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Gedächtnis-Champions: Technik wichtiger als Genetik

Das Merken von Kartenabfolgen ist eine Disziplin bei den Gedächtnis-Weltmeisterschaften. (lisa_L - Fotolia.com)

Bei den sogenannten Memory Championships merken sich Teilnehmer binnen kürzester Zeit riesige Informationsmengen. Eine Studie ging dem neurologischen Aspekt des Phänomens nun näher auf den Grund.

So manch einer würde wohl behaupten, dass es heutzutage für wirklich alles einen eigenen Wettbewerb gibt. Ob manche der präsentierten Fähigkeiten wirklich so beeindruckend oder gar erstrebenswert sind, kann wohl hinterfragt werden. Vor den Teilnehmern der World Memory Championships müssen allerdings auch die größten Zyniker ihren Hut ziehen. Bei diesen Gedächtnis-Weltmeisterschaften werden seit nunmehr 25 Jahren extrem beeindruckende Leistungen gezeigt.

Endlose Zahlenreihen

Es empfiehlt sich beispielsweise ein Blick auf die schier unglaublichen Statistiken des aktuellen Weltmeisters. Der US-amerikanische Medizinstudent Alex Mullen hat sich bei seinem Triumph im Vorjahr in 60 Minuten Vorbereitungszeit die korrekte Reihenfolge von nicht weniger als 3029 Ziffern gemerkt. In einer anderen Kategorie reichten ihm wiederum 15 Minuten aus, um sich 245 zufällig gewählte Wörter einzuprägen.

Auch nur Menschen

Doch so übermenschlich wie diese Leistungen klingen, sind sie strenggenommen vielleicht gar nicht. Eine neue Studie an einer niederländischen Universität legt nämlich nahe, dass die Gehirne der Merk-Champions kaum Besonderheiten aufweisen. 23 Menschen aus der absoluten Gedächtnis-Weltelite wurden für diesen Zweck mit anderen Personen verglichen, gearbeitet wurde mittels Gehirnscans.

Unterschied im Detail

In der Anatomie konnten prinzipiell keine wesentlichen Unterschiede festgestellt werden. Sobald die Studienteilnehmer mit klassischen Merkaufgaben konfrontiert wurden, arbeitete das Gehirn der Gedächtnis-Künstler aber doch etwas anders. Bei ihnen zeigten sich neuronale Verbindungen, die sie von den anderen Untersuchten unterschieden. Dafür machten die Wissenschafter besondere Merktechniken verantwortlich, auf die die Kopfsportler setzen.

Üben, üben, üben

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass das Aneignen der richtigen Technik für die außerordentlichen Gedächtnisleistungen wichtiger ist als genetische Voraussetzungen. Um sich die Abfolge von hunderten oder gar tausenden Ziffern zu merken, ist eine große Portion an angeborener Intelligenz natürlich dennoch unverzichtbar. Wer entsprechende Methoden anwendet und viel Zeit in Üben investiert, kann seine Merkfähigkeit aber auch ohne Wunderkind-Eigenschaften ordentlich verbessern.

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