Maschine kann Gedanken lesen

Maschine kann Gedanken lesen: Junge mit Gedankenbildern über dem Kopf
Gedanken lesen galt bisher als Zukunftsmusik, eine neuartige Methode könnte dies ändern. (stillkost - Fotolia.com)
Die eigenen Gedanken gelten als privater Ort, auf den niemand von außen zugreifen kann. Forscher der Berkeley Universität in Kalifornien haben das nun geändert. Ihre Maschine kann Worte erkennen, die Versuchsteilnehmer still lesen.

Dabei geht es den Wissenschaftern nicht darum, andere Menschen zu überwachen oder gar ihre Gedanken zu kontrollieren. Vielmehr stellt die Maschine, die Gedanken im Gehirn lesen kann, eine Kommunikationsmöglichkeit für Menschen da, die nicht sprechen können. Bei logopädischen Problemen, bestimmten psychischen Erkrankungen (Traumata) und Krebserkrankungen im Mund und Rachenraum kann es zu einem Sprechverlust kommen. Mit Hilfe der neuen Technologie zum Lesen von Gedanken können selbst Menschen gehört werden, die ihre Stimme verloren haben.

Neuronen-Aktivität in Worte übersetzt

Bislang muss die Maschine, die Gedanken in Worte übersetzt, für jeden Patienten individuell angepasst werden. Die Versuchsteilnehmer waren alle mit Epilepsie diagnostiziert worden und hatten zur Behandlung Elektroden implantiert bekommen. Aufgrund dieser Elektroden konnten die Wissenschafter Gehirnaktivitäten der Epileptiker messen. Sie wurden gebeten, einen Text zuerst laut und dann nur in Gedanken zu lesen.

Die Forscher zeichneten während dem Lesen auf, welche Neuronen aktiv waren. Durch diesen Prozess wurden gelesene Worte mit gehörten Tonfrequenzen verkoppelt. Da jede Frequenz mit einem Ton im gesprochenen Wort übereinstimmt, kann die Maschine mit der Zeit herausfinden, was gesagt wurde. Im Anschluss wurde die gemessene Neuronen-Aktivität auf Texte angewandt, die die Teilnehmer still lasen. Dadurch können auch lautlos gelesene Worte mit der Maschine übersetzt werden.

Menschen mit Sprachstörungen können gehört werden

Momentan ist der Prozess, der Gedanken hörbar macht, noch sehr aufwendig, da er für jede Person individuell gemessen werden muss. Die Hoffnung für die Zukunft liegt darin, dass eine Maschine hergestellt werden kann, die für eine größere Anzahl an Menschen funktioniert und nicht individuell angepasst werden muss. Dann könnte Menschen geholfen werden, die nicht (mehr) sprechen können.

Epilepsie als Krankheit

Die Versuchteilnehmer waren allesamt Epileptiker. Anzeichen eines Epilepsie-Anfalls sind:

  • Bewusstlosigkeit, die mit einem plötzlichen Aufschrei beginnen kann
  • Sturz
  • Muskeln am ganzen Körper angespannt - danach überstreckt
  • Muskelzucken
  • Blaufärbung der Lippen
  • Scheinbare Erstickungsanfälle, die jedoch nicht zum Ersticken führen

Die Maschine, die Gedanken in Worte übersetzen kann, konnte nur dank der Mithilfe von Epilepsie-Erkrankten entwickelt werden. Epilepsie wird mit Hilfe einer Elektroenzephalographie (EEG) und einer Magnetresonanztomographie (MRT) diagnostiziert.

Quellen

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