Genitalverstümmelung weit verbreitet

Menschenrechtsverletzung mit Tradition

Mogadischu (dpa) - Die Genitalverstümmelung von Mädchen und Frauen gilt als Menschenrechtsverletzung. Dennoch leben nach Angaben der Vereinten Nationen (UN) weltweit rund 125 Millionen Menschen, denen die äußeren Geschlechtsorgane ganz oder teilweise entfernt wurden.

Terre des Femmes beruft sich auf Unicef, wonach es bis zu 140 Millionen Mädchen und Frauen sind - in 28 Ländern vor allem in Afrika, im Süden der Arabischen Halbinsel und in einigen Ländern Asiens.
Die Beschneiderinnen gehen unter oft unhygienischen Bedingungen mit Messern, Rasierklingen und anderen scharfen Gegenständen zu Werke - meist ohne Betäubung der Betroffenen. Etwa 15 Prozent der Mädchen wird der Genitalbereich bis auf eine winzige Öffnung zugenäht. Diese Naht muss dann zum ersten Geschlechtsverkehr oder zur Entbindung eines Kindes wieder geöffnet werden.
Die Folgen dieser als Tradition geltenden Praxis können Infektionen, schwere Blutungen, Unfruchtbarkeit und ein Geburtsrisiko für Mutter und Kind sein. Viele Mädchen und Frauen tragen seelische Verletzungen davon. Terre des Femmes zufolge werden die Verstümmelungen in den Regionen oft als "religiöse und gesellschaftliche Pflicht" angesehen.
Jährlich erinnern Hilfsorganisationen am 6. Februar an die "Female Genital Mutilation" (FGM) - die auch hierzulande bekannt ist. Laut Terre des Femmes sind in Deutschland rund 25 000 Frauen betroffen. Hilfe gibt es für sie seit 2013 in Berlin: Im "Desert Flower Center" stellen Ärzte operativ die Genitalien wieder her. Schirmherrin ist die ehemalige UN-Sonderbotschafterin, Ex-Model Waris Dirie. Die Nomadentochter aus Somalia wurde selbst als Mädchen beschnitten.

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