Österreichs Kinder stehen nicht auf Frühstück

Ein ausgiebiges Frühstück gibt es wohl nur in wenigen Familien regelmäßig. (georgerudy - Fotolia.com)

Das Frühstück ist unter Ernährungswissenschaftern und Hobbyphilosophen gleichermaßen als wichtigste Mahlzeit des Tages anerkannt. Österreichische Kinder verzichten dennoch oft darauf.

Die Morgenstund’ hat Gold im Mund, das wissen die Überbringer essentieller Lebensweisheiten schon lange. Zu diesem hausverständlichen Alltagswissen zählt auch die Erkenntnis, dass für eine brauchbare Morgenstund’ in jedem Fall auch genug Essen im Mund landen muss. Denn Frühstück, das weiß ja jedes Kind, ist die wichtigste Mahlzeit des Tages und bestimmt praktisch schon, ob der angebrochene Tag ein guter sein wird.

Wichtig, aber keine Zeit dafür

Trotz dieser wissenschaftlich belegbaren Haltung scheint in österreichischen Haushalten oftmals keine Zeit für das Frühstück zu bleiben. Das Institut meinungsraum.at hat 1.000 Erwachsene mit Kindern im Haushalt zu den familiären Ernährungsgewohnheiten am Morgen befragt. Demnach ist zwar 70% der Befragten die erste Mahlzeit des Tages sehr oder sogar extrem wichtig, doch nur 55% nehmen sich wirklich täglich Zeit dafür.

Mehr Frühstück am Wochenende

Bei Kindern sieht es minimal besser aus, dennoch frühstücken nur etwas mehr als zwei Drittel von ihnen an jedem Tag der Woche. Wenig überraschend wird dem Morgenritual am Wochenende etwas mehr Raum geboten. Bei Erwachsenen steigt die durchschnittliche Frühstücksdauer dann von 19 auf 35 Minuten an, bei Kindern von 16 auf immerhin 27 Minuten.

Kinder trinken Kakao

Der typische Inhalt der jeweiligen Frühstücke dürfte kaum jemanden verwundern. 77% der Erwachsenen trinken täglich Kaffee, außerdem beliebt sind Leitungswasser, Tee und Kakao. Letzterer erfreut sich bei Kindern enormer Popularität, etwa zwei Drittel trinken ihn täglich. Da bei den Kleinen außerdem häufig Frühstücksflocken oder schokoladene Aufstriche am Tisch landen, starten viele Schüler mit einem ordentlichen Zuckerüberschuss in den Tag. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht ist das suboptimal, zudem das Schulverhalten darunter leiden dürfte.

Ballaststoffe statt Zucker

Das zuckerreiche Frühstück sorgt für einen raschen Anstieg und ebenso schnellen Abfall des Blutzuckerspiegels. In den ersten Unterrichtsstunden kann dieses körperinterne Chaos zu klaren Konzentrationsmängeln führen. Sinnvoller wäre ein Fokus auf Ballaststoffe - Vollkornprodukte, ein Stück Obst und eventuell ein Milchprodukt stellen einen guten Start in den Tag dar. So wäre es vielleicht an der Zeit, das alte Sprichwort umzudichten: Hast du zur Morgenstund’ was Gutes im Mund, wird der ganze Tag gesund.

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