Weibliche Führungskräfte sind häufiger depressiv

Weibliche Führungskräfte häufiger depressiv: Frau steht auf Leiter und schaut in die Sonne
Frauen, die auf der Karriereleiter nach oben klettern, haben häufiger als Männer mit Depressionen zu kämpfen. (papa - Fotolia.com)
Frauen in Führungspositionen kämpfen deutlich häufiger mit psychischen Problemen, so eine neue Studie. Das liegt vor allem an der Diskriminierung und Druck von Kollegen.

Wissenschafter der Universität Texas verfolgten dazu in einer Langzeitstudie die Karrierewege von 2.800 Männer und Frauen, nachdem sie im Jahr 1957 die High School abgeschlossen hatten. In den folgenden 50 Jahren wurde wiederholt erhoben, welche beruflichen Aufgaben die Studienteilnehmer übernahmen und wie es um ihre psychische Gesundheit bestellt war. Das Ergebnis: Männer in Führungspositionen waren psychisch überdurchschnittlich gesund, doch Frauen in denselben Jobs hatten wesentlich häufiger Depressionen.

Druck auf Frauen größer

Die Wissenschafter der Universität Texas betonten, dass die höhere Depressionsrate nicht bedeutet, dass Frauen als Führungskräfte mit Druck schlechter umgehen können. Im Gegenteil: Frauen in wichtigen Positionen müssen sich häufiger unter Beweis stellen und werden deutlich öfters diskriminiert. Zudem übernehmen sie häufiger als Männer Doppelrollen. Sie tragen mehr Verantwortung in Haushalt und Kindererziehung, während sie Karriere machen. Das stellt psychisch eine größere Belastung dar.

Führungspositionen gesundheitsfördernd?

Folgende Job-Aufgaben definieren laut Studie Führungspositionen:

  • Entscheidungen für ein Team treffen
  • Angestellte einstellen und entlassen
  • Einfluss auf die Gehälter anderer

Berufe, die mit solchen Aufgaben einhergehen, sind in der Regel mit einer besseren Bezahlung, einem höheren gesellschaftlichen Ansehen und einer besseren Ausbildung verbunden. Diese Merkmale wirken sich eigentlich positiv auf die allgemeine Gesundheit aus. Doch laut Studie können Frauen in Führungspositionen von diesen gesundheitlichen Vorteilen nur bedingt profitieren.

Was Frauen in Führungspositionen selbst tun können

Studien wie die der Universität Texas sind wichtig, um auf die Probleme aufmerksam zu machen, mit denen weibliche Führungskräfte tagtäglich konfrontiert sind. Eine Hoffnungs-Botschaft gibt es dabei: Die Studie begann bereits im Jahr 1957; damals waren Frauen in Führungspositionen noch deutlich seltener zu finden als heute. Mit steigender gesellschaftlicher Akzeptanz werden Frauen mit großer beruflicher Verantwortung hoffentlich seltener unter Druck gesetzt.

Bis es so weit ist, sollten weibliche Führungskräfte sich für ihre eigene Gesundheit einsetzen:

  • Bewusst Auszeiten von der Arbeit schaffen
  • Regelmäßiger Sport senkt das Stress-Niveau und kann Depressionen vorbeugen und behandeln
  • Gesunde Ernährung mit sogenannten Mood-Foods sorgt für höhere Stress-Resistenz
  • Bei Doppelbelastung durch Familie und Beruf bewusst Hilfe suchen, z.B. in der Kinderbetreuung und im Haushalt
  • Bei Mobbing oder Diskriminierung am Arbeitsplatz aufgrund des Geschlechts klare Grenzen setzen - das ist ein absolutes No-Go
  • Stolz auf berufliche Erfolge und Leistungen sein in dem Wissen, dass Sie es schwieriger hatten als männliche Kollegen in der gleichen Position

Frauen in Führungspositionen sind es leider häufig gewohnt, viel Energie aufzubringen, um sich gegen Mitarbeiter durchzusetzen, die sie nicht respektieren. Diesen Kampfgeist sollten sie auch an den Tag legen, wenn es darum geht, die eigene körperliche und psychische Gesundheit zu fördern.

Quellen

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