebs führen kann. Die Grundimmunisierung besteht aus 3 Impfdosen. Die Schutzdauer hält etwa 10 Jahre, kann aber individuell schwanken. 10 % der Geimpften erreichen keinen ausreichenden Schutz. Daher empfiehlt sich eine Titer-Kontrolle etwa 2 bis 6 Monate nach Grundimmunisierung.

Influenza

Das Influenza-Virus wird durch eine Tröpfcheninfektion übertragen und ist hoch ansteckend. Symptome der "echten Grippe" sind hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und Schwäche. Vor allem Menschen mit schwachem Immunsystem sind anfällig für schwere Verläufe. Die Impfung muss jedes Jahr erneut erfolgen.

Japan B Enzephalitis

Japan B Enzephalitis wird durch Stechmücken übertragen und führt zu einer Entzündung des Gehirns, deren Verlauf tödlich enden kann. Sie kommt in Teilen Asiens vor. Die Impfung besteht aus 2 Teilen und sollte nach einem Jahr aufgefrischt werden.

Meningokokken

Meningokokken sind weltweit vorkommende Bakterien (Untergruppen A, B, C, W, Y), die durch Tröpfcheninfektion übertragen werden. Eine Infektion führt unter anderem zu Kopfschmerzen, Nackensteifigkeit, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und kann tödlich enden. Je nach Impfstoff hält der Schutz der einmaligen Impfung unterschiedlich lange. Die Dauer des Impfschutzes mit dem Impfstoff wird nach einmaliger Applikation mit etwa 5 Jahren angenommen. Laufende Studien werden die genauen Auffrischungsintervalle aber in den nächsten Jahren zeigen.

Poliomyelitis

Das Virus der Poliomyelitis (Kinderlähmung) wird durch Schmutz- und Schmierinfektionen hervorgerufen. Schwere Verläufe führen unter anderem zu einer Lähmung der Muskulatur von Armen und Beinen oder Atemlähmungen. Durch konsequente Durchimpfungsraten kam es in Österreich seit 1980 zu keinem Poliofall, in anderen Ländern, wie Afrika, Pakistan, Teilen Indiens oder jüngst in Syrien allerdings schon. Nach der Grundimmunisierung im Kindesalter sollte der Impfschutz alle 10 Jahre aufgefrischt werden.   

Tetanus

Tetanus (Wundstarrkrampf) kommt weltweit vor und wird, z.B. bei kleinen Verletzungen (z.B. während der Gartenarbeit), durch das Gift eines in der Umwelt weit verbreiteten Bakteriums verursacht. Neben Kopfschmerzen kommt es zu Muskelkrämpfen, die bis zum Atemstillstand führen können. Nach der Grundimmunisierung sollte die Auffrischung alle 10 (bzw. ab dem 60. Lebensjahr alle 5 Jahre) erfolgen.

Keuchhusten (Pertussis)

Keuchhusten, eine extrem ansteckende Bakterieninfektion, ist besonders für Kinder gefährlich, da sie zu Hustenstößen mit akuter Atemnot bis zu Atemstillständen führt. Beim Erwachsenen kommt es zumeist zu unspezifischen Husten, der oft in der Nacht auftritt und über mehrere Wochen dauern kann. Die Pertussis-Impfung wird schon für Säuglinge ab dem 3. Monat in einer 6-fach Impfung und mehreren Teilimpfungen angeboten, Erwachsene erhalten die Pertussis-Impfung gemeinsam mit einem Impfstoff gegen Diphtherie und Tetanus, die 3-fach Impfung sollte alle 10 Jahre aufgefrischt werden.

Diphtherie

Diphterie ist extrem ansteckend und kann immer wieder, wenn auch selten, zu einer Massenerkrankung ausarten. Sie wird durch Tröpfcheninfektion übertragen, bei der eine Entzündung der Atemwege mit teils schweren Verläufen auftritt. Impfstoffe enthalten das abgeschwächte Gift des Bakteriums, die Auffrischung sollte, nach abgeschlossener Grundimmunisierung, alle 10 Jahre erfolgen. Die Impfung wird in Kombination mit Tetanus/Pertussis und Polio gegeben.

Tollwut

Tollwut wird durch den Speichel eines erkrankten Tieres übertragen. Bei einer Infektion kommt es zu tödlichen Verläufen mit Lähmungen, Halluzinationen oder Erregungszuständen. Nach der 3-maligen Grundimmunisierung kann die Impfung vorbeugend oder nach einem Kontakt, bei Ungeimpften in Kombination mit einem Immunglobulin, geimpft werden.

Typhus

Der Typhus-Erreger wird über kontaminierte Lebensmittel und Schmierinfektionen, vor allem in Afrika und Asien, übertragen. Nach Allgemeinsymptomen, wie Abgeschlagenheit oder Verstopfung, kommt es zu hohem Fieber und Benommenheit. Als Impfung steht eine Stichimpfung (und eine Schuckimpfung - nicht immer verfügbar) zu Verfügung.

Fragen an den Arzt

  • Welche Impfungen benötige ich für meine Reise?
  • Wie lange vor dem Urlaub sollte ich mich impfen lassen?
  • Welche Nebenwirkungen sind bei welcher Impfung zu erwarten?
  • Brauche ich einen internationalen Impfpass?
  • Wie viel kosten die entsprechenden Impfstoffe?

Medizinischer Experte

Quellen

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