Wie unsere Hände helfen um Größen einzuschätzen

Wie unsere Hände helfen um Größen einzuschätzen: Zwei Hände halten einen kleinen Globus.
Unsere Hände helfen uns, die Welt um uns zu erfassen. (kbuntu - Fotolia.com)
Egal, ob Rechts- oder Linkshänder: Unsere dominante Hand dient uns als Maßstab, mit dem wir Größen in der Welt um uns einschätzen. Wird die Hand optisch vergrößert, kann unser Gehirn das nicht verarbeiten.

Der Körper dient als Maßstab, um uns im Raum zu orientieren. Wir verwenden unsere Augenhöhe, um Distanzen zu Gegenständen abzumessen. Sie hilft, uns in vertrauten Räumen auch im Dunklen zurechtfinden, oder im Gehen Objekten ausweichen, die uns den Weg verstellen. Um die Größe naher Gegenstände abzuschätzen, verwenden wir dahingegen unsere dominante Hand. Im Vergleich zu ihrer Größe messen wir Objekte. Damit wird sie zur konstanten Größe, die das eigene Gehirn als unveränderbar verinnerlicht hat. In einer Studie zeigte sich, dass wir nicht "sehen" können, dass die Hand unter einer Lupe vergrößert wurde.

Dominante Hand wirkt unter Lupe nicht größer

Forscher wiesen dies in insgesamt fünf Experimenten nach. Zunächst vergrößerten sie diverse Objekte um 18 %. Auch die Füße und die nicht-dominante Hand der Versuchsteilnehmer wurden unter die Tischlupe gehalten. Dabei war klar zu erkennen, dass es sich um eine optische Vergrößerung handelte. Hielten die Teilnehmer jedoch ihre dominante Hand unter das Glas, spielte ihnen ihr Gehirn einen Trick: Obwohl sie wussten, dass eine vergrößerte Version ihrer Hand vorlag, konnten sie das nicht so "sehen". Das liegt daran, dass wir unseren eigen Körper als Maßstab für die Welt verwenden, in der wir leben.

Körpermaßstab zur schnellen Orientierung

Betty Mohler vom Max-Planck-Institut für biologische Kypernetik erklärt, dass wir unseren eigenen Körper verwenden, um unsere Umwelt abzumessen. Alle Objekte, die wir sehen oder berühren, werden also danach beurteilt, wie groß sie im Vergleich zu unserem körpereigenen Lineal, der dominanten Hand, sind. Verändert sich deren Größe scheinbar, kann unser Gehirn nicht damit umgehen. Deshalb gaukelt es uns vor, dass die umliegenden Objekte sich verändert haben, um das optische "Wachsen" der dominanten Hand nicht wahrhaben zu müssen.

Quellen

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