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Trick gegen Ersticken: Erfinder mit 96 selbst im Einsatz

Das Heimlich-Manöver sollte erst als letzte Maßnahme angewendet werden, ansonsten besteht unnötige Verletzungsgefahr. (rdrgraphe - Fotolia.com)

Mit der Erfindung eines Tricks, der Ersticken abwenden kann, hat Henry Heimlich indirekt unzähligen Menschen das Leben gerettet. Mit 96 durfte er ihn erstmals selbst anwenden.

Für Dr. Henry Heimlich hat sich mit einer unglaublichen Geschichte vor kurzem ein Kreis geschlossen. Bereits 1974 hat der US-Amerikaner das nach ihm benannte Heimlich-Manöver erfunden, ein Trick, der Menschen vor dem Erstickungstod retten kann. Dabei umarmt der Retter den Betroffenen eng von hinten und drückt den Bauchraum zusammen. Wenn alles gut geht, wird dadurch der Fremdkörper aus den Atemwegen entfernt. 

Lebensrettung im Altersheim

Wenngleich das Manöver für die Rettung unzähliger Menschenleben verantwortlich ist, musste sein Erfinder 96 Jahre alt werden, um es erstmals auch selbst anwenden zu können. Beim Verzehren ihres Hamburgers blieb der Bewohnerin eines Altersheims ein hartnäckiges Stück in den Atemwegen stecken. Glücklicherweise war Heimlich anwesend, er führte seine berühmte Praktik aus und rettete der Frau damit das Leben.

Gefährliches Manöver

Obwohl diese Geschichte damit ein gutes Ende nahm, ist das Heimlich-Manöver in der Medizin keineswegs unumstritten. In Deutschland etwa wurde es lange Zeit aus Erste-Hilfe-Kursen gestrichen, erst seit ein paar Jahren ist es wieder zulässig. Auf Youtube sowie anderen Internet-Plattformen wird der Griff gerne erklärt und als kinderleicht beschrieben. Tatsächlich aber braucht es für eine gelungene Anwendung einiges an Übung.

Gezielte Schläge auf den Rücken

Prinzipiell können beim Manöver innere Organe wie die Milz verletzt werden, dann besteht sogar Lebensgefahr. Daher sollte es wenn möglich nur von geübten Fachkräften angewendet werden, in jedem Fall ist es erst der letzte Ausweg. Als erste Maßnahme beim leichten Verschlucken eines Mitmenschen ist es hingegen gänzlich ungeeignet. Empfehlenswerter sind hierbei 5 gezielte Schläge auf den Rücken zwischen die Schulterblätter. Der Betroffene muss dabei unbedingt stehen und sich nach vorne beugen.

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