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Aufklärungsvideo: In Genital-Song tanzen Penisse

Aufklärungsvideo: In Genital-Song tanzen Penisse
Slogans wie "Hier kommt der galoppierende Penis" und "die Vagina ist cool, glaub mir!" sollen Kinder mit den Geschlechtsmerkmalen vertraut machen und Hemmschwellen senken. (Screenshot Youtube)
Dieser Artikel ist Teil des Gesundheitsfensters Sexualität

Fröhlich-bunte Vaginen und Penisse tanzen seit kurzem im schwedischen Kinderfernsehen über den Bildschirm. Auch auf YouTube und Facebook ist der "Genital-Song" mit Ohrwurm-Melodie ein Hit. Die Meinungen laufen heiß: Ist der Clip skandalös oder einfach nur lustig?

Angeregt wurde der Produzent des öffentlich-rechtlichen Kinderkanals zu der Idee aufgrund vieler Zuschriften junger Zuseher. Sie haben zahlreiche offene Fragen zu ihren eigenen Genitalien. Die Sendung "Bacillakten" (auf Deutsch: Bakterien-Notfall) ist eine Medizin-Sendung für Kinder, in der ein junges Mädchen Mia und ein Arzt kindgerecht gesundheitliche Themen erklären. Sexuelle Themen wurden bisher nicht behandelt. Aufgrund der großen Nachfrage danach wurde der Genital-Song entwickelt.

Genital-Song: Das ist das Video

 

Kritiker: Video zu schmutzig für Kinder

Das Video ersetzt Eltern keine Aufklärung und erzählt auch nichts über Sex. In Comic-Form werden verschiedene Penisse und Vaginen dargestellt und mit den kindgerechten schwedischen Worten dafür bezeichnet: Snoppen och Snippan.

Hier kommt der galoppierende Penis

Slogans wie "Hier kommt der galoppierende Penis" und "die Vagina ist cool, glaub mir!" sollen Kinder mit den Geschlechtsmerkmalen vertraut machen und Hemmschwellen senken, falls sie weitere Fragen zu dem Thema haben.

Zahlreiche Kritiker befinden das Video dennoch als "zu schmutzig für den Kinderkanal". Die Sendung "Bacillakten" richtet sich an 3 - 6-Jährige  diese seien viel zu jung, um so mit Genitalien konfrontiert zu werden, so die Kritiker. Sie drohen so, den Fernsehkanal zu verklagen - umgesetzt wurde diese Ankündigung bislang nicht.

Stereotype bestätigt?

Eine andere Ansicht vertreten Menschen, die das Video zwar prinzipiell nicht schlecht finden, aber sich beschweren, dass es bestehende Klischees über Geschlechterrollen bestätige. So trägt die Vagina Schleifen und hat lange Wimpern, der Penis aber hat einen Hut und wirkt aktiver als das weibliche Pendant. Zudem wird in dem Video vermittelt, dass jeder automatisch ein Mann ist, wenn er einen Penis, und eine Frau, wenn sie eine Vagina hat. Das fördere die Stereotypisierung von Sexualität, so die Kritik. Der Fernsehsender wies diese Vorwürfe zurück.

Kindervideo mit Altersbegrenzung?

Auf YouTube jedenfalls ist  das Video bei Alt und Jung beliebt: 1,5 Millionen Mal wurde es in der ersten Woche geklickt, und auf Facebook eine weitere halbe Millionen Mal. Für zusätzliche Aufregung wurde gesorgt, als das Lied auf YouTube plötzlich als "für Kinder ungeeignet“ eingestuft wurde - fragwürdig, lief der Clip doch in Schweden tagsüber auf einem Kinderkanal.

Vertreter von YouTube haben die Altersbeschränkung jedoch bald darauf wieder aufgehoben und haben bekannt gegeben, dass es sich um einen versehentlichen automatisierten Filter gehandelt hätte, nicht um eine bewusste Entscheidung des Unternehmens. Nun dürfen tanzen "Snoppen" und "Snippan" wieder fröhlich weltweit über die Bildschirme tanzen.

Quellen

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