Giftige Schuhe im Supermarkt

Giftige Kinderschuhe im Supermarkt: Vater bindet Kind Schuhe zu.
Die Ergebnisse der Greenpeace Studie sind vor allem deshalb bedenklich, da Kinder besonders sensibel auf Chemikalien reagieren und deshalb als "Riskikogruppe" gelten. (Halfpoint - Fotolia.com)
Schadstoffe in Mode können über Umwege in den Körper gelangen. Eine neue Studie von "Greenpeace" untersuchte nun Kinderkleidung und Schuhe, die von Supermarkt-Ketten vertrieben werden.

Die Modeindustrie trägt massiv zur Belastung der Umwelt bei. Eine Greenpeace-Studie testete nun in Österreich Supermarkttextilien von Hofer, Penny und Interspar - mit teils bedenklichen Ergebnissen. Nunu Kaller, Greenpeace-Konsumentensprecherin fordert Kleidung, die frei von bedenklichen Chemikalien ist. Derart "giftige" Mode belastet das Ökosystem, auch die Konsumenten: Das Gift wird beim Waschen aus der Kleidung gespült, gelangt in den Klärschlamm, auf die Felder und so in unser Essen. 

Chemischer Geruch als erstes Warnsignal

Gerade bei Produkten aus Plastik ist bereits der Geruch ein Indiz dafür, dass eine Schadstoffbelastung vorliegt. Der Geruch nach Chemie ist unverkennbar, doch leider handelt es sich dabei um kein sicheres Erkennungsmerkmal. Denn mit der Zeit verflüchtigt sich der chemische Geruch in der Luft, doch im Material sind die Schadstoffe nach wie vor vorhanden.

Schadstoffe erhoben in Schuhen

Greenpeace testete Schuhe bei Hofer, Penny und Interspar in Wien auf DMF (Dimethylformamid). DMF wird als Lösungsmittel bei der Herstellung von Leder, Kunstleder und Textil eingesetzt. Es kann sowohl bei Einatmung als auch bei Hautkontakt giftig wirken. Es gilt als fortpflanzungsschädigend, d.h. Babys im Mutterleib sind besonders gefährdet, und kann zu Leberschäden führen.

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, in den "Habury Sabots" von Hofer DMF enthalten war. Die Höchstwerte bei "Clogs" von Penny und "Simplex Badeschuhe" von Interspar waren nur geringfügig überschritten. Diese beiden Schuhe hatten jedoch starke Überschreitungen bei 2PP, einer Chemikalie, die für Allergien, Haut- und Augenreizungen sorgt.

Kinderhemden und Pyjamas

Eine weitere Chemikalie, auf die Greenpeace die Supermarkttextilien untersuchte, ist NPE (Nonylphenolethoxylate). Dieses ist nachweislich hormonstörend und auch insofern gefährlich, als dass es im Körper gelagert werden kann. Somit bleibt es möglicherweise über einen langen Zeitraum hinweg wirksam. Greenpeace konnte in Kleinkinderhemden und -Pyjamas bei Penny und Interspar NPE nachweisen.

Die Ergebnisse der Greenpeace Studie sind vor allem deshalb bedenklich, da Kinder besonders sensibel auf Chemikalien reagieren und deshalb als "Riskikogruppe" gelten. Kinder sind kleiner und leichter als Erwachsene, weshalb schon geringe Schadstoffmengen schädlich wirken können. Zudem ist ihr Körper ist noch im Aufbau, und toxische Stoffe können das System somit nachhaltig schädigen.

Um sich vor einer Belastung mit Textilchemikalien zu schützen, wäre es natürlich am besten, Textilien zu kaufen, die nachweislich keine Schadstoffe enthalten.

Quellen