Krebsrisiko durch Handystrahlen nicht höher

Krebsrisiko durch Handystrahlen nicht höher: Person tippt auf Handy
Bisher waren sich Forscher uneinig über die Krebsgefahr durch Handystrahlung. Die neuesten Erkenntnisse geben Entwarnung. (anyaberkut - Fotolia.com)
Handys sind aus dem täglichen Leben kaum noch wegzudenken. Doch gefährden sie unsere Gesundheit? Der Niederländische Gesundheitsrat geht nicht von einer Gefahr aus.

Dazu verglich die Organisation insgesamt 23 Tierstudien, welche die Auswirkung von hochfrequenten elektromagnetischen Feldern des Mobilfunks auf das Krebsrisiko beobachteten. In dieser vergleichenden Meta-Studie konnte keine Erhöhung des Risikos für Gehirntumoren oder andere Krebserkrankungen festgestellt werden. Studien in der Vergangenheit standen oft unter Kritik, da sie von Mobilfunkbetreibern finanziert wurden. Bei dem Niederländischen Gesundheitsrat ist eine Beeinflussung der Studienergebnisse durch Fremdfinanzierung unwahrscheinlich. In seiner 2-teiligen Veröffentlichung zur Mobilfunknutzung gibt der Gesundheitsrat Entwarnung.

Befragung versus Studie

Viele der bisherigen Studien zur Auswirkung von Handystrahlen auf das Krebsrisiko befragten bereits erkrankte Menschen zu ihrem Nutzungsverhalten von Mobiltelefonen. Diese Daten wurden mit Statistiken zu der allgemeinen Nutzung bei gesunden Menschen verglichen. So wurden Daten erstellt, die Rückschlüsse auf die Wirkung von Handys auf Krankheitsrisiken möglich machten. Das Problem dieser Befragungs-Studien liegt jedoch in der Fragwürdigkeit von Zusammenhängen.

Ursache und Wirkung nicht immer eindeutig

Nur weil jemand Handys verstärkt nutzte und anschließend krank wurde, bedeutet das nicht automatisch, dass die Handystrahlen mit Sicherheit die Krankheit verursachten. Denkbar wäre beispielsweise, dass Menschen, die viel am Handy telefonieren, auch vermehrt unter Stress stehen. Das Stresslevel, nicht die Handynutzung, könnte für das erhöhte Krebsrisiko verantwortlich sein.

Zudem sind Daten rückwirkender Befragungen nicht immer zuverlässig, da die wenigsten Menschen ihr Nutzungsverhalten exakt dokumentieren. In Tierstudien, wie der des Niederländischen Gesundheitsrates, werden Ursache und Wirkung direkt gemessen. Die Tiere werden in sonst konstanten Bedingungen gezielt den hochfrequenten elektromagnetischen Feldern, wie sie der Mobilfunk verursacht, ausgesetzt und beobachtet. Andere mögliche Einflussfaktoren auf das Krebsrisiko, wie Ernährung, können in dieser Umgebung kontrolliert werden.

Tierstudien auf Menschen übertragbar?

Offen bleibt die Frage, ob und inwiefern Studien zu Handystrahlen von Tieren auf den Menschen übertragen werden können. Denn die Körper von Labortieren sind nicht unbedingt dem des Menschen gleichzusetzen. Geht man aber davon aus, dass sich die Ergebnisse zumindest bedingt übertragen lassen, bringt die niederländische Studie Entwarnung für ein gesteigertes Krebsrisiko durch Handynutzung. In den 23 ausgewerteten Studien wirkten die Strahlen weder krebsauslösend noch -fördernd.

Quellen

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