Heilbehelfe im Alter: Rollator, Rollstuhl & Co

Heilbehelfe im Alter: Rollator, Rollstuhl & Co: Pensionistin benützt Rollator
Rollstühle, Rollatoren, orthopädische Schuhe oder Gehstöcke erweitern die Bewegungsfreiheit gehbehinderter Menschen. (Robert Kneschke - Fotolia.com)
Alter oder Krankheit machen ein unbeschwertes Bewegen und Leben in den eigenen 4 Wänden oft zu einem schwierigen Unterfangen. Um nicht bei jedem Handgriff auf fremde Hilfe angewiesen zu sein, gibt es unterschiedliche Hilfsmittel.

Anpassungen in der Wohnung können die täglichen Aktivitäten erleichtern. Doch welche Umbauarbeiten bringen mehr Bewegungsfreiheit und Sicherheit? Rollator oder Rollstuhl geben Gehbehinderten ein gewisses Maß an Unabhängigkeit zurück. Doch welche Gehhilfe ist die passende? Bei Inkontinenz gibt es verschiedene Heilbehelfe zur Bestreitung des Alltags und einer Verbesserung der Lebensqualität. Aber für welches Inkontinenzprodukt entscheidet man sich?

Wanne und Krankenbett: Umbauarbeiten zu Hause

Um das eigene Zuhause für das Alter sicher zu gestalten, sind häufig einige Umbauarbeiten nötig. Vor allem im Badezimmer sind Menschen mit körperlichen Einschränkungen stark unfallgefährdet, daher sollten Badewanne oder Dusche an die entsprechenden Bedürfnisse angepasst werden. Ein spezielles Krankenbett erleichtert die Versorgung erkrankter Personen, zum Beispiel bei Inkontinenz. Zusätzliche Hilfe und Sicherheit bietet außerdem ein Treppenlift.

Ein barrierefreies Badezimmer könnte zum Beispiel so ausgestattet sein:

  • Eine Badewanne, die von 3 Seiten zugänglich ist oder eine Wanne mit eingebauter Tür
  • Haltegriffe und Anti-Rutsch-Vorrichtungen in der Wanne
  • Eine Sitzbadewanne
  • Ebenerdige Dusche mit einem Duschsessel
  • Ein Waschbecken mit kippbarem Spiegel für Menschen, die nicht stehen können

Ein Krankenbett können Sie beispielsweise beim Österreichischen Roten Kreuz für 1,65 Euro pro Tag mieten. Das elektrisch verstellbare Bett mit Haltegriff und Rufhilfe wird von den Mitarbeitern geliefert und aufgestellt. Über die Rufhilfe kann im Notfall per Knopfdruck sofortige Hilfe angefordert werden.

Umbauten zu behindertengerechten Bädern und barrierefreien Zugängen in Wohnung und Haus werden in Österreich vom jeweiligen Bundesland und der Wohnbauförderung unterstützt. Ebenso können Sie einen notwendigen Umbau beim Finanzamt steuerlich absetzen.

Hilfsmittel für die Fortbewegung

Rollstühle, Rollatoren, orthopädische Schuhe oder Gehstöcke können die Bewegungsfreiheit gehbehinderter Menschen erweitern. Sie helfen bei der Bewältigung der täglichen Routine und erleichtern ein eigenständigeres Leben für Patienten mit körperlichen Beeinträchtigungen. Die wichtigsten Hilfsmittel sind der Rollstuhl, der Rollator, der Eulenburg-Gehwagen, das Delta-Gehrad und das Gehgestell.

Rollstuhl

Das Fortbewegen in einem Rollstuhl ermöglicht körperlich eingeschränkten Menschen die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben. Sie können Einkäufe oder Amtswege selbst erledigen und sind weniger auf Hilfe von außen angewiesen. Unterschiedliche Rollstühle stehen zur Verfügung, die auf verschiedene Bedürfnisse abgestimmt sind. Es gibt zusammenfaltbare Standardrollstühle, Sportrollstühle, Elektrorollstühle, Rollstühle mit mechanischem Handantrieb, Kinderrollstühle und solche, die mit dem Kinn oder dem Fuß gesteuert werden.

Rollator

Der Rollator ist ein Gehwagen mit vier Rädern, den man vor sich herschieben kann. Er hilft das Körpergleichgewicht zu halten und ermöglicht ein sicheres Abstützen mit den Armen. Zur Benutzung eines Rollators ist eine gewisse eigene Körperkraft notwendig. Der Rollator hat eine eingebaute Bremse und ist zusätzlich oft mit Körben oder Sitzflächen ausgestattet.

Eulenburg-Gehwagen

Dieser Gehwagen ist für ältere und gangunsichere Menschen gedacht. Er wird ebenso wie der Rollator auf kleinen Rädern mit jedem Schritt ein Stück vorwärts geschoben und gibt Sicherheit beim Gehen. Er hat zusätzliche Achselpolster, auf die man sich stützen kann. Der Eulenburg-Gehwagen ist relativ sperrig gebaut, was die Bewegungsfreiheit einschränkt. Außerdem ist einiges an Kraft in den Armen und Schultern notwendig, um den Wagen anschieben zu können.

Delta-Gehrad

Das Delta-Gehrad hat im Gegensatz zum Rollator und dem Eulenburg-Gehwagen nur 3 Räder und ist für Menschen gedacht, die nur wenig Stützhilfe benötigen und zum Beispiel für längere Wege ein Hilfsmittel brauchen. Es setzt voraus, dass die Person selbständig stehen und gehen kann und nur eine leichte Gangunsicherheit ausgeglichen werden muss.

Gehgestell

Das Gehgestell, auch als Gehbock bezeichnet, gibt es in starrer und beweglicher Ausführung. Es hat keine Räder, sondern muss zur Fortbewegung bei jedem Schritt angehoben werden. Die starre Version eignet sich für unsichere Personen, die bewegliche erfordert eine gut ausgeprägte Koordination, da abwechselnd das linke und rechte Gelenk des Gestells vorgestellt wird. Für den Gehbock brauchen die Patienten mehr Kraft in den Armen als bei Gehhilfen mit Rädern. Gehgestelle sind ideal zur Benutzung in Innenräumen zum Zurücklegen kurzer Strecken, für den Außenbereich sind fahrbare Gehhilfen die bessere Alternative.

Gegen ärztliche Verordnung können Rollstühle, Rollatoren und andere Hilfsmittel von der Krankenkasse gestellt werden. Wird die Gehhilfe im Laufe der Zeit kaputt oder unbrauchbar, kann ein neues Modell angefordert werden. Ein Gerät kann zum Beispiel durch eine Verschlechterung oder eine Veränderung des körperlichen Zustandes unbrauchbar werden.

Heilbehelfe bei Inkontinenz und anderen Erkrankungen

Heilbehelfe sollen dabei unterstützen, eine bestehende Erkrankung zu lindern oder bei ihrer Heilung zu helfen. Dazu gehören Sehhilfen, wie Brillen oder Kontaktlinsen, Hörgeräte, orthopädische Schuheinlagen, Blutzuckermessgeräte oder Produkte für Inkontinenz. Die Kosten für Heilbehelfe werden nach Verordnung durch einen Arzt teilweise oder vollständig von der Krankenkasse übernommen.

Inkontinenz ist keine altersbedingte Erscheinung. Das unkontrollierte Absetzen von Harn oder Stuhl gilt als Erkrankung, bei der Menschen eine besondere Unterstützung und Betreuung benötigen. Es gibt unterschiedliche Inkontinenzprodukte auf dem Markt, die das Führen eines normalen Lebens vereinfachen und die Krankheit erträglicher machen:

Einlagen

Je nach leichter oder schwerer Inkontinenz gibt es kleine und große Einlagen, die von den Betroffenen selbstständig oder durch Hilfe einer Pflegeperson gewechselt werden können. Sie werden in eine Netzhose eingelegt, die nach dem Gebrauch zusammen mit der Einlage entsorgt wird.

Vaginalkonen

Diese werden zum Training der Beckenbodenmuskulatur in die Scheide eingeführt, wodurch die Inkontinenz verbessert werden kann. Vaginalkonen gibt es in unterschiedlichen Gewichtsklassen. Die Patientin sollte es auch bei Husten, Lachen oder Umhergehen schaffen, die Konen nicht zu verlieren.

Tampons

Tampons zur Kontrolle von Inkontinenz sind wesentlich größer als jene, die bei der monatlichen Regelblutung zum Einsatz kommen. Sie drücken durch ihre Größe die Harnröhre zu und werden nur bei leichter Inkontinenz verwendet.

Inkontinenzhosen

Inkontinenzhosen, sind für Patienten mit starker Inkontinenz gedacht. Oft handelt es sich dabei um Menschen, die aufgrund einer psychischen Beeinträchtigung sehr unruhig oder verwirrt sind und deshalb vor allem nachts eine solche Hose brauchen. Sie darf nicht verrutschen und die Person nicht beim Gehen behindern.

Kondom-Urinal

Männer mit Harninkontinenz werden mithilfe einer solchen Vorrichtung unterstützt. Das Urinal wird über den Penis gestreift und zum Beispiel mit Hautkleber befestigt. An die Öffnung des Kondom-Urinals wird ein Schlauch angeschlossen, der den Urin in einen Beutel leitet. Dieser kann am Ober- oder Unterschenkel befestigt werden.

Blasenkatheter

Im Krankenhaus oder in Pflegeeinrichtungen werden inkontinenten Patienten häufig Blasenkatheter gelegt. Dabei wird ein Schlauch in die Harnröhre eingeführt an dessen Ende sich ein Beutel befindet, in dem sich Urin sammelt.

Weiterführende Informationen

Quellen

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