In 4 Schritten zu mehr Gelassenheit

Entspannung finden und zur Ruhe kommen. Gelassenheit hat viel mit Loslassen zu tun. (leszekglasner - Fotolia.com)

Gelassenheit wünschen sich viele Menschen. Doch leichter gesagt als getan, sind doch die meisten nervös, angespannt und unter Druck. Und genau in solchen Situationen lässt sich Gelassenheit nicht erzwingen, da sie mit Loslassen zu tun hat.

Wer loslassen kann, wird dadurch freier, zufriedener und ruhiger. Wenn man akzeptiert, dass man nicht alles beeinflussen kann und dass man nicht auf alles und jeden reagieren muss, wird man auch in schwierigen Situationen die Gelassenheit finden. Aber wie wird man nun gelassener? Diese vier Schritte verhelfen Ihnen zu mehr Gelassenheit.

 Überblick:

Schritt 1 zu mehr Gelassenheit: Eigene Grenzen erkennen 

Der Partner hat einen schlechten Tag oder ein Angehöriger ist krank. Oft fühlt man sich verantwortlich und möchte helfen und auf die Bedürfnisse anderer reagieren. Aber: Das muss man nicht immer. Erkennen Sie, dass Sie nicht verantwortlich sind, wenn jemand mies gelaunt ist. Nehmen Sie die Anliegen anderer ernst, aber distanzieren Sie sich. Wer sich zu anderen abgrenzen kann, sich Eigenständigkeit und Unabhängigkeit bewahrt, reagiert ruhiger und gelassener.

Fühlen Sie sich aus Mitleid schuldig, wenn andere Menschen ein Problem haben? Versäumen Sie ihre eigenen Pflichten, weil Sie mit den Problemen anderer beschäftigt sind? Hier gilt es Grenzen zu ziehen. Nicht immer muss man auf die Bedürfnisse anderer reagieren. Man kann sich täglich auch anders entscheiden und beschließen sich mit einem Vorfall nicht mehr zu beschäftigen.

Schritt 2 zu mehr Gelassenheit: Nicht im Selbstmitleid versinken

Wir fühlen uns oft vernachlässigt, zu kurz gekommen, zurückgesetzt, nicht ernst genommen oder benachteiligt. Selbstmitleid hat aber eine selbstzerstörende Wirkung: Im Mittelpunkt steht die eigene Person und ihre vermeintlichen Defizite, man macht sich und anderen Vorwürfe. Wer Selbstmitleid pflegt, ist nicht gelassen. Neidisch blickt man auf andere, denen es vielleicht besser geht. Bitterkeit und Neid sind negative Einstellungen und bescheren Stress. Wer aufhört sich immer mit anderen zu vergleichen und das eigene Wesen zu akzeptiert, der wird auch gelassen mit seinem Leben umgehen. Richten Sie daher Ihren Blick auf die positiven Aspekte in Ihrem Leben.

Schritt 3 zu mehr Gelassenheit: Geduld üben

Stress und hohe Anforderungen in Familie und Beruf führen häufig zu Zeitknappheit. Für alles hat man nur wenig Zeit und wenn etwas nicht sofort funktioniert oder man länger auf den Zug warten muss, dann steigt die Frustration. Oft reißt der sprichwörtliche Geduldsfaden. Doch gerade geduldige Menschen sind gelassener. Wer einsieht, dass sich gewisse Dinge nicht so schnell erledigen wie man gerne hätte und kurze Pausen auch einmal zur Entspannung und Besinnung nutzt, der wird auch gelassener reagieren. Geduld ist daher ein weiteres Basiselement der Gelassenheit. Der Lebensstil des Geduldigen umfasst daher:

  • viel Verständnis für die anderen,
  • ein hohes Maß an Toleranz,
  • die Fähigkeit, Ungewissheit ertragen zu können,
  • dem Leben und den Menschen mit Vertrauen begegnen.

Schritt 4 zu mehr Gelassenheit: Zeitprobleme bewältigen

Der Umgang mit der Zeit ist ein existenzielles Problem des Menschen. Man hetzt von Veranstaltung zu Veranstaltung. Auf den Urlaub folgt die nächste Familienfeier und im Job ist man sowieso immer präsent. Man fühlt als Mensch den vermeintlichen Zeitdruck des Lebens und möchte so viel wie möglich erleben. Wir sind ständig auf der Suche nach Beschleunigung und steigern unser eigenes und das Tempo der Umwelt. Aber Lebensqualität, Sinn des Lebens und ein erfülltes Dasein existieren jenseits von Geschwindigkeit. Wer auch einmal Ruhe und Stille zelebriert und einen Moment innehält, geht gelassener durchs Leben. Sich auch einmal zurückziehen und alleine sein, kann ebenfalls „entstressen“. Weit verbreitet ist mittlerweile die Sehnsucht nach Entschleunigung. Wenn Sie ihr Leben und Aktivitäten planen, dann überlegen Sie:

  • Muss es sein?
  • Muss es jetzt sein?
  • Muss ich es tun?

Stellen Sie sich diese drei Fragen vor verschiedenen Tätigkeiten. So reduzieren Sie bewusst den Zeitdruck und werden gelassener.

Sie werden außerdem gelassener,

  • wenn Sie die Vergangenheit ruhen lassen. „Hätte ich doch...“ und „Wäre ich doch...“ sind Sätze, die die Unzufriedenheit verstärken und den Blick in die Zukunft verbauen.
  • wenn Sie negative Gedanken stoppen. Negative Gedanken beinhalten Ängste, Befürchtungen und Pessimismus, die auf dem Weg zur Gelassenheit fehl am Platz sind.
  • wenn Sie sich selbst und anderen vergeben können. Wer immer in Selbstzweifeln behaftet bleibt und sich selbst und anderen Schuld an verschiedenen Situationen gibt, versperrt sich der Gelassenheit.
  • Autor
  • Erstellungsdatum

Quellen

  • Die Kunst, trotz allem gelassen zu sein, Reinhold Ruthe, Weltbild, 2007

Mehr zum Thema