Generationenvertrag positiv für Pflege

Generationenvertrag: Veränderungen statt Auslaufmodell

Knapp zwei Drittel der österreichischen SeniorInnen wollen ihren Lebensabend wenn möglich daheim verbringen – allerdings nicht immer unter einem Dach mit der jüngeren Generation.

Dies zeigt die aktuelle Studie zu den Erwartungen von Österreichs SeniorInnen des Bundesministeriums für Familien und Jugend in Kooperation mit Pflegeheimbetreiber SeneCura. Dennoch ist die Unterstützung der Jungen noch immer gefragt und wirkt sich positiv auf Wünsche und Ängste bezüglich Pflege und Älter werden aus. Die Ergebnisse beweisen, dass der Generationenvertrag starken Veränderungen unterliegt – aber noch längst kein Auslaufmodell ist.

Gesellschaftliche Veränderungen ausschlaggebend

Die Lebenserwartung der Österreicher und Österreicherinnen steigt kontinuierlich. Parallel dazu verändern sich familiäre Strukturen zusehends. Diese demographischen Veränderungen haben den Generationenvertrag nachhaltig verändert, aber nicht außer Kraft gesetzt. „Gelebte Solidarität ist zentral für einen funktionierenden Generationenvertrag. Dies gilt sowohl für den Pflegebereich – Betreuung der älteren Generation durch die Kinder und möglicherweise Enkelkinder -  als auch vice-versa in der Kinderbetreuung. Natürlich sind diese Leistungen verbunden mit Herausforderungen für die Einzelnen, Stichwort Vereinbarkeit von Familie und Beruf.  Entscheidend daher: größtmögliche Flexibilität im Arbeitsprozess. Pflegekarenz, Pflegeteilzeit oder das kostenlose Case Management (Beratungsleistungen für den Pflegefall) können dabei maßgeblich unterstützen. Ebenso zentral ist, dass Zusammenhalt gelebt werden kann und die Leistungsfähigkeit aller Generationen genutzt wird. Es gibt in Österreich bereits eine Reihe von innovativen Initiativen, die beweisen, dass ein Miteinander von „Alt und Jung“ großen Nutzen für alle Generationen stiftet. Eines meiner Ziele ist daher die stärkere Förderung von generationenübergreifenden Projekten, wie zum Beispiel Kinder- und SeniorInnenbetreuung unter einem Dach “, so Bundesministerin Dr. Sophie Karmasin zu der repräsentativen Studie, die vom Bundesministerium für Familien und Jugend gemeinsam mit dem österreichischen Pflegeheimbetreiber SeneCura beauftragt wurde. Im Mai 2014 wurden hierfür insgesamt 400 ÖsterreicherInnen ab 65 Jahren in Telefoninterviews gefragt, was sie sich wirklich von der jüngeren Generation für ihren Lebensabend erwarten.

Generationenvertrag bleibt für jede/n Zweite/n relevant

Die Befragung zeigt, dass der Generationenvertrag noch immer gelebt wird – wenn auch in anderer Form. 46 Prozent der Befragten glauben daran, dass der Generationenvertrag auch in Zukunft eine sehr wichtige Rolle spielen wird. Für 28 Prozent verliert er zwar an Bedeutung, wird aber weiterhin zumindest eine kleine Rolle spielen. Nur 11 Prozent denken, dass der Generationenvertrag irgendwann voll und ganz an Bedeutung verlieren wird. Hier spielt vor allem das Gefühl, von der jüngeren Generation unterstützt zu werden eine wichtige Rolle: Denn Personen, die sich nicht unterstützt fühlen, sind signifikant häufiger der Meinung, dass der Generationenvertrag seine Rolle voll und ganz verlieren wird (23 Prozent versus 11 Prozent).

Zwei Drittel wollen Lebensabend zu Hause verbringen

Mehr als die Hälfte aller Befragten (61 Prozent) wünscht sich den Lebensabend „zu Hause“ in vertrauter Umgebung zu verbringen. Mit 46 Prozent steht der Wunsch, die Pension „mit dem Partner“ zu verbringen an zweiter Stelle. Männer wünschen sich dies signifikant häufiger als Frauen (54 Prozent zu 39 Prozent). Frauen wünschen sich hingegen häufiger als Männer „einfach nur“ Gesundheit für den Lebensabend. Insgesamt erhoffen sich dies ein Viertel der Befragten. Mit 93 Prozent ist die eindeutige Mehrheit der Befragten der Meinung, dass sie ihre Wünsche und Erwartungen auch in die Realität umsetzten können bzw. dies bereits getan haben.

Positive Einstellung durch Unterstützung der jüngeren Generation

Der Glauben an den „Wunschlebensabend“ wird stark von dem Gefühl beeinflusst, von der jüngeren Generation unterstützt zu werden. 86 Prozent der Befragten sehen sich von der jüngeren Generation in der Gestaltung ihres Alltags gut unterstützt. Davon glauben 94 Prozent an einen „Wunschlebensabend“. Bei jenen, die ihre Wünsche als eher unrealistisch einschätzen, fühlen sich hingegen nur 83 Prozent von der jüngeren Generation gut unterstützt. Personen, die ihren Lebensabend mit der jüngeren Generation verbringen möchten, fühlen sich auch signifikant häufiger von dieser unterstützt (91 Prozent zu 81 Prozent).

Wunsch nach Unterstützung aus dem engsten Familienkreis

Im Alltag wünschen sich viele die Unterstützung von vertrauten Personen. Die überwiegende Mehrheit der Nennungen bezieht sich auf Hilfe durch das persönliche Umfeld (Familie, Nachbarn, Freunde). So erhoffen sich 37 Prozent Unterstützung von den eigenen Kindern, wenn der Alltag nicht mehr allein bewältigt werden kann. Vor allem Frauen, Personen mit niedriger Bildung und jene die sich von der jüngeren Generation ohnehin unterstützt fühlen geben diese Antwort. Weitere 17 Prozent wünschen sich Unterstützung von der Familie im weiteren Sinn, wie zum Beispiel von Enkeln und Nichten.19 Prozent hoffen eher auf externe Unterstützung durch Heimhilfen, mobile Pfleger und Organisationen.

Realistische Sicht auf Pflege im Alter – zwischen Wunsch und Wirklichkeit

Eine ähnliche Tendenz zeichnet sich im Fall einer dauerhaften Pflegebedürftigkeit ab: 32 Prozent wünschen sich in so einem Fall „zu Hause von ihren Familienangehörigen“ gepflegt zu werden. Allerdings ist nur ein Fünftel der Meinung, dass dies auch tatsächlich umgesetzt würde. Dem gegenüber stehen 19 Prozent die sich Pflege „in einem Pflegeheim“ wünschen würden, während rund ein Drittel der Befragten im Ernstfall realistischer Weise damit rechnet. Vor allem Personen ohne Partner im Haushalt haben diesen Wunsch signifikant häufiger bzw. denken auch häufiger, dass dies dem tatsächlichen Szenario entsprechen wird. Prof. Rudolf Öhlinger, Geschäftsführer von SeneCura, beobachtet diesen Trend seit längerem: „Uns ist es bewusst, dass sich viele den Lebensabend in den eigenen vier Wänden wünschen. Daher bieten wir verstärkt Betreuungsmodelle wie die mobile Pflege oder 24 Stunden Betreuung an. Steigen allerdings die zeitlichen und fachlichen Ansprüche an die Pflege, können schnell die Belastungsgrenzen der pflegenden Angehörigen erreicht werden. In so einem Fall stellen professionelle Pflegeeinrichtungen dann oft die einzige Alternative für Angehörige und Betroffene dar. Damit sich ältere Menschen dort auch richtig zuhause fühlen können, sind eine wohnliche Einrichtung sowie eine freie Tagesgestaltung enorm wichtig.“

Unterstützung der Jungen nimmt Angst vor dem Pflegeheim

Der Wechsel in ein Pflegeheim ist oft mit Ängsten verbunden. Die Studie zeigt, dass hier die Unterstützung der jüngeren Generation sehr wichtig ist: Jene, die das Gefühl haben, von der jüngeren Generation gut unterstützt zu werden, haben signifikant seltener Angst vor dem Pflegeheim (91 Prozent zu 78 Prozent). Auch jene, die nicht mit der jüngeren Generation zusammenleben möchten, haben seltener Angst vor dem Pflegeheim (53 Prozent versus 42 Prozent). Hier zeigen sich auch signifikante Unterschiede in den Altersgruppen: 65 bis 70jährige beschäftigt die Angst vor dem Heim wesentlich weniger als Personen, die 71 Jahre und älter sind. „Wir haben in solchen Fällen gute Erfahrungen damit gemacht, die Angehörigen von Anfang an so oft wie möglich mit einzubeziehen in den Pflegealltag, um Ängste und Vorurteile – aber auch Schuldgefühle auf beiden Seiten abzubauen“, berichtet SeneCura Geschäftsführer Rudolf Öhlinger aus der Praxis.

Details zur Studie

Im Zeitraum vom 5. bis 26. Mai 2014 wurden insgesamt 400 Telefoninterviews (CATI) repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 65 Jahren zum Thema „Erwartungen“ durchgeführt. Die Befragungen wurden ausschließlich in privaten Haushalten durchgeführt. Personen die in Seniorenheimen oder Pflegeeinrichtungen untergebracht sind, wurden nicht in die Stichprobe integriert. Die Interviews wurden bewusst kurz, d.h. wenige Fragen, gehalten um eine maximal mögliche Datenqualität in dieser Zielgruppe zu erreichen.

Generationenübergreifende Initiativen bei SeneCura

„Das Miteinander von Jung und Alt ist fixer Bestandteil der SeneCura Philosophie“, erklärt SeneCura Geschäftsführer Prof. Rudolf Öhlinger.“Ziel der generationenübergreifenden Kooperationen ist ein ungezwungenes Miteinander und ein verbessertes Verständnis zwischen allen Altersstufen. Für die BewohnerInnen bedeuten die häufigen Aufeinandertreffen von Jung und Alt außerdem ein Stück mehr Lebensqualität, Abwechslung im Pflegealltag und vor allem viel Freude.“

  • Hauseigene Kindergärten
    Einige SeneCura Häuser besitzen integrierte Kindergärten und Horte. Dadurch kann ein Austausch der Generationen unmittelbar in den Alltag eingebunden werde. Durch den täglichen Kontakt werden Berührungsängste abgebaut und Verständnis füreinander geweckt. Die MitarbeiterInnen von SeneCura nutzen die Kindergärten ebenfalls gerne, um ihre eigenen Kinder während der Arbeitszeit betreut zu wissen. Hauseigene Kindergärten gibt es in den Sozialzentren in Grafenwörth, Purkersdorf, Wolfsberg, Herrenried und im Haus am Annakirchl in der Region Achensee.
  • Kooperationen mit örtlichen Schulen und Kindergärten
    SeneCura sieht seine Sozialzentren nicht als Pflegeheim, sondern als Zuhause, als lebendigen Treffpunkt der Generationen und integrativen Bestandteil der Gemeinden. Daher wird großer Wert darauf gelegt, an allen Standorten Jung und Alt regelmäßig zusammenzubringen. An vielen SeneCura Standorten gibt es regelmäßige Kooperationen mit örtlichen Schulen und Kindergärten. Die gemeinsamen Projekte sind sehr facettenreich. Beispiele sind der gemeinsame Mittagstisch, Kreativnachmittage und Ausflüge, gemeinsame Geburtstagsfeiern, Fasching und andere Feste, Leserunden, generationenübergreifende Musikprojekte oder Gartenarbeit.

  • Familienfreundliches Unternehmen
    Generationenfreundliche Strukturen gelten bei SeneCura nicht nur für BewohnerInnen, sondern auch für die knapp 3.000 MitarbeiterInnen: So sind unter anderem Arbeitszeiten und –strukturen flexibel gestaltbar, auch auf Betreuungspflichten wird Rücksicht genommen. Dafür wurde SeneCura bereits mehrfach als familienfreundliches Unternehmen ausgezeichnet: aktuell 2014 beispielsweise als Bester Arbeitgeber in Wien und im Gesundheitssektor sowie der Standort Laurentiuspark mit dem Preis der Vorarlberger Landesregierung als „Familienfreundlicher Betrieb“.


    Die SeneCura Gruppe betreibt rd. 65 Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen und ist damit Österreichs Markt- und Innovationsführer im Bereich Pflege. Mit insgesamt knapp 3.000 MitarbeiterInnen gilt SeneCura als Vorreiter bei alternativen Pflegeangeboten und Wohnformen im Alter: Neben höchsten Pflegestandards in allen Häusern bietet SeneCura richtungsweisende Demenzstationen, Intensiv- und Wachkomapflege und integrierte Kindergärten. Außerdem Neuro- und Psychorehabilitation, rehabilitative Übergangspflege, Ambulatorien für physikalische Medizin und Dialysezentren, Hauskrankenpflege, 24 Stunden Betreuung und Hospizbegleitung. Ergänzt wird das Spektrum mit Generationenhäusern und Apartments für Betreutes Wohnen.

    In der Tschechischen Republik betreibt SeneCura Unternehmen der Hauskrankenhilfe und -pflege in Mähren und in der Nähe von Prag. Das Pflegeheim Klamovka befindet sich in Bau, fünf weitere in städtischen Ballungsräumen sind in Planung.

    Alle Betreuungseinrichtungen in Österreich sind öffentlich und für alle zugänglich: Die Kosten für den Pflegeheimplatz sind durch das Bundespflegegeld und die landesspezifischen Tagsätze abgedeckt und können bei Bedarf über die Sozialhilfefonds der Länder abgerechnet werden.

    Als meistausgezeichneter Pflegeheimbetreiber kann sich SeneCura über zahlreiche Preise freuen: Sozialmarie, Familien- und Frauenfreundlichstes Unternehmen Österreichs, Bester Arbeitgeber Österreichs im Sozialbereich, Top Ten beim European Business Award, vierfach ausgezeichnet beim Teleios und viele mehr.

    www.senecura.at
  • Autor
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Presseinformation des Bundesministeriums für Familien und Jugend sowie SeneCura