Heilpflanzen für den Magen

Die Blätter der Artischocke können zu Tee weiter verarbeitet werden und wirken so gegen Völlegefühl, Blähungen und Übelkeit. (marylooo - Fotolia.com)

Egal ob Gastritis, Durchfall, Blähungen oder Völlegefühl – Die Natur hat für alle Verdauungs-Beschwerden eine Lösung. Wir stellen die besten Heilkräuter für den Magen vor!

Egal ob Stress, falsche Ernährung oder zu wenig Bewegung - vieles kann uns auf den Magen schlagen und unangenehme, zum Teil sogar schmerzhafte Beschwerden hervorrufen. Heilkräuter wie Artischockenblätter, Ingwerwurzel, Tausendgüldenkraut oder Eibischwurzel, beruhigen die Verdauung und können Abhilfe bei Völlegefühl, Übelkeit, Reizmagen und anderen Beschwerden schaffen. Sie können zum Beispiel als Tee getrunken, in Form von ätherischen Ölen verdünnt oder als Tinktur eingenommen werden. Auch fertige Arzneimittel oder Nahrungsergänzungsmittel sind oftmals im Handel erhältlich.

Übelkeit und Völlegefühl

Bauchweh, Übelkeit oder Erbrechen, Magenkrämpfe oder Appetitlosigkeit - Jeder kennt diese Beschwerden und hat sie vielleicht selbst schon durchgestanden. Haben Sie zu viel gegessen, vertragen Sie gewisse Lebensmittel nicht oder tritt beim Fahren Reiseübelkeit auf, kann mit einigen Heilkräutern, wie Artischocke, Ingwer oder Pfefferminze, rasch Abhilfe geschaffen werden.

Pflanze

Wirkung

Zubereitung als Tee

Artischockenblätter

Zubereitungen mit Artischocke wirken bei Völlegefühl und anderen Verdauungsstörungen, wie Blähungen und Übelkeit. Sie sind leberregenerierend, krampflösend und fördern den Gallenfluss.

Es wird 1 Teelöffel der Blätter mit 150ml heißem Wasser übergossen und 7 Minuten ziehen gelassen. Am besten vor dem Essen trinken.

Gänsefingerkraut

Das Kraut lindert Krämpfe, ist entzündungshemmend und leicht stopfend. Es kann bei Magenkrämpfen ebenso eingesetzt werden, wie bei Reizmagenbeschwerden oder Durchfall.

Den Tee (1 Teelöffel) mit heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. 

Ingwerwurzel

Die ätherischen Öle und Scharfstoffe der Ingwerwurzel helfen bei Reisekrankheit, Schwangerschaftserbrechen (nach ärztlicher Rücksprache) und anderen Verdauungsbeschwerden.

Für die Zubereitung ½ Teelöffel geschnittene Ingwerwurzel mit 1 Tasse siedendem Wasser übergießen und 7 Minuten ziehen lassen. 

Kamillenblüte

Die Blüten wirken krampflösend und reizmildernd. Sie wird eingesetzt bei Blähungen, Brechreiz, Gastritis oder Reizmagen.

1 Esslöffel der Blüten mit heißen Wasser übergießen und zugedeckt 3 Minuten ziehen lassen.

Melissenblätter

Sie wirken hervorragend u.a. bei nervösen Magen-Darm-Beschwerden und Blähungen.

Gießen Sie 1 Teelöffel mit 1 Tasse heißen Wasser auf und lassen Sie den Tee zugedeckt 7 Minuten ziehen.

Pfefferminzblätter

Hilft bei krampfartigen Magen-Darm-Beschwerden, bei Übelkeit oder einem verdorbenen Magen. Nicht länger als 6 Wochen durchgehend trinken.

Verwenden Sie 1-2 Teelöffel der Blätter und geben sie 1 Tasse heißes Wasser dazu. 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen.

Sodbrennen

Saures Aufstoßen kann eine unliebsame Erscheinung bei falscher Ernährung, Stress, Reizstoffen, wie Kaffee oder Nikotin, oder während der Schwangerschaft sein. Heilpflanzen, wie Eibisch, Käsepappel oder Süßholz lindern durch ihre schleimhautschützenden und reizlindernden Eigenschaften die Beschwerden von Sodbrennen und schützen den Magen. 

Pflanze

Wirkung

Zubereitung als Tee

Eibischblatt, Eibischwurzel

Durch die enthaltenen Schleimstoffe wirkt Eibisch reizlindernd und schützt die angegriffene Magenschleimhaut.

Für die Zubereitung können entweder die Wurzel oder die Blätter verwendet werden. 1 Teelöffel wird mit kaltem Wasser angesetzt und 1-2 Stunden stehen gelassen.

Kamillenblüte

Sie wirkt entzündungshemmend, schmerzstillend und beruhigend bei Magen-Darm-Beschwerden und Gastritis. 

1 Esslöffel der Blüten mit heißen Wasser übergießen und zugedeckt 3 Minuten ziehen lassen.

Leinsamen

Schützt durch die enthaltenen Schleimstoffe die Schleimhaut bei Sodbrennen oder Gastritis. Neutralisiert die Magensäure.

Um die beste Wirkung zu erzielen, müssen die Leinsamen etwa 1 Stunde quellen. Den entstandenen Schleim abgießen und schluckweise trinken.

Schafgarbenkraut

Wirkt wundheilungsfördernd und entzündungshemmend bei Schleimhauterkrankungen.

Übergießen Sie 1 Teelöffel des Krauts mit 150ml heißem Wasser und lassen Sie den Tee 7 Minuten ziehen.

Süßholzwurzel

Die Inhaltsstoffe der Wurzel schützen die Schleimhaut und werden bei Sodbrennen und unterstützend bei Magengeschwüren eingesetzt.

½ - 1 Teelöffel mit kaltem Wasser ansetzen, aufkochen und kurz ziehen lassen. Nicht länger als 4 Wochen trinken.

Verdauungsstörungen - Reizmagen

Heilkräuter mit Bitterstoffen, sogenannte Bittermittel, finden Verwendung bei Verdauungsbeschwerden und Reizmagensymptomen, wie Übelkeit, Sodbrennen, Oberbauchschmerzen oder Völle- und Druckgefühl. Sie wirken appetitanregend, verdauungsfördernd und fördern die Bildung von Verdauungssäften.

Hier findet eine breite Palette an Heilkräutern ihre Anwendung. Dazu gehören unter anderem Artischockenblätter, Andornkraut, Enzianwurzel, Löwenzahnwurzel, Wermut, Galgant, Isländisches Moos, Wacholder und Tausendgüldenkraut. Der ungesüßte Tee wird am besten eine halbe Stunde vor dem Essen getrunken. Für die Zubereitung ist es empfehlenswert, etwas weniger von der empfohlenen Menge an Tee zu verwenden und diesen nicht zu kochen.    

  • Autor
  • Redaktionelle bearbeitung Mag. Silvia Feffer-Holik
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Mind-Maps® Aromatherapie, M. Werner, Haug Verlag, 2. Auflage, 2011, Stuttgart
  • Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde, U. Bühring, 4. Auflage, Haug Verlag, 2014, Stuttgart

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